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Tipps zu Kauf und Handling

Mit dem Fahrradanhänger sicher unterwegs

Komfort, Sicherheit und Fahrspaß für die ganze Familie – Fahrradanhänger für Kinder werden immer beliebter. Sogar Babys können darin schon gut geschützt mitgenommen werden. Was einen guten Fahrradanhänger auszeichnet und worauf Eltern in Sachen Sicherheit achten sollten.

Wenn die lieben Kleinen selbst noch nicht in die Pedale treten können, fahren sie ganz einfach bei Mama oder Papa im Fahrradanhänger mit. Diese "Kindertaxis" sind nicht nur unschlagbar praktisch, weil man neben dem Nachwuchs auch noch Einkaufstüten, Lunchbox und den Lieblingsteddy mitnehmen kann, sie bieten kleinen Passagieren auch besseren Komfort als Kindersitze fürs Fahrrad: Die Kids können selbstständig ein- und aussteigen, sitzen bequem und trocken und können unterwegs auch mal entspannt ein Nickerchen halten. Für manche Modelle gibt es spezielle Einsätze, mit denen schon kleine Babys chauffiert werden können. Und: Es ist allerlei Zubehör erhältlich, mit dem sich der Kindertransporter zum Kinderwagen oder sogar zum Schlitten umfunktionieren lässt. 

Das bietet ein guter Anhänger

So viel Komfort ist allerdings nicht ganz billig: Während ein brauchbarer Kindersitz bereits für 50 Euro zu haben ist, belastet ein Fahrradanhänger für Kinder die Familienkasse mit mindestens 250 Euro – je nach Ausstattung können es auch mehr als 1.000 Euro sein. "Auch wenn Familien nur ein Kind haben, rate ich zu einem Zweisitzer", sagt Gunnar Fehlau, Geschäftsführer beim Pressedienst Fahrrad, zweifacher Vater und selbst passionierter Radler. "Schon bei einem Kind hat man meist sehr viel Ausrüstung dabei, die man in einem Zweisitzer problemlos verstauen kann. Zudem hat man so die Option, auch mal spontan einen Spielkameraden mitzunehmen." 

Sicherheit geht geht vor

In jedem Fall sollte der Fahrradanhänger über eine stabile Bodenwanne, einen stabilen Alurahmen mit Überrollbügel sowie über eine wasserdichte Stoffbespannung verfügen und mit Rücklicht, Reflektoren und Sicherheitsgurten für den kleinen Passagier ausgerüstet sein. Wer seinem Kind etwas Gutes tun will, achtet beim Kauf zudem auf einen verstellbaren Sitz und eine gute Federung, die auch größere Unebenheiten toleriert. Tipp: Kindertransporter mit sogenannter Sylomer-Federung verhärten sich bei steigender Beladung selbstständig – das ist praktisch im Alltag, da die Zuladung durch Einkäufe oder Freibad-Ausrüstung häufig variiert.

Unabdingbar ist eine Sicherungsleine an der Kupplung – sie sorgt dafür, dass der Kindertransporter auch dann mit dem Fahrrad verbunden bleibt, wenn sich die Kupplung während der Fahrt löst. "Wichtig ist, den Fahrradanhänger in allen Möglichkeiten auf die Größe, Ergonomie und das Gewicht des Kindes anzupassen und dies alle zwei bis drei Monate zu überprüfen", erklärt Gunnar Fehlau. Darüber hinaus empfiehlt der Experte, den eigenen Fahrstil und das Einsatzgebiet des Kindertransporters zu berücksichtigen. "Wer in einer Stadt mit viel Kopfsteinpflaster wohnt, fährt mit Ballonreifen gut, wer öfters im Wald unterwegs ist, für den sind BMX-Reifen die richtige Wahl."

Fahrradanhänger versus Fahrradkindersitz

Nicht nur beim Komfort, auch bei der Sicherheit schneiden Fahrradanhänger deutlich besser ab als Kindersitze. So stellte der ADAC einen Unfall nach, bei dem ein Auto mit 25 Kilometern pro Stunde auf ein Fahrrad mit Kindersitz bzw. auf ein Gespann aufprallt. Der Crashtest zeigte, dass die Verletzungsgefahr im Anhänger deutlich geringer ist als im Kindersitz. Denn das größte Verletzungsrisiko birgt nicht so sehr der direkte Zusammenstoß, sondern vielmehr die Fallhöhe. Hier sind Anhänger klar im Vorteil: Bei einem Unfall stürzen die Kinder nicht aus so großer Höhe und der Anhänger umgibt sie wie eine Schutzhülle. 

