Die besten Modelle im Überblick

Familienvans im Vergleich

Wer mit Kindern im Auto unterwegs ist, braucht vor allem eins: viel Platz. Den bieten die aktuellen Großraum- und Familienvans. Wir stellen die besten Kleinbusse für Familien vor.

Großraum-Vans sind nicht jedermanns Sache. Meist mehr als fünf Meter lang, auch ohne Spiegel fast zwei Meter breit (und mit Außenspiegeln, somit eigentlich nicht legal auf der linken Fahrspur in Autobahnbaustellen), recht großer Wendekreis, und mit mindestens zwei Tonnen Gewicht wahre Brocken, sind sie nicht so einfach zu fahren wie SUV oder PKW. Dagegen stehen aber die handfesten Vorteile von Familienbussen: viele Sitze, meistens Schiebetüren und fast immer sehr variable Gepäckräume.

Großraum-Vans im Vergleich

Zumindest die großen Hersteller haben einen Kleinbus oder Familienbus im Programm. Wir haben uns auf die Diesel-Einstiegsmodelle der vier großen deutschen Autobauer Mercedes, VW, Opel und Ford sowie auf zwei weitere Alternativen konzentriert und die Van-Modelle in den Vergleich genommen. Aber seid euch sicher: Günstig ist keiner der acht Raum-Riesen – und nur drei sind als Neuwagen für weniger als 30.000 Euro zu haben.

Der Klassenprimus: Mercedes V200 CDI

Der Viano ist von gestern, es lebe die V-Klasse: Mercedes ist beim brandneuen Nachfolger wieder zum alten Namen zurückgekehrt. Optisch sieht der V nun nicht mehr so aus wie ein typischer Lieferwagen – angenehm. Die Basis des 5,14 Meter langen Dickschiffes heißt V200 CDI. Er ist mit einem sparsamen 2,2-Liter-Vierzylinder-Dieselmotor bestückt, der 136 PS leistet und damit ein Top-Tempo von immerhin 183 km/h schafft. Drei Leistungsvarianten des gleichen Motors stehen zur Wahl, die stärkste mit 190 PS ist der V250 BlueTec. Der Preis beginnt mit dem V200 CDI bei teuren 42.899,50 Euro.

Serienmäßig gibt es dafür sechs Sitze (in drei Sitzreihen je zwei Einzelsitze). Immerhin sind die hinteren alle mit Isofix-Verankerungen ausgestattet. Wer im Familienbus zwei weitere Plätze für einen Achtsitzer benötigt, muss zu zwei Dreier-Sitzbänken greifen, was pro Stück 497,42 Euro Aufpreis kostet. Allerdings sind alle Sitze schnell auszubauen dank cleverem Schienensystem mit Schnellverriegelung.

Als einziges der sechs hier beschriebenen Modelle verkauft Mercedes seinen Basis-Großraum-Van (Kofferraumvolumen: 1.030 Liter) ohne Schiebetüren. Die kosten noch einmal 880,60 Euro Aufpreis – pro Stück.

Mercedes V200 CDI

  • Motor: Vierzylinder-Turbodiesel
  • Hubraum: 2.143 ccm
  • Leistung: 100 kW (136 PS)
  • Max. Drehmoment: 330 Nm
  • Getriebe: Sechsgang-Handschalter
  • Länge/Breite/Höhe: 5.140/1.928/1.880 mm
  • Gewicht: 2.075 Kilo
  • Radstand: 3.200 mm
  • Wendekreis: 11,8 Meter
  • Höchstgeschwindigkeit: 183 km/h.
  • Verbrauch kombiniert: 6,1 Liter
  • CO2-Ausstoß: 159 g/km
  • Preis: 42.899,50 Euro

Der Bewährte: VW Multivan Startline 2.0 TDI

Wer sich bei Großraum-Vans umsieht, kommt am berühmten VW Bulli nicht vorbei – heute heißt er vornehm "Multivan". Ausgereift ist er, gerne gesehen, sehr variabel und in nahezu unendlich vielen Varianten zu haben – mit Diesel- und Benzinmotor, als Handschalter oder mit Doppelkupplungs-Automatik, als Fronttriebler oder Allradler, mit langem oder kurzem Radstand etc.

Den Einstieg in den Familien-Bus bildet bei VW der Startline 2.0 TDI mit 84 PS. Das reicht für 146 km/h Spitze, was Kids nicht gerade aus den Sitzen reißt. Fünf Sitzplätze sind Serie, die hintere Dreiersitzbank mit zwei Isofix-Punkten ist verschiebbar. Optional kann man Einzelsitze statt der Bank ordern.

