Die Favoriten unserer Redaktion

Deutschlands schönste Inseln

Warum in die Ferne schweifen ... Nie zuvor haben mehr Deutsche im eigenen Land Urlaub gemacht. Wir aus der Redaktion verraten euch unsere liebsten Alternativen zu Mallorca, Ibiza und Co.

Fehmarn: das Kalifornien Deutschlands

Jana: Kalt, aber super schön und sonnig – so habe ich meinen Fehmarn-Besuch im März vor drei Jahren in Erinnerung. Damals war ich schwanger, nun will ich unbedingt noch einmal mit meinem Mann und meinem Sohn (3) dorthin. Am liebsten im Sommer, um ein paar der rund 2.200 Sonnenstun- den im Jahr aufzusaugen. Schon die Anfahrt über die imposante Fehmarnsundbrücke, die plötzlich in der Ferne auftaucht und dann immer näher rückt, ist ein Highlight. Vor Ort gibt es dann nicht weniger als 20 Strände – vom steinigen Naturstrand bis hin zum feinsandigen Sandstrand. Der wohl beliebteste Strand auf Fehmarn ist der Südstrand bei Burgtiefe.
Kein Wunder: Feiner, weißer Sand zieht sich über eine Länge von drei Kilometern und lädt zum Relaxen, Buddeln und Baden ein. Das Meer fällt hier schön ach ab, weshalb sich viele Familien mit Kindern am Strand tummeln.

Mein Geheimtipp: einen "Sundowner" für Mama und Papa in der 360-Grad-Bar mit Rundumblick über die Ostsee, während das Kind zufrieden im Sand spielt. Also, ich könnte jetzt direkt losfahren ...

Sylt: die schickste Insel

Jan: In den letzten 48 Jahren gab es vermutlich kein Jahr, in dem ich nicht hier war. Meine Kindheitserinnerungen erzählen von breiten (wie ich inzwischen weiß: 40 km langen!), schönen, weißen Sandstränden rund um die Westseite, einer Brandung, gegen die jedes Wellenbad einpacken kann, riesige Dünenlandschaften und unglaublich leckeren Fischbrötchen bei Gosch in List. Bei meinen drei Kindern wird das nicht anders sein – auch sie sind jedes Jahr auf Sylt und so viel hat sich gar nicht verändert in fast fünf Jahrzehnten. Wir gehen immer noch an den Strand, bevorzugt an die legendäre Buhne 16. Dort findet man heute auch Beachball- und Volleyball-Felder, Familien mit und ohne Hund, fangfrische Makrelen, Eis für die Kinder, guten Rosé für die Erwachsenen – aber kaum mehr FKK. Ist mal kein Strandwetter, lieben meine Kinder den kleinen familiengeführten Tierpark in Tinnum oder einen Spaziergang am Morsum Kliff – ein einzigartiges Naturschutzgebiet. Ganz im Norden liegt der Ellenbogen. An der Inselspitze befinden sich die Kite-Spots. Schon Kinder ab zehn Jahren lernen hier, die Drachen zu zähmen.

Mein Geheimtipp: abends am Strand essen. Am liebsten im "L.A. Sylt" (Lister Austernperle) oder im "Kap Horn", das seinen Namen nicht aus Afrika, sondern von seinem Betreiber Lars Horn bekommen hat.

Rügen: die größte Insel

Svjetlana: Rügen ist für uns DIE Insel der Superlative: vielseitig, traumhaft schön und groß. Über 60 Kilometer erstrecken sich die feinen Sandstrände. Nationalparks laden zum Erkunden ein, alte Fischerdörfer zum Schwelgen und Verweilen. Bekannt ist Rügen aber vor allem durch die beeindruckenden Kreidefelsen im Nationalpark Jasmund, die mit ihren Buchenwäldern seit 2011 zum Unesco Weltnaturerbe gehören. Blickt man, auf den Kreidefelsen stehend, auf das grünblau schimmernde Meer in der Tiefe, hat man das Gefühl, weit weg zu sein, nicht "nur" an der Ostsee. Vor allem im Herbst kann man wunderbar durch die Natur wandern, Nationalparks, Sehenswürdigkeiten und andere Orte besuchen. Erstaunlicherweise machten sogar unsere Teenie-Töchter gerne mit. Für Familien mit kleinen Kindern gibt es lange Strände zum Sandburgenbauen und Baden. Die Dampflok "Der rasende Roland" fährt zwischen den Seebädern. Der Erlebnispark "Karls Erdbeerhof" in Zirkow.bietet Streichelgehege, Maislabyrinth und Kartoffelsack-Rutsche.

Mein Geheimtipp: die idyllischen Fischerdörfchen Vitt auf der Halbinsel Wittow und Klein Zicker auf der Halbinsel Mönchgut. Von hier sind wir zum Zicker Berg gewandert, wo wir einen fantastischen Blick über die hügelige Halbinsel und weite Teile Süd-Rügens genießen konnten – und das fast allein ohne andere Touristen.