Für die Sicherheit ausschlaggebend ist, dass sich die Eltern an die gesetzlichen Vorschriften halten: Demnach dürfen bis zu zwei Kinder, die nicht älter als sieben Jahre alt sind in einem Anhänger mit geeigneten Sitzen und Rückhaltesystemen mitgenommen werden. Das Gesamtgewicht des ungebremsten Anhängers sollte 40 Kilogramm nicht überschreiten. "Eine Zugmaschine, die über gute, zeitgemäße Bremsen verfügt, ist ein Muss", sagt Gunnar Fehlau. Eltern, die den Anhänger auch beim Joggen oder Inlineskaten nutzen möchten, rät er zu einem Modell mit integrierter Bremse.

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Fahrradanhänger erst testen, dann kaufen

Testergebnisse (zum Beispiel ADAC, Stiftung Warentest etc.) geben Orientierung bei der Kaufentscheidung. Ob Familien mit einem Modell aber wirklich glücklich werden, wissen sie nur nach einer Probefahrt. Beim Fachhändler bekommt man nicht nur kompetente Beratung, sondern kann den Kindertransporter auch auf Herz und Nieren testen. Deshalb: Das eigene Fahrrad gleich zum Kauf mitnehmen. Lässt sich der Anhänger einfach an der Zugmaschine montieren? Kann man ihn kompakt zusammenlegen, sodass er ins Auto und in den Hausflur passt? 

Das Fahren mit Anhänger ausgiebig üben

Bevor Väter und Mütter die erste Tour mit dem Nachwuchs unternehmen, sollten sie das Radeln im Gespann ausgiebig üben. Gunnar Fehlau: "Ein paar Trockenübungen ohne den eigenen Nachwuchs mit Testgewicht, etwa alten Zeitungen, auf einem leeren Parkplatz sind gut, um ein Gefühl für das Gespannfahren zu bekommen." Man muss zum Beispiel einen längeren Bremsweg einkalkulieren und bei Kurven einen größeren Bogen fahren – ansonsten kippt man um. "Nach einigen lässigen Runden sollte man auch mal eine Vollbremsung machen und beherzt enge Kurven fahren", sagt der Pressedienst Fahrrad-Geschäftsführer. "Es ist wichtig, das Verhalten des Hängers im Grenzbereich zu kennen, schließlich sitzt später das eigene Kind drin." Wenn sich Mama und Papa sicher fühlen, am Anhänger noch eine lange Fahne anbringen und sich und ihrem kleinen Passagier einen Helm aufsetzen, steht der ersten Radtour mit Kind nichts mehr im Weg.

Checkliste für den Fahrradanhänger-Kauf

  • Fahrrad: Ist der eigene Drahtesel dafür ausgelegt, einen Kindertransporter zu ziehen? Grundsätzlich eignen sich alle Radtypen als Zugpferd. Pedelecs, die bis 45 km/h unterstützen, dürfen Kinderanhänger in Deutschland nicht ziehen. Auch checken, ob die Bremsen für die Zusatzlast ausreichend sind. Wenn nicht, ist ein Fahrradanhänger mit Auffahrbremse die bessere Wahl. Das Fahrrad auf jeden Fall zum Kauf mitnehmen.
  • Größe: Ein Fahrradanhänger für Kinder darf maximal zwei Meter lang, einen Meter breit und 1,40 Meter hoch sein und nicht mehr als 40 Kilogramm wiegen (mit eigener Bremse 80 Kilogramm). Wichtig: Hat man zu Hause Platz, um ihn zu verstauen?
  • Schwerpunkt des Anhängers: Ein niedriger Schwerpunkt, hohe Laufräder (20 Zoll) und eine breite Spur sorgen für Kippsicherheit.
  • Beleuchtung: Darf batteriebetrieben sein. An der Vorderseite des Anhängers müssen ab einer Breite von 60 Zentimetern zwei weiße Rückstrahler, ab einer Breite von 80 Zentimetern zusätzlich eine Leuchte für weißes Licht befestigt sein. Für das Heck sind zwei rote Rückstrahler sowie eine Schlussleuchte erforderlich. Die Seiten müssen mit Reflektoren ausgestattet sein.
  • Ausstattung: Sicherheitsgurte (Fünf-Punkt-Gurt – muss gut zu schließen sein und darf von Kindern nicht zu öffnen sein), Radabdeckungen, eine stabile Bodenwanne mit Überrollbügel, wasserdichte Stoffbespannung, TÜV-Siegel.
  • Bedienungsanleitung: Sie sollte verständlich formuliert sein.
  • Altersbeschränkungen: Im Anhänger dürfen Kinder bis maximal sieben Jahre transportiert werden. Wer das Zugfahrrad fährt, muss mindestens 16 Jahre alt sein.
  • Ausland: In jedem Land gelten andere Vorschriften; in manchen Ländern sind Fahrradanhänger für Kinder generell verboten.

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