Eine Schiebetür mit Kindersicherung auf der rechten Seite wird bei diesem Familenvan grundsätzlich mitgeliefert. Nettes Detail: Ein Tisch darin, den man auch draußen benutzen kann. Wer auch auf der anderen Seite den Luxus einer Schiebetür haben möchte, zahlt 630,70 Euro extra. Und wer noch einen drauflegen will, gönnt sich automatische Schiebetüren für 1.255,45 Euro. Da muss man die Frage stellen, warum VW für die Kindersicherung von Türen und Klappen noch 24,99 Euro extra nimmt.

VW Multivan Startline 2.0 TDI

  • Motor: Vierzylinder-Turbodiesel
  • Hubraum: 1968 ccm
  • Leistung: 62 kW (84  PS)
  • Max. Drehmoment: 220 Nm
  • Getriebe: Fünfgang-Handschalter
  • Länge/Breite/Höhe: 4.892/1.904/1.990 mm
  • Gewicht: 2.045 Kilo (inkl. Fahrer)
  • Radstand: 3.000 mm
  • Höchstgeschwindigkeit: 146 km/h
  • Verbrauch kombiniert: 7,3 Liter
  • CO2-Ausstoß: 193 g/km
  • Preis: 31.945,55 Euro

Der Günstige: Opel Vivaro Combi 1.6 CDTI

Die Qual der Wahl in Sachen Motor fällt beim Großraum Van des deutschen General-Motors-Statthalters nicht so schwer: Opel bietet nur einen Dieselmotor für seinen Mini-Bus an, den dafür in vier Leistungsvarianten von 90 bis 140 PS. Auch die Abmessungen sind übersichtlich: Mit 4.998 Millimeter keine fünf Meter lang (und das trotz eines Radstandes von mehr als drei Metern), und das Gewicht bleibt mit 1.665 Kilo weit unter den zwei Tonnen oder mehr der Konkurrenz.

Der sparsame 90-PS-Diesel reicht, den Familien Bus auf 153 km/h zu beschleunigen, dafür wird sogar ein Sechsganggetriebe spendiert. Der Wendekreis ist mit 11,8 Meter nicht klein, aber gerade noch akzeptabel. Der Preis dagegen ist beim Van für die Familie Opel-typisch niedrig und erfreulich: Mit serienmäßig acht Sitzen (vorne zwei, danach zwei herausnehmbare Sitzbänke mit je drei Plätzen) und einer Schiebetür bezahlt der Kunde 25.485 Euro. Die äußeren Sitzplätze besitzen Isofix-Verankerungen, was die Mitnahme von vier Isofix-Kindersitzen ermöglicht.

Das Heck wird durch zwei Flügeltüren verriegelt, die Klappe nach oben kostet Aufpreis. Ebenso eine zweite Schiebetür (559,30 Euro), und wenn die auch noch ein Schiebefenster beinhalten soll, sind es bereits 725,90 Euro. Wem das alles nicht reicht, besorgt sich noch eine Doppelsitz-Beifahrerbank für 202,30 Euro und macht einen Neunsitzer aus seinem Vivaro.

Opel Vivaro Combi 1.6 CDTI

  • Motor: Vierzylinder-Turbodiesel
  • Hubraum: 1.598 ccm
  • Leistung: 66 kW (90 PS)
  • Max. Drehmoment: 260 Nm
  • Getriebe: Sechsgang-Handschalter
  • Länge/Breite/Höhe: 4.998/1.956/1.971 mm
  • Gewicht: 1.665 Kilo
  • Radstand: 3.098 mm
  • Höchstgeschwindigkeit: 153 km/h
  • Verbrauch kombiniert: 6,6 Liter
  • CO2-Ausstoß: 174 g/km
  • Preis: 25.485,00 Euro

Der Elektrische: Nissan e-NV200 Evalia

Nachhaltigkeit bei gleichzeitig diversen Sparmaßnahmen. Dafür steht der Nissan e-NV200 Evalia. Der Hersteller wirbt bei diesem Modell mit weniger Kraftstoff- und Wartungskosten und verweist dabei auf den verringerten CO2-Fußabdruck. Der Kleinbus ermöglicht Jahre voller emissionfreier Fahrten für die ganze Familie.

Bei der Anschaffung eines Elektroautos gibt es derzeit übrigens eine staatliche Bezuschussung von 2.000 Euro unter dem Namen "Umweltbonus". Nissan selbst erhöht hier noch einmal auf insgesamt 4.380 Euro. Bei einem Neuwagenpreis ab über 37.000 Euro kommt jedem potenziellen Käufer ein mittlerer vierstelliger Betrag natürlich gelegen.

Der Nissan Evalia steht also für die Zukunft benzin- und dieselfreier Modelle im Bereich der Familienvans. Nach wie vor ist der Absatz von Elektroautos in Deutschland ja eher gering – dafür verantwortlich sind die hohen Neupreise und die teils sehr kurzen Distanzen, die eine Batterie auf die Straße bringt. Dennoch bietet Nissan hier ein sehr geeignetes Modell in der guten Kombination Umweltschutz und Fahrvergnügen an.

