Den richtigen Autositz finden

Sind mitwachsende Kindersitze sinnvoll?

Einer für alle, alles in einem? Mitwachsende Kindersitze begleiten den Nachwuchs teils vom ersten bis zum zwölften Lebensjahr. Das ist durchaus sinnvoll – aber nicht immer.

Mitwachsende Kindersitze der Gruppe 1,2 und 3 sind für viele Eltern und Großeltern ein Segen: Sie decken die größtmögliche Gewichts-, Alters- und Größenspanne aller Kinderrückhaltesysteme ab und liegen preislich in einem vergleichsweise moderaten Bereich. Einmal gekauft, hält das gute Stück im besten Fall vom ersten bis zum zwölften Lebensjahr. Eine Anschaffung fürs (Kinder-)Leben. Gute Pflege vorausgesetzt.

9 bis 36 Kilogramm Gewicht, 75 cm bis 1,50 Meter Körpergröße – der Einsatzbereich ist riesig, Qualität und Sicherheit überzeugen regelmäßig in ADAC-Tests. "Kombisitze sind vor allem dann interessant, wenn man regelmäßig Kinder befördert, die unterschiedlich alt und groß sind", sagt Andreas Ratzek, Kindersitztest-Koordinator des ADAC. "Großeltern zum Beispiel, die mal ihren dreijährigen, mal den achtjährigen Enkel mitnehmen, haben so mit nur einem Kindersitz immer die richtige Größe an Bord."

Der Autositz muss zum Kind passen, nicht zur Normgruppe

Erste Wahl sind in diesem Fall Kombisitze mit einem Fangkörper. Der hält Kinder der Gruppe 1 (etwa 1 bis 4,5 Jahre, 9 bis 18 kg) vergleichbar sicher wie ein 5-Punkt-Gurt – und erspart einem die meist zeitaufwendige Abrüstung des sitzeigenen Hosenträgergurtsystems für die älteren, größeren Kinder (Gruppe 2/3), die mit dem Fahrzeuggurt gesichert werden müssen. Wer es einmal ausprobiert hat, der weiß: Fangkörper in Position bringen oder rausnehmen dauert nur eine Sekunde, 5-Punkt-Gurt aus- und wieder einbauen erfordert deutlich mehr Zeit und Geschick. Und fast immer einen tiefen Blick in die Bedienungsanleitung. 

 

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Ein mitwachsender Kindersitz macht über die Jahre viel mit

Letztlich müssen die Eltern sich entscheiden: Wollen sie nach der obligatorischen Babyschale (Gruppe 0+) für jede Altersgruppe einen spezifischen Sitz? Dann müssen sie sich auf kontinuierliche Ausgaben einstellen, haben aber immer neueste Technik an Bord und "frische" Sitze. Oder hegen und pflegen sie lieber ein "Lifetime"-Modell, also einen mitwachsenden Kindersitz?

"Man darf nicht vergessen: So ein Kindersitz macht auf Dauer ganz schön was durch", sagt ADAC-Ingenieur Ratzek. Die Bezüge verschleißen, die Polsterung gibt nach. "Insoweit ist unser Tipp in der Regel: Reiner Gruppe-1-Sitz und dann ein mitwachsender Gruppe-2/3-Sitz." Damit sind Eltern und Nachwuchs immer auf der sicheren Seite. Korrekter Einbau vorausgesetzt.

Wichtig: Der richtige Einbau laut EU-Sicherheits-Verordnung 

ECE R 44/04 und ECE R 44/03 – diese beiden Prüfnormen entscheiden über Sein oder Nicht-Sein bei Kindersitzen und Babyschalen, sofern sie nicht nach ECE R 129/00 (i-Size) zertifiziert sind. Rückhaltesysteme mit der Prüfnummer 44/01 oder 44/02 sind nicht mehr zulässig und dürfen daher weder verwendet noch verkauft werden – und das bereits seit April 2008! Also Finger weg vom vererbten Drei-Generationen-Lottersitz ("Der tut es doch noch") – und schleunigst auf den Müll mit den alten Teilen!

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