Unterstützung im Haushalt

Wenn Mama krank ist ...

... und das Bett hüten muss, bricht in der Familie schnell der Notstand aus. Das muss nicht sein. Wie Eltern sich eine Haushaltshilfe holen können.

Die Wäscheberge wachsen, die Küche bleibt kalt, der Kühlschrank leer. Mama ist krank! Liegt im Bett oder gar im Krankenhaus. Und was viel schlimmer als der vernachlässigte Haushalt ist – die Kinder müssen auf Mama verzichten. Mütter möchten sich das nur ungern vorstellen.

Krankenkassen zahlen Haushaltshilfe

Haushaltshilfen, die im Notfall einspringen, werden meist von Wohlfahrtsverbänden wie Caritas, Diakonie oder dem Sozialdienst Katholischer Frauen vermittelt. Bei gesetzlich versicherten Frauen oder Familien übernimmt in der Regel die Krankenkasse die Vermittlung sowie die Kosten. Denn: Jede Versicherte hat Anspruch auf eine Haushaltshilfe, wenn sie wegen Schwangerschaft oder Entbindung den Haushalt nicht weiterführen kann und auch keine andere im Haushalt lebende Person die Arbeiten übernehmen kann, wenn sie wegen eines Krankenhausaufenthalts, einer Reha- oder Kur-Maßnahme den Haushalt nicht versorgen kann.

Voraussetzung: ein Kind unter 12 Jahren oder ein behindertes Kind lebt im Haushalt.

Unterschiede zwischen Theorie und Praxis

Soweit die Theorie. Wie die konkrete Hilfe in der Praxis aussieht, fällt von Krankenkasse zu Krankenkasse unterschiedlich aus. Schuld daran sind die verschiedenen Satzungsregelungen der einzelnen Kassen in den jeweiligen Bundesländern. Nahezu identisch sind dafür die Formalitäten: Erst nach einem schriftlichen Antrag, zu dem in der Regel auch eine entsprechende ärztliche Bescheinigung gehört, entscheidet die Kasse, ob und in welchem Umfang eine Haushaltshilfe genehmigt wird. Ist sie zugesagt, vermittelt die Kasse über Wohlfahrtsverbände eine Hilfe. Die entstehenden Kosten rechnen die Verbände direkt mit der Kasse ab. Die Familie kann aber auch selbst eine Person finden, etwa eine Nachbarin oder eine Freundin. Beim Ehemann, bei Verwandten und Verschwägerten (bis zum 2. Grad) übernimmt die Kasse aber eventuell nur die Fahrtkosten und den Verdienstausfall, wenn diese in einem angemessenen Verhältnis zu den sonst entstehenden Kosten stehen. Genaues Nachfragen bei der Krankenkasse lohnt sich. Ganz anders sieht es bei Privatversicherten aus. Haushaltshilfen sind meist gar nicht in den Vertrags-Leistungen enthalten.

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  • Krankenkasse: Informiere dich am besten vorab, wie deine Krankenkasse genau zum Thema Haushaltshilfe steht und welche Formalitäten es gibt.
  • Die Wohlfahrtsverbände: Beispielsweise von Caritas oder Diakonie werden Haushaltshilfen und Familienpflegerinnen vermittelt.
  • Das Jugendamt: In Notfällen helfen auch die Jugendämter der einzelnen Städte oder Gemeinden weiter. Die meisten haben so genannte Notmütter, die für bestimmte Zeit die Kinderbetreuung übernehmen.
  • Vereine: In vielen Städten und Regionen gibt es inzwischen Vereine und Gruppen, die in Notsituationen einspringen, wie zum Beispiel Notmütter-Dienste. Infos bekommst du über Jugendämter und die Wohlfahrtsverbände.

Drei Beispiele

  1. Bayerischer Mütterdienst der Evang.-Luth. Kirche (Dammstr. 4, 90443 Nürnberg, Tel. 09 11/28 43 05) vermittelt über Regionalstellen in Nürnberg, München und Bayreuth Familienpflegerinnen für Notfälle.
  2. Notmütterdienst Familien- und Seniorenhilfe (Sophienstraße 28, 60487 Frankfurt, Tel. 069/95 10 330) hilft in Frankfurt (Main), Berlin, Hamburg, Köln, Halle/Leipzig und Koblenz weiter.
  3. Verein für Mütter- und Familienpflege (Zum Bahnhof 28, 35394 Gießen-Rödgen, Tel. 0641/42 221) vermittelt Mütterpflegerinnen, die Frauen u.a. im Wochenbett umsorgen, und unterhält eine eigene Schule, die Frauen ausbildet.

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