Langoog: die kinderfreundlichste Insel

Anja: Langegoog ist eine ostfriesische auto- freie(!) Insel im Nationalpark "Niedersächsisches Wattenmeer". Das Wahrzeichen ist der Langeooger Wasserturm aus dem Jahre 1909. Hier ndet man die 20 Meter hohe Aussichtsdüne "Melkhörn", sie ist eine der höchsten Erhebungen Ostfrieslands. Auf dieser Insel kann man tolle Wattwanderungen machen. Das geht schon mit speziellen Familienwattführungen ab drei Jahren und ist ein tolles Erlebnis. Klein und Groß freuen sich auch über das Meerwasser-Wellenbad mit Sauna in der Kurstraße. Aber am tollsten ist es in Langeoog am Strand. Hier findet man Muscheln, Seesterne und Wattwürmer. Man schwimmt, kitet, surft oder geht spazieren. Naturpfade gibt's überall, aber besonders schöne findet ihr an den Strandabschnitten "Flinthörn" und "Ostende". Wer will, macht eine Kutter- oder Ausflugsfahrt zu den Nachbarinseln. Pferdefreude können in den Dünen oder am Strand reiten. Langeoog ist zu jeder Jahreszeit schön!

Mein Geheimtipp: das Dünensingen, alle sind willkommen. Dazu trifft man sich dienstags um 20 Uhr im Dünental am Wasserturm.

Mainau: die blumenreichste und südlichste Insel

Ralf: Wer denkt, schöne Inseln gibt es in Deutschland nur an der Ost- oder Nordsee, der sollte auch mal in den Süden schauen. Am Bodensee liegt eine besondere Insel, die mit viel Liebe gehegt und gepflegt wird: die Blumen- und Erlebnisinsel Mainau. Sehr viel Schönes fürs Auge, eine unglaubliche Blumen- und Pflanzenvielfalt (über die sich vor allem meine Frau freut) mit einem tollen See-Panorama. Zugegebenermaßen muss man dafür Eintritt bezahlen, aber das lohnt sich. Meine Kinder sind von den vielfältigen Spielmöglichkeiten begeistert. Vor allem der Wasserspielplatz hat es ihnen angetan. So viele Schmetterlinge auf einmal sieht man wohl auch nur dort im Schmetterlingshaus. Staunend stehen unsere Kids später vor überlebensgroßen Figuren aus Blumen. Ein Tagesausflug mit der Familie wird auf jeden Fall zu einem unvergesslichen Tag.

Mein Geheimtipp: Direkt am Mainau-Bauernhof befindet sich eine Vogelstation, in der heimische Vögel liebevoll ausgestellt sind. Dort kann man per Knopfdruck den verschiedenen Vögeln lauschen und Vogelstimmen bestimmen. Und: In diesem Jahr wurde zum 25. Jubiläum des Kultspiels "Die Siedler von Catan" auf der Mainau ein überdimensionales "Catan"-Feld mit typischer Wabenstruktur eröffnet.

Amrum: die waldreichste Insel

Irlana: Amrum ist für mich jedes Mal etwas Besonderes: Auf dieser nordfriesischen Insel habe ich damals das erste Mal geküsst. Und beim letzten Mal, als ich dort war, vor ziemlich genau acht Jahren, war ich mit meinem Sohn schwanger. Obwohl das eine Weile her ist, wird es sicher nicht mein letzter Besuch auf Amrum gewesen sein. Was diese Insel, auf der man den ganzen Tag lang mit "Moin" begrüßt wird, familienfreundlich macht? Ein breiter Sandstrand, vor allem in Norddorf, eine Jugendherberge am Fähranleger in Wittdün sowie die Möglichkeit, Fahrräder (auch Tandems) auszuleihen. Und natürlich ganz viel Natur. Auf Holzbohlen läuft man durch Sanddünen und Wälder, zwischendurch locken ein Leuchtturmbesuch, ein Spielplatz und ein Eis (oder Fischbrötchen) – und vielleicht sichtet man sogar den ein oder anderen Seehund.

Mein Geheimtipp: unbedingt bei "Käpt’n Crêpes" in der Fußgängerzone in Norddorf vorbeischauen! (Zwischen Ostern und Ende Oktober.)

Föhr: die grünste Insel

Silke: Föhr ist die einzige Insel im Nationalpark Wattenmeer – und deshalb das Klassenfahrtziel Nr. 1 für Schleswig-Holsteinische Schulen. Da es auf Föhr nur eine Jugendherberge gibt (kein Wunder: mit Wyk gibt es ja auch nur eine einzige Stadt auf der ganzen Insel), haben wir norddeutschen Schüler der 80er und 90er vermutlich alle irgendwann einmal vor demselben kleinen Kiosk mit den kuriosen Öffnungszeiten gestanden und unsere letzten Pfennige für eine Schleckmuschel zusammenkratzt (aber bitte eine rote!). Dass die zweitgrößte deutsche Nordseeinsel mit weißem Sandstrand, den Leuchttürmen und einer beeindruckenden Vegetation (sie wird auch "grüne Insel" genannt) viel mehr zu bieten hat als Kiosk-Süßigkeiten und zugesteckte "Willst du mit mir gehen?"-Briefchen, habe ich erst Jahre später zu schätzen gelernt. Aber ganz ehrlich? Die wunderbare Kindheitserinnerung mit Schleckmuschel-Geschmack kann ohnehin nichts davon überbieten.

Mein Geheimtipp: Ein Besuch bei der Wrixumer Mühle, die seit dem 15. Jahrhundert mehrmals wieder neu aufgebaut wurde.

Leben & erziehen Abo + Geschenk

Dein Begleiter von der Schwangerschaft über die Geburt bis hin zum Alltag mit Kindern. Jetzt mit 25% Rabatt testen!

Teile diesen Artikel: