Das müsst ihr wissen

Fahrradanhänger: günstig versus teuer

Gerade bei Fahrradanhängern gibt es große Unterschiede – im Preis, aber auch in der Qualität. Hier einige Punkte als Entscheidungshilfe.

Eines der beliebtesten Transportmittel fürs Fahrrad ist der Fahrradanhänger. Das Angebot an Herstellern und Anbietern ist riesig – da kann man als Käufer schnell mal den Überblick verlieren. Ob es immer das teuerste Modell sein muss oder ob es auch ein günstiger Fahrradanhänger tut und was es beim Kauf zu beachten gilt, haben wir hier für euch zusammengestellt.

Was macht einen guten Fahrradanhänger aus?

Ein Kinderfahrradanhänger ist vor allem für längere Ausfahrten die komfortablere Alternative als beispielsweise ein Kinderfahrradsitz. Er bietet mehr Platz, der auch für Sandspielzeug oder Picknickutensilien ausreicht, aber auch der Fahrtkomfort macht ihn zu einem absoluten Liebling bei Familien.

Ein Kinderfahrradanhänger ist eine der alltagstauglichsten Alternativen, da er bei entsprechender Ausstattung vielseitig genutzt werden und oft auch den Kinderwagen ersetzen kann.

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Die wichtigsten Kaufkriterien auf einen Blick

  • Sicherheit
  • Qualität
  • Multifunktionalität
  • Federung
  • Preis-Leistungsverhältnis
  • Zubehör

Sicherheit ist das A & O bei einem Fahrradanhänger

Oberste Priorität beim Kauf hat die Sicherheit. Nicht nur der Fahrer sollte sich sicher fühlen, sondern auch die Sicherheit der Kinder muss gewährleistet sein. Nur so können alle Familienmitglieder gemeinsame Fahrradtouren bedenkenlos genießen.

Neben einer hochwertigen Verarbeitung der verwendeten Materialien gehört auch ein sicheres Gurtsystem zu den obersten Sicherheitskriterien. Ein hochwertiger Kinderfahrradanhänger sollte zumindest über ein Drei-Punkt-System verfügen, idealerweise ist es aber ein Fünf-Punkt-Gurtsystem, da dieses nicht nur den Schulterbereich absichert, sondern den gesamten Körper quasi "über Kreuz" umschließt.

Das Gurtsystem sollte unbedingt weich gepolstert sein, damit es für das Kind angenehm "sitzt". Außerdem sollte es sich nicht vom Kind öffnen und sich idealerweise unkompliziert an die Größe des Insassen anpassen lassen.

Qualität beim Fahrradanhänger – Gutes kann auch günstig sein, oder?

"Gutes muss nicht immer teuer sein", heißt es. Bei Kinderfahrradanhängern geht die Tendenz allerdings in der Praxis doch eher in diese Richtung. Gerade bei der Qualität sollte man genau hinschauen, da hier die Unterschiede bei den verschiedenen Modellen teilweise gravierend sind.

Hinsichtlich der Lebensdauer sind die verwendeten Materialien und deren Verarbeitung ein wichtiges Entscheidungsmerkmal. Entsprechende Qualität hat oft ihren Preis, was sich jedoch langfristig gesehen bei Fahrradanhängern definitiv lohnt. So kann man in der Regel teure und hochwertige Anhänger (z. B. von Thule oder Croozer) später auch noch zu einem vernünftigen Preis weiterverkaufen.

Ein Tüv- bzw. GS-Zeichen bestätigt, dass der Anhänger wichtige Sicherheitskriterien erfüllt. Beim Material sollte man unbedingt auf eine möglichst schadstofffreie Verarbeitung achten – während der Fahrt sieht man schließlich nicht, was die Kinder im Anhänger machen. Da kann auch mal ein Gurt in den Mund geraten und sollte daher schadstofffrei sein.

Beim Thema Schadstoffe gehen die Meinungen allerdings auseinander. Stiftung Warentest setzt bei den Tests Fahrradanhänger mit Spielzeug gleich: Ein Vergleich, der in der Praxis bei den Herstellern auf Unverständnis trifft. Das ist ein Stück weit nachvollziehbar, da bei Geräten, die im Straßenverkehr eingesetzt werden, oft ein anderer Fokus gilt als bei Spielzeug. Nicht immer ist es leicht (und zum selben Preis) möglich, technisch-funktionale Ansprüche schadstofffrei umzusetzen. Dennoch wollen Eltern ihre Babys und Kinder natürlich bedenkenlos transportieren können und legen daher Wert auf schadstofffreie Materialien.

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Viele Funktionen in einem Gerät

Ein wesentliches Kaufkriterium ist unter anderem auch der Haupteinsatzzweck des Fahrradanhängers: Wollt ihr ihn "nur" fürs Radfahren nutzen oder auch als Buggy und/oder Jogger eingesetzen?

Preislich ist hier bei den meisten Herstellern ein großer Unterschied zu erkennen, da die Wenigsten eine Jogger-Ausstattung im Standardlieferumfang enthalten haben und man diese meist als Zusatzausstattung zukaufen muss. Achtet auf jeden Fall darauf, dass bei Bedarf die jeweilige Funktion als Erweiterung vorhanden ist.

Eine weitere Frage, die man vorab klären sollte, ist die Kapazität: Wie viele Kinder wollt ihr mit dem Kinderfahrradanhänger transportieren? Sofern ein zweites Kind in absehbarer Zeit geplant ist, ist es aus kostentechnischen Gründen wesentlich sinnvoller, gleich ein Zweisitzer-Modell zu kaufen.

Meist ist der Aufpreis für einen Zweisitzer gar nicht so hoch. Viel teurer ist es hingegen, später auf einen neuen Anhänger mit mehr Platz umsteigen zu müssen.

Federung

Für sportlich aktive Eltern ist eine hochwertige Federung mit Sicherheit ein wesentliches Kaufkriterium. Es gibt auch hinsichtlich dieses Merkmals deutliche Unterschiede, die sich besonders bei den günstigeren Modellen bemerkbar machen.

Der Aufpreis für eine Federung hängt maßgeblich von den geplanten Routen ab: Wer lieber ebene Strecken bevorzugt, braucht beispielsweise nicht zwingend eine Federung, die sich vollautomatisch auf das Gewicht anpasst. Wer hingegen tendenziell viel fährt und gerne auch mal abseits von asphaltierten Straßen unterwegs ist, der sollte auf jeden Fall in einen Anhänger mit entsprechender Federung investieren!

Ein Tipp an diese Stelle: Lieber den Reifendruck etwas niedriger halten. Das führt selbst bei nicht-gefederten Modellen zu einer sanfteren Fahrt.

Preis-Leistungsverhältnis und Zusatzausstattung

Während bei einigen Modellen die im Standardpreis enthaltene Grundausstattung vielfältig ist, gibt es auf der anderen Seite Produkte, bei denen jegliches Zubehör separat erworben werden muss. Dies hängt meist von der jeweiligen Marke, aber auch vom Shop ab. Ein Vergleich lohnt sich vor dem Kauf also in jedem Fall!

Tipp: Ähnlich wie beim Autokauf kann man vor Ort oft noch etwas feilschen und versuchen, die eine oder andere Zusatzausstattung ohne Aufpreis abzustauben.

Beispiel: bei den meisten Anbietern muss man einen Witterungsschutz zusätzlich zahlen – allerdings ist dies mit Sicherheit eine der sinnvollsten Investitionen, da man nie wissen kann, wann das Wetter umschlägt und welchen Eventualitäten man gerade bei längeren Touren ausgesetzt sein könnte.

Wichtig beim Kauf eines Kinderanhängers ist auch das Alter der mitfahrenden Kinder. Gerade Babys im Alter bis zu einem Jahr benötigen für die Fahrt noch eine entsprechende Transport-Vorrichtung, entweder eine Babyschale oder Hängematte.

Diese gibt es bei allen Herstellern als Zusatzausstattung zu erwerben. Wollt ihr ein Baby transportieren, solltet ihr das unbedingt machen, da nur so die noch empfindliche Wirbelsäule entsprechend geschützt und gestützt wird. Meist lohnt sich außerdem die Investition in Nackenstütze und Sitzverkleinerer. So haben es die Kleinen deutlich gemütlicher, wenn sie für den Sitz noch etwas zu klein sind.

Sonstiges/Zubehör

Was mitunter auch in die Kaufentscheidung miteinfließt, ist die möglichst einfache Handhabung. Der Kinderfahrradanhänger sollte geräumig, aber doch platzsparend im Transport zum Beispiel auf Reisen sein. Das heißt, die Umfunktionierung in einen anderen Modus sollte möglichst einfach vonstattengehen und der Anhänger sollte sich auf ein möglichst kleines Packmaß falten lassen.  

Das Eigengewicht spielt beim Kauf ebenfalls eine wesentliche Rolle – manche Anhänger sind federleicht, andere wiederum sperrig und schwer. In der Praxis macht sich jedes zusätzliche Kilogramm auf Dauer in den Beinen bemerkbar!

Fazit

Je flexibler, sportlicher und häufiger ihr den Kinderfahrradanhänger einsetzen wollt, desto eher solltet ihr auf ein hochwertiges Modell setzen, auch wenn der Griff in die Geldbörse dafür tiefer sein muss.

Die Vielseitigkeit bei den Einsatzmöglichkeiten und die Lebensdauer sind wesentliche Indikatoren und kompensieren oft den etwas höheren Preis. Bei kaum einem anderen Produkt trifft das Sprichwort "Wer billig kauft, kauft zweimal" besser zu als bei einem Kinderfahrradanhänger.

Gastautor: Gerald Bacher, Betreiber des Online-Fahrradmagazins zweiradkraft.com

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