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Ablenkung

5 Tipps für entspanntes Reisen mit Kindern

Die Sommerferien stehen vor der Tür. Und mit ihnen lange Autostrecken, nervige Bahnfahrten und anstrengende Flüge – zumindest, wenn man mit kleinen Kindern reist. Unsere Autorin Silke verrät hier ihre Top-5-Tricks, mit denen man den Nachwuchs (und sich selbst!) auf Reisen bei Laune halten kann.

"Wann sind wir endlich daaaaa?"

Erinnert ihr euch an diesen großartigen Werbespot aus den 90ern, in dem eine Familie mit dem Auto in den Urlaub fährt? Es fallen Dialogfetzen wie: "Wo ist mein Spielzeug?" – "Da komm ich jetzt nicht ran!", ein gezischtes "Ich lass mich scheiden!" vom Beifahrersitz und (mein persönlicher Favorit) das geschmollte "Papa ist ’ne Knackwurst!“ von der Rückbank.

Als der Spot rauskam, fand ich ihn witzig ("Hihi, das Kind hat Knackwurst gesagt."). Heute, zweieinhalb Jahrzehnte und zwei Kinder später, empfinde ich vor allem eins: Mitgefühl mit den Eltern. Ich meine: Wir alle bekommen doch diese leicht beängstigende Vorahnung, wenn der Urlaub näher rückt. Das beklemmende Gefühl, im Flieger oder in der Bahn der Langeweile, den nörgelnden Fragen und den kleinkindlichen Wutanfällen ausgeliefert zu sein – ohne Chance zur Flucht. Dazu die Blicke der anderen Reisenden, die Tränchen der Kinder und allen voran: die eigenen Nerven, die jeden Tag schon einiges aushalten – aber bestimmt keine vier Stunden mit zwei Kleinkindern im überfüllten Bahnabteil.

Wenn du bis hierhin gelesen hast, steigt in dir vermutlich spätestens jetzt langsam die Panik vor der bevorstehenden Reise auf. (Entschuldigung!) Aber keine Sorge: Die nehme ich dir jetzt gleich wieder! In meinen mittlerweile fünfeinhalb Mama-Jahren, die beruflich und familiär mit sehr vielen Flügen, Auto- und Bahnfahrten verbunden waren, habe ich sukzessive sämtliche Geheimwaffen für entspanntes Reisen mit Babys und Kleinkindern entdeckt. Hier sind meine fünf Favoriten für dich:

1. Vertraue den Klassikern

Es ist so simpel – und für meinen Fünfjährigen doch so faszinierend: "Ich sehe was, was du nicht siehst" könnte er stundenlang spielen. Das Schöne: Sogar unsere zweijährige Tochter spielt (im Rahmen ihrer Möglichkeiten) bereits mit und zeigt glücklich auf Dinge in der gesuchten Farbe (vorausgesetzt, sie kennt die Farbe schon). Das Spiel braucht keine Utensilien und keinen Tisch oder anderweitigen Platz – und ist deshalb selbst in der überfüllten Bahn das perfekte Kinder-Entertainment in Zimmerlautstärke. 

Solltet ihr mit dem eigenen Auto unterwegs sein, ist gemeinsames Singen auch immer ein Renner. Für die ganz Kleinen, die natürlich noch keine umfangreichen Zeilen zum Besten geben können, eignen sich kurze, knappe Texte. Besonders beliebt sind Lieder mit Tieren, ist ja klar. Ich muss sagen, hier hat sich das Tierfreunde-Liederbuch bei uns bewehrt. Es ist niedlich anzuschauen, überfordert die Kids nicht und etwas über Tiere und Zahlen zu lernen gibt es auch.

2. Lass deine Kinder suchen

Schon klar: Kein Elternteil hat Lust, stundenlang selbst mitzuspielen. Wenn mir das Sachensuchen zum Halse raushängt (meinen Kids aber noch lange nicht), schicke ich sie allein auf die Suche: "Der erste, der ein Schaf sieht, hat gewonnen!", ist eine Ansage, die einem im besten Fall 15 Minuten Ruhe und schwer beschäftigte Kinder verschafft. Das Upgrade für Profis: Im Vorfeld eine Liste anlegen mit gemalten Objekten. Schaf, Wolke, Kirche, Krankenwagen, Brücke und Ähnliches. Das Kind bekommt einen Stift und darf immer abhaken, wenn es etwas auf der Liste sieht. (Kleine Einschränkung: Das funktioniert nicht so gut im Flugzeug – es sei denn, man lässt die Kinder die Glücksbärchis in den Wolken suchen. Aber meiner Erfahrung nach realisieren sie schnell, dass das nichts bringt …)

3. Mache alles anders

Diesen Tipp habe ich von einer Mutter bekommen, als ich das erste Mal allein mit zwei Kindern Bahn gefahren bin. Und er ist Gold wert: Du hast sonst immer Äpfel und Gurken dabei? Nimm auf Reisen Bananen und Birnen mit. Oder einen Müsliriegel, den sie noch nicht kennen. Und ein Brötchen vom Bäcker, das du aus einer Tüte holst, statt aus einer Tupperdose. Besorge auch andere Getränke oder füll das Wasser einfach in eine andere Flasche um. Aus einem einfachen Grund: Kinder finden Neues immer spannend, aufregend, cool. Jede Abweichung von der Norm beschäftigt sie immens und sorgt für Ablenkung und Interesse. Da kann die Schmause-Pause zwischendurch zum richtigen kleinen Event werden.

4. Sei gut ausgestattet

Beschäftigung ist das A und O. Gerade auf Reisen mit kleineren Kindern, die noch keine komplexen Spiele spielen können und die man auch nicht mit ungewöhnlichem Essen begeistern kann. Für Babys gehört das Lieblingsspielzeug deshalb unbedingt in greifbare Nähe – und nicht nach ganz unten in den schweren Koffer. Bei meinen Kindern war von Anfang an das Spiel-Zebra von Fisher-Price der Renner: Das rasselt und wackelt, ist bunt und bewegt sich, hat Greifringe und noch viel mehr zu entdecken. 

5. Sei nicht perfekt

Und zu guter Letzt ein Tipp, der wirklich von Herzen kommt: Stress dich nicht mehr als unbedingt nötig. Du musst bei einer sechsstündigen Bahnfahrt nicht die Mutter sein, die ihre Kinder ununterbrochen betüdelt, ihnen ein Buch nach dem anderen vorliest und in Flüsterstimme mit ihnen redet. Weder du noch deine Kinder müssen den anderen Reisenden irgendetwas beweisen. Wenn es dir alles zu viel und zu stressig wird, ist lautes Schimpfen genauso erlaubt wie ein kleines Naschi als Ablenkung. (Auch für die Eltern übrigens.) Und ja: Wenn alles nichts hilft, gucken auch meine Kinder auf langen Reisen "Feuerwehrmann Sam" oder "Paw Patrol" auf dem Tablet. (Und danach fangen wir wieder bei Punkt 1 auf dieser Liste an.)

Ich wünsche dir und deiner Familie einen wunderbaren Urlaub – und eine entspannte Reise dorthin!

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Unsere Autorin

Silke Schröckert

Silke Schröckert wollte Journalistin werden, seit sie im Alter von acht Jahren das erste Mal Lois Lane in "Superman" gesehen hatte. Mit 23 wurde sie Chefredakteurin eines Kinderzeitschriftenverlages.

Heute ist Silke spezialisiert auf Familienthemen und textet für Kinder- und Comic-Magazine. Das freut vor allem Sohn Tom und Tochter Mina. Auf ihrer eigenen Seite schreibt sie für die Generation Großeltern. Bei wireltern.de nimmt sie sich aktuellen Themen aus Sicht einer Zweifach-Mama an.

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