Schwingt euch in den Sattel

Fahrrad-Check: So wird euer Rad fit für den Frühling

Der Frühling steht vor der Tür. Der perfekte Zeitpunkt für einen Fahrrad-Check. Wir haben bei einem Experten nachgefragt, worauf man achten sollte.

Experten-Bild

Unser Experte

Willi Wigger ist Fahrradverkäufer bei "re.cycle der soziale Fahrradladen" in Hamburg.

Mehr Infos unter zukunftarbeit-hamburg.de

Lieber Herr Wigger, worauf müssen wir achten, wenn wir die Fahrräder nach dem Winter wieder aus dem Keller holen?

Unbedingt den Luftdruck kontrollieren: Die Reifen müssen aufgepumpt werden. Reifen verlieren immer Luft, auch wenn sie nur stehen. Der Sattel ist optimal eingestellt, wenn das Kind mit den Zehenspitzen den Boden berührt. Man sollte sich aber auch auf das jeweilige Fahrrad einstellen. Es muss nicht alles optimiert sein. Praktischer Test: sich auf das Rad setzen und in geräuscharmer Umgebung einfach bergab rollen, ohne zu treten. Dabei auf Geräusche achten. Wenn etwas schleift, klappert oder quietscht, muss man genauer hinsehen.

Was ist mit der Kette?

Um sie zu reinigen, dreht man das Fahrrad um und stellt es auf Lenker und Sattel. Am besten verwendet man eine Drahtbürste, aber auch eine ausgediente Haushaltsbürste erfüllt ihren Zweck. Damit entfernt man den Schmutz. Kinder können hier super mithelfen. Einfach die Bürste auf die Kette halten und durchlaufen lassen. Anschließend Fett – nicht zu viel – auftragen und dabei wieder das Rad laufen lassen. Zum Schluss das überschüssige Fett mit einem trockenen Tuch großzügig abnehmen.

Und sonst noch?

Am stehenden Fahrrad einmal seitlich wackeln, um festzustellen, ob die Räder fest sitzen. Alle Schrauben sollten kontrolliert und bei Bedarf nachgezogen werden. Auch hier legen die Kinder gerne selbst Hand an, das sollte dann aber ein Erwachsener kontrollieren. Und die Klingel sollte funktionieren.

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Wie sieht es mit einer Gangschaltung und Licht aus?

Kleinkinder brauchen noch keine Gangschaltung. Ab etwa fünf bis sechs Jahren und einer Radgröße von 20 Zoll und vor allem für längere Strecken freuen sich Mädchen über drei, Jungs durchaus auch über sieben Gänge. Eine Kettenschaltung muss regelmäßig gewartet werden, am besten vom Fachhändler. Eine Nabenschaltung ist da pflegeleichter.

Für das Licht empfehle ich einen Nabendynamo. Aufladbare Lichtsets zum Anstecken tun es aber auch. Man darf dann nur nicht vergessen, sie immer mitzunehmen.

Gibt es noch weitere Tipps für den Umgang mit Kinderfahrrädern?

Das Motto "Kauf billig, zahl doppelt" ist hier wirklich zutreffend. Billige Fahrräder werden schnell teuer in der Reparatur. Ich empfehle, lieber gleich am Anfang etwas mehr Geld in die Hand zu nehmen. Ein Kinderrad sollte leicht sein, dann lässt es sich auch leicht fahren. Leider sind leichte Räder oft teurer, aber es lohnt sich. Mit einem guten Rad können und wollen oft schon kleine Kinder Strecken von einigen Kilometern zurücklegen.

Kinderfahrräder haben übrigens einen guten Wiederverkaufswert – im Bekanntenkreis, über Ebay Kleinanzeigen oder eventuell im Fahrradladen beim Kauf eines neuen Rades. Bitte kommt nicht erst einen Tag vor der Radfahrprüfung zur Inspektion in den Fahrradladen. So schnell können wir da auch nicht immer etwas machen.

Und bitte fahrt eure Kinder nicht mit dem Auto bis vor die Schule. Dieses Verkehrschaos ist überflüssig und gefährlich.

Autorin: Irlana Nörtemann

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