Alles war fertig

"Wegen Corona müssen wir unsere Hochzeit verschieben"

Nina und Marcel wollten am 16. Mai heiraten. Aufgrund der Corona-Pandemie mussten sie die Feier in den Herbst verschieben. Nina berichtet:

"Alles war fertig: Zehn Monate Vorbereitungen steckten in der Planung unserer Hochzeit, 120 Gäste hatten zugesagt.

Als es hieß, die Schulen werden geschlossen, war unser Termin zwei Monate entfernt. Da dachte ich noch, die strikten Maßnahmen spielen uns in die Karten, denn umso schneller ist alles wieder vorbei. Zwei Tage später schon hatte ich die erste schlaflose Nacht.

Selbst wenn die Feier stattfinden könnte, wie würde sie aussehen? Müssten wir die Gästeliste reduzieren? Dürften Risikogruppen teilnehmen? Wenn nicht, würde es bedeuten, ohne unsere Eltern zu feiern, was nicht in Frage käme. Ich habe stündlich die Nachrichten gecheckt und auf eine erlösende Info gehofft, doch die kam nicht. Was kam, waren meinen Tränen. Es hat sich wirklich angefühlt wie ein gebrochenes Herz. Da wusste ich: Ich brauche einen Plan B.

Jetzt haben wir einen neuen Termin im September. Der fühlt sich noch sehr ungewohnt an. Ich war monatelang auf den 16. Mai 2020 fixiert, das Datum steht bereits in unseren Eheringen. Das werden wir durchstreichen und den neuen Termin daneben gravieren lassen – so was hat auch nicht jeder.

Anekdoten wie diese sind mir lieber als eine Feier, bei der die Gäste nicht wissen, ob sie das Brautpaar umarmen dürfen. Letztlich geht es darum, die Liebe zu feiern, und nicht irgendein Datum. Wenn man sich das bewusst macht, kommt auch die Vorfreude zurück. Und den 16. Mai werden wir zu zweit mit einem romantischen Abendessen verbringen."

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