Achsensee

Familienurlaub am Achensee

Das größte Glück dieser Erde liegt auf dem Rücken der Pferde. Das sieht
zumindest der kleine Finn (1,5 Jahre) auf der Familienreise an den Tiroler Achensee so.

Ein paar Reihen hinter uns schreit ein Baby. Nach der Landung an der Gepäckausgabe das gleiche Spiel. Marc und ich werfen uns einen vielsagenden Blick zu: „Zum Glück ist das nicht unseres.“ Beim Abendessen im österreichischen „Sporthotel Achensee“ sind wir dann dran. Nach einem nur halbstündigen Nickerchen im Flugzeug ist unser Sohn Finn (1,5) den ganzen Tag wach geblieben. Nun – beim vermeintlich entspannten Fondueessen – bekommen wir die Quittung. Der Kleine isst noch nicht mal seine sonst heißgeliebten Nudeln. 

Treppenfreuden

Stattdessen quakt er und drängt uns, mit ihm die Treppen hoch- und runterzulaufen. Verständlich, denn anders als zu Hause gibt es hier ein Kindergeländer auf der für ihn perfekten Höhe. Noch dazu ist es mit Bildchen von Blume, Stern, Schmetterling, Schnecke, Raupe, Teddy und Blatt verziert. Und einen offenen Kamin haben wir zu Hause auch nicht ...

Der nächste Tag

Er macht ein ernstes Gesicht. Kerzengerade sitzt er auf einem schwarzen, felligen, schaukelnden Etwas. Stolz sieht er aus. Finn reitet zum ersten Mal auf einem Pferd – oder besser gesagt, auf dem Islandpony namens Blacky. Jetzt ist er hier in Österreich richtig angekommen – und gespannt auf neue Abenteuer. „Sobald die Kinder sitzen können, ist das Reiten keine Frage des Alters, sondern eine Frage des Mutes“, stellt Reitlehrer Oliver klar. „Ich habe schon Fünfjährige erlebt, die sich geweigert haben aufzusteigen und Einjährige, die geschrien haben, als sie wieder runter sollten.“ Der aus Norddeutschland stammende Oliver arbeitet seit sieben Jahren im hoteleigenen Reitstall „Pferderücken“. „Im Winter machen wir Pferdeschlittenfahrten immer – ein großes Ereignis.“ Heute steht eine Hochzeitskutschfahrt an. Zwei Haflinger haben eine hübsch geflochtene Mähne, die festlich dekorierte Kutsche steht abfahrbereit vor dem Stall. „Kinder ab sechs Jahren lernen bei uns Pferde- und Stallpflege und nehmen Reitunterricht. Je nach Wunsch individuell oder in der Gruppe“, berichtet Oliver. Auch Nicht-Hotelgäste sind hier willkommen. Blacky schnaubt. „Pppfff“, prustet Finn zurück. Zum Abschluss des 20-minütigen Ausritts verrät Oliver noch, dass jedes der Pferde „pro Tag etwa vier bis sechs Kilo Heu frisst“. Das ist halb so viel wie Finn wiegt.

Nichts für Fußfaule

„Tirol ist im Sommer  und im Winter eine Reise wert“, erzählt uns Wanderführer und Fitnesstrainer Mario vom Sporthotel auf der kleinkindgerechten „Panoramawanderung“. Von Achenkirch geht es auf einem breiten Schotterweg rund um das Tal herum – die Kleinkinder entweder im Buggy oder auf den Rücken geschnallt. Der vierjährige Timon läuft die kompletten anderthalb Stunden allein. Eine leichte Steigung führt vorbei am „Vorderunnütz“, einem gut 2.000 Meter hohem Berg. „So weit oben“, stellt Timon mit einem Blick ins Tal fest und wirft einen Stein in einen Bach. „Das ist eine von zwei Schmelzwasserschneisen, an denen wir vorbeikommen“, weiß Mario. „Da, da, da!“, höre ich es von meinem Rücken. Finn entdeckt am Wegesrand eine sich langsam fortbewegende Weinbergschnecke. Die hätte ich glatt übersehen. „Die landschaftlich noch attraktivere Tour über den Gaisalmsteig und nach Pertisau ist mit Kleinkindern nicht zu empfehlen. Zu schmal sind die Wege, zu steil die Abhänge“, warnt Mario. 

Schneebedeckte Gipfel

Doch wir Eltern werden für das Kraxeln belohnt. Während Finn im Miniclub, der Kleinkindbetreuung des Hotels, bleibt, machen wir uns auf den Weg. Und tatsächlich: Je weiter wir nach oben kommen, desto atemberaubender ist die Sicht. Fast schon schluchtenartig fällt der Hang ab, und unten sehen wir den von Bergen mit schneebedeckten Gipfeln umgebenen Achensee. 

Tirols größter See

Mit seinen 23 Kilometern Umfang ist er der größte See Tirols. Einmal im Jahr gibt es den sogenannten „Achensee-Lauf“, der rundherum führt. Auch Wind- und Kite-surfer schätzen diese landschaftliche Perle. Fürs Baden wäre es allerdings zu kalt – der bis zu 133 Meter tiefe See hat selbst im Hochsommer höchstens 18 bis 20 Grad. „Da trauen sich nur Hartgesottene rein. Die Wasserqualität würde es allerdings locker hergeben“, bestätigt Mario. Schade, dass wir nicht länger bleiben und das selbst ausprobieren können.

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