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Winterurlaub im Berner Oberland

Gipfeltreffen im Haslital

Das Haslital liegt im Herzen der Schweiz – eingebettet zwischen den Alpenpässen Susten, Grimsel und Brünig. Familien begegnen dort nicht nur idealen Wintersportbedingungen, sondern auch außergewöhnlichen Persönlichkeiten.

Die Trommeln geben den Takt vor. „Tak-tak-tak-tak tak-tak-tak.“ Fast mechanisch schlagen die maskierten Gestalten auf die Trommeln, die sie vor ihrem Bauch herwuchten, und schaukeln synchron von rechts nach links. In den monotonen Rhythmus mischt sich helles Geschepper. Das stammt von den Glocken, die manche Verkleidungskünstler schwingen.

Der Klang-Cocktail zieht Oliver (6) und Svea (4) in seinen Bann. Mit Spannung verfolgen die Geschwister und ihre Eltern, wie sich der Kostümtross im Gleichschritt durch das Hirschengässli schiebt. „Tak-tak-tak-tak tak-tak-tak.“ Immer wieder.

Remmidemmi gegen Gespenster

Es ist „Übersitz“ in Meiringen, eine der sechs Gemeinden des Haslitals. Der Übersitz ist der letzte Arbeitstag des Jahres – und der Höhepunkt der Trychelwoche, die dort zwischen Weihnachten und Silvester stattfindet. An diesem Tag – oder besser: in dieser Nacht – treffen sich alle Trychelzüge, die während dieser Woche durch die umliegenden Dörfer gezogen sind, um kostümiert mit Trommeln, Glocken und Trycheln – leichtgewichtige Verwandte der Glocken – böse Geister zu vertreiben. Dieser traditionelle Brauch ist typisch für den nördlichen Alpenraum. Und: ein Erlebnis, das sich Familien nicht entgehen lassen sollten, wenn sie ihren Urlaub im Haslital verbringen.

„Dem da ist schlecht“, sagt Svea, und zeigt auf ein Wesen mit grünem Gesicht. „Du wärst bestimmt auch grün im Gesicht, wenn du die ganze Zeit so hin und her schaukeln würdest“, antwortet Oliver. Dem grünen Männchen folgen allerlei gruselige Kreaturen – Teufel, Hexen und ein Wesen in weißem Pelzgewand mit spitzen Hörnern, das Rauchschwaden in die Nacht pustet.

Ein willkommener Spezialeffekt, der sich – na klar – mit den klirrend-kalten Temperaturen erklären lässt. Und: der hervorragend zu dieser schaurig-schönen Atmosphäre inmitten einer Bergkulisse passt, die man nur schemenhaft erkennt. Die tatsächlichen Dimensionen der Berge begreift man erst, wenn die Sonne aufgeht.

Pistenpläschär pur

„Pläschär“ – „Spaß“ – haben Mutter Juliane und Vater Horst noch keinen, als sie das schrille Klingeln des Weckers morgens um sieben aus dem Schlaf reißt und Svea erbarmungslos in ihr Schlafzimmer poltert: „Aufsteeeen! Wir wollen doch ins Schiiiiihäsliiiiiiilaaand!“, brüllt sie. „Skihäsliland“, grummelt Horst ins Kissen. Wenn es ums Skifahren geht, kennt Svea kein Pardon. Nicht eine Minute länger gönnt sie ihren Eltern im kuschelig-warmen Bett. Zeit für ein Frühstück muss dennoch sein – so ein Tag auf der Piste ist schließlich anstrengend.

Das Skihäslitaxi – das Shuttle – bringt die Familie anschließend von Hasliberg Wasserwendi ins Skihäsliland in Bidmi. Das liegt im Wintersportgebiet Meiringen-Hasliberg und ist – wie der Name vermuten lässt – die erste Anlaufstelle für Skianfänger wie Svea und Oliver. Dort lernen sie unter fachkundiger Anleitung, wie man die Berge sicher auf zwei Brettern erobert. Profi-Skihasen können sich währenddessen auf 60 Pistenkilometern unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade austoben.

Horst und Juliane tun genau das und  genießen den kinderfreien Vormittag. Ein Schlepplift bringt sie von der Mägisalp zum „Alpen tower“ – Panoramarestaurant und mit 2.250 Metern höchstgelegener Treffpunkt im Skigebiet. Der Himmel ist strahlend blau und zum Greifen nahe. Wie Mönch, Eiger und 400 andere Gipfel. Das gleißende Sonnenlicht schmerzt in den Augen, wenn man die Skibrille absetzt. Immerhin  spendet es angenehme Wärme. Stille. Tief durchatmen und die Berge auf sich wirken lassen. Dann geht es abwärts.

Auf Sherlock Holmes Spuren

Natürlich herrscht in den Bergen nicht immer Kaiserwetter. Zum Leidwesen von Svea und Oliver. Heftiges Schneetreiben macht dem Skivergnügen am letzten Urlaubstag einen Strich durch die Rechnung – und sorgt bei den Geschwistern für lange Gesichter. Aber: Ihre Eltern sind auf den Worst Case vorbereitet. Ihr Ass im Ärmel: Das Sherlock Holmes Museum, das anlässlich des 100. Todestages des Meisterdetektivs in Meiringen eröffnet wurde.

Was Sherlock Holmes mit dem Haslital zu tun hat? Der Romanheld aus Sir Arthur Conan Doyles Kriminalgeschichten fand in den Reichenbachfällen in Meiringen den Tod, nachdem er sich dort mit seinem Erzfeind Professor Moriarty einen Kampf geliefert hatte und von den herabstürzenden Wassermassen in die Tiefe gerissen wurde. Spannender Stoff also. Oliver, Svea und ihre Eltern nehmen die Fährte auf ...

Wo, wie, was - Tipps & Infos zum Haslital

Feriendestination Haslital: www.haslital.ch

Skigebiet/Skipass: www.meiringen-hasliberg.ch

Schweizer Schneesportschule: www.skischule-hasliberg.ch

Sherlock Holmes Museum: www.sherlockholmes.ch

 

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