Die neue Düsseldorfer Tabelle 2019

So viel Unterhalt muss der Ex-Partner zahlen

Kinder getrennt lebender Eltern bekommen mehr Unterhalt – die Düsseldorfer Tabelle wurde erneut angepasst.

Die "Düsseldorfer Tabelle" regelt, wie viel Unterhalt Kindern nach einer Trennung der Eltern zusteht. Zum 1.1.2019 werden die "Bedarfssätze für unterhaltsberechtige Kinder" nun wieder vom Oberlandesgericht Düsseldorf angepasst. 
Je nach Einkommen des zahlungspflichtigen Elternteils und Altersgruppe des Kindes steigt der Unterhalt monatlich um bis 14 Euro.

Die geänderten Sätze

Nur, wenn nach allen möglichen Abzügen noch etwas übrig bleibt, erhält gegebenenfalls auch die Ex-Frau Unterhalt. Damit trägt die Politik dem Umstand Rechnung, dass immer mehr Ehen geschieden werden. Gründet der Mann eine neue Familie, wäre diese durch langwierige Unterhaltszahlungen übermäßig belastet.

Was bekommt die Mutter?

Wie viel und wie lange eine Frau Unterhalt bekommt, lässt sich nicht pauschal sagen. Das hängt von der Familiensituation ab, aber auch vom Wohnort. Außerdem darf eine Mutter nicht übermäßig belastet werden. 
"Wenn das Kind keinen entsprechenden Betreuungsplatz hat oder wenn es eine besonders intensive Betreuung braucht, kann die Mutter eine Verlängerung des Betreuungsunterhalts fordern. Wenn sich ihre Aussichten auf einen Job durch die Berufspause dramatisch verschlechtert haben, hat sie unter Umständen Anspruch auf Aufstockungsunterhalt", erklärt die Rechtsanwältin.

Ein Vollzeit-Job ist zumutbar

Früher konnte die Frau nach der Trennung zu Hause bleiben, bis das jüngste Kind in ihrem Haushalt acht Jahre alt war. So lange musste der Ex-Partner auf jeden Fall für sie Betreuungsunterhalt zahlen. Danach konnte ihr ein Teilzeit-Job und erst ab dem 15. Geburtstag des Kindes ein Vollzeit-Job zugemutet werden.
Heute verlangt der Gesetzgeber von Müttern mehr Eigenverantwortung. Sie sollen wieder arbeiten gehen, sobald ihr Kind drei Jahre alt ist. Auch ein Vollzeit-Job ist ihnen dann je nach Einzelfall zuzumuten. Allerdings nicht im Trennungsjahr, das gilt als Schonfrist, stellt Susanne Wolf, Fachanwältin für Familienrecht in Lauf bei Nürnberg, klar. Harte Brüche sind zu vermeiden.

Tatsache ist aber: "Durch die Reform des Unterhaltsrechts im Jahr 2008 sind Frauen sehr viel schlechter gestellt als früher", erklärt Susanne Wolf. "Am meisten trifft es Mütter, die ihren Beruf ganz aufgegeben haben, um für die Kinder da zu sein. Das kann ich inzwischen keiner Frau mehr raten! Heute müssen Mütter ganz anders planen und den Partner bei Kinderbetreuung und Haushalt in die Pflicht nehmen."

Ein Anwalt hilft

Frauen sind deshalb gut beraten, sich im Fall einer Trennung schnellstmöglich einen Anwalt zu nehmen. Kein Geld? Dann kannst du dich beim zuständigen Amtsgericht einen Beratungshilfe-Berechtigungsschein besorgen und mit diesem einen Anwalt engagieren.

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