Nissan e-NV200 Evalia

  • Motor: Elektro
  • Akku: 24 kW
  • Leistung: 80 kW (109 PS)
  • Max. Drehmoment: 254 Nm
  • Länge/Breite/Höhe: 4,56/1,76 (2,01 mit Spiegeln)/1,86m
  • Gewicht: 1.641 Kilo
  • Höchstgeschwindigkeit: 123 km/h
  • Verbrauch: 16,5 kWh pro 100 km
  • CO2-Ausstoß: –
  • Preis: ab 37.185 Euro

Der Praktische: Ford Tourneo Custom Trend 2.2 TDCI

Wer noch mehr als viel Platz braucht, sollte sich den Ford Tourneo Custom ansehen. Obwohl er "nur" knapp fünf Meter lang ist, wird er serienmäßig auch schon in der Basisausstattung "Trend" mit acht Sitzen ausgeliefert – neun sind dank optionaler Doppelbeifahrersitzbank möglich. Dazu kommt ein Kofferraum mit einem Volumen von mindestens 1.447 Litern, das sich auf gigantische 6.336 Liter ausbauen lässt. Die Platzverhältnisse sind möglich wegen des mächtigen Radstandes von 3,3 Metern. Weiterer Pluspunkt: ein Wendekreis von nur 10,9 Metern.

Das sind aber nicht die einzigen Vorteile: Schon die Basisvariante des Familien Bus besitzt zwei Schiebetüren, Isofix-Verankerungen sind eingebaut am linken und mittleren Sitz der zweiten Sitzreihe sowie am mittleren Sitz in der dritten Reihe. Die hinteren Sitzreihen bestehen jeweils aus einem Einzelsitz und einer Doppelsitzbank.

Mit seinem 2,2-Liter-Turbodiesel ist der Tourneo ausreichend motorisiert. Der Einstieg beginnt bei 100 PS. Die machen den Kleinbus für die Familie zwar nicht wirklich dynamisch, aber 147 km/h auf der Autobahn sind immerhin drin. Trotz eines Gewichts von 2,2 Tonnen gibt Ford einen kombinierten Verbrauch von nur 6,5 Litern Diesel an. Der Preis: mindestens 38.258 Euro – viel Geld für viel Auto.

Ford Tourneo Custom

  • Motor: Vierzylinder-Turbodiesel
  • Hubraum: 2.198 ccm
  • Leistung: 74 kW (100 PS)
  • Max. Drehmoment: 310 Nm
  • Getriebe: Sechsgang-Handschalter
  • Länge/Breite/Höhe: 4.972/1.986/1.984 mm
  • Gewicht: 2.195 Kilo (inkl. Fahrer)
  • Radstand: 3.300
  • Höchstgeschwindigkeit: 147 km/h
  • Verbrauch kombiniert: 6,5 Liter
  • CO2-Ausstoß: 172 g/km
  • Preis: 38.258,50 Euro

Der Allrounder: Citroën Berlingo PureTech 110

Modularität heißt das Zauberwort beim Berlingo. Der französische Hersteller Citroën setzt bei den modernen Versionen seines Klassikers auf Geräumigkeit und niedrigen Verbrauch. Mit 110 PS ist die PureTech-110-Variante des Citroën Berlingo echt kein Leistungsmonster, doch darauf kommt es bei dem grundsoliden und vielseitigen Familienvan nunmal auch nicht an.

Auch der CO2 -Ausstoß ist mit 122 mg verhältnismäßig gering, also ein umweltschonendes Modell. Zudem bietet der Berlingo erstaunlich viel Stauraum und wirklich mondernstes Design. Auch das Multifunktionsdach mit dem Namen Modutop sticht ins Auge. Der Preis: mittelprächtig. Ab 24.640 Euro ist der Berlingo zu haben. Wir können allerdings festhalten: Wer sich für den Citroën entscheidet, holt sich einen rundum gelungenen und universell einsetzbaren Familien Van in die Garage.

Citroën Berlingo PureTech 110

  • Motor: Benziner (n. Variante)
  • Getriebe: Schaltgetriebe
  • Leistung: 81 kW (110 PS)
  • Max. Drehmoment: 205 Nm
  • Länge/Breite/Höhe: 4,4/2,1/1,84m
  • Gewicht: 1.505 Kilo
  • Höchstgeschwindigkeit: 174 km/h
  • Verbrauch: 5,3 Liter
  • CO2-Ausstoß: 122 g/km
  • Preis: ab 24.640 Euro

Autoren: Roland Löwisch, Martin Piecha, Christian Personn

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