Familienurlaub in den eigenen vier Wänden

Urlaub zu Hause? Aber bitte nicht so ...

Unsere Autorin plante Familienurlaub in den eigenen vier Wänden. Kein Reisestress, kein Kofferpacken – aber auch keine Entspannung. Wie es dazu kommen konnte (und wie ihr das vermeiden könnt!), erzählt sie euch hier.

Endlich Urlaub! Und wir müssen nicht mal packen: Wir haben uns Corona-konform entschieden, die Woche dort zu verbringen, wo es eh am schönsten ist – zu Hause. Tatsächlich schläft man laut Studien im eigenen Bett am besten. Und wenn ich zurzeit etwas gebrauchen kann, dann ist es Schlaf! Abgesehen davon: Nach den Monaten mit Homeoffice, Homeschooling und Home-Kinderbetreuung KANN es zu Hause ja nur absolut entspannend werden, wenn die ersten beiden Dinge wegfallen und man sich auf das dritte (und auf die eigenen Bedürfnisse!) konzentrieren kann.

Forscher haben übrigens herausgefunden, dass bereits die Vorfreude auf den Urlaub eine entspannende Wirkung hat. Okay, das mit der Vor-Entspannung klappte bei mir nicht wirklich: Zwei Tage vorm Urlaub, dass ich ein wichtiges Projekt nur fertigstellen kann, wenn ich noch eine Nachtschicht einlege. Aber Moment: Ich bleibe doch zu Hause! Dann kann ich das ja Montag noch schnell erledigen ... Das "schnell erledigen" begleitete meinen Mann und mich durch die Woche: Mal kam bei mir ein wichtiger Anruf an. Mal sprang er bei einem Termin ein. Unsere Mails checkten wir täglich.

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Nächstes Mal: absolutes Arbeitsverbot!

Ich ärgere mich im Nachhinein über mein unprofessionelles Verhalten im Job: Wer soll meine Ansagen noch ernst nehmen, wenn ich trotz Abwesenheitsnotiz stets erreichbar bleibe? Und ich ärgere mich über mein unfaires Verhalten den Kindern gegenüber: Wir hatten ihnen Urlaub versprochen – und Urlaub bedeutet für (unsere) Kinder: Mama und Papa haben endlich richtig viel Zeit! Am meisten aber ärgere ich mich, dass ich mir selbst die Woche ruiniert habe. Urlaub, Arbeit, Familienzeit: Wir haben alles irgendwie ein bisschen gemacht. Und dadurch nichts richtig. Sofern Corona es zulässt, werden wir für den nächsten Urlaub also wieder die Koffer packen. Und wenn nicht? Dann probieren wir es noch einmal mit der "Staycation" – und einer neuen Regel: absolutes Arbeitsverbot für Mama und Papa.

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Unsere Autorin

Silke Schröckert

Silke Schröckert wollte Journalistin werden, seit sie im Alter von acht Jahren das erste Mal Lois Lane in "Superman" gesehen hatte. Mit 23 wurde sie Chefredakteurin eines Kinderzeitschriftenverlages.

Heute ist Silke spezialisiert auf Familienthemen und textet für Kinder- und Comic-Magazine. Das freut vor allem Sohn Tom und Tochter Mina. Auf ihrer eigenen Seite schreibt sie für die Generation Großeltern. Bei leben-und-erziehen.de nimmt sie sich aktuellen Themen aus Sicht einer Zweifach-Mama an.

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