Stiftung Warentest

Laufräder im Test: 10 von 13 sind mangelhaft

Die Stiftung Warentest hat Laufräder unter die Lupe genommen – mit einem erschreckenden Ergebnis: Zehn von 13 getesteten Modellen fallen durch! Wir verraten, was genau überprüft wurde und welche beiden Modelle am besten bewertet wurden.

Die gute Nachricht vorweg: Von den untersuchten Laufrädern bringen fast alle eine gute Fahrleistung mit. Die kleinen Fußweg-Flitzer sind die optimalen Fahrzeuge für Kinder ab etwa zweieinhalb Jahren und helfen spielerisch dabei Koordination, Balance und Geschwindigkeit zu erlenen. Stiftung Warentest hat insgesamt 13 Modelle zu Preisen von 49 bis 199 Euro unter die Lupe genommen und sie auf Sicherheit, Fahrleistung und Schadstoffe getestet.

Schadstoffe in den Sätteln, Griffen und Reifen der Laufräder gefunden

Nur zwei der getestete Modelle erfüllen die Anforderungen der Tester: das Puky LR Light für 170 Euro und Early Rider Superply Bonsai 12" für 169 Euro.  Sie sind sicher zu fahren, robust und frei von Schadstoffen, erhielten das Urteil "Gut" und sind damit auch die Sieger dieser Prüfung. Ein Modell von Bandits & Angels für 56 Euro ist mit dem Gesamturteil "Befriedigend" eingeschränkt zu empfehlen.

Bei allen anderen Laufrädern ist die Belastung mit Schadstoffen in Sattel, Griffen oder Reifen zu hoch. Die Experten der Stiftung Warentest fanden unter anderem Flammschutzmittel, Phthalat-Weichmacher und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe. Die gefundenen Mengen sind nicht akut giftig, können aber dem Organismus langfristig schaden. 

Im Dauertest brachen Vordergabel und Lenker

Bei Modellen der Firmen Bikestar, Pinolino, Janod und Kokua bemängelten die Tester krebserregende Schadstoffe in den Reifen und gaben die Note "Mangelhaft". Ebenfalls schlecht schnitten Laufräder der Marken Wachtenkirch, Hudora, Kinderkraft, Lionelo und Puky (Model: LR M) ab, weil die Sättel zu stark mit Schadstoffen belastet waren. 

Im Dauertest versagte unter anderem ein Rad der Marke Janod. Vordergabel oder Lenker brachen und das Hinterrrad war nur so zu montieren, dass es entweder nicht fest genug oder zu fest und damit schlecht zu fahren war. 

Am schlechtesten (Note 5,5) schnitt das Micro Banlance Bike Deluxe für 160 Euro ab, weil sich bei diesem Modell sowohl in den Griffen, als auch im Sattel und in den Reifen Schadstoffe fanden. Konfrontiert mit diesen Ergebnissen reagierten die Anbieter der mangelhaften Laufräder von einsichtig bis gar nicht.

20 Kita-Kinder waren Teil des Test-Teams

Im Auftrag der Stiftung Warentest haben 20 Kita-Kinder alle Laufräder ausprobiert. Experten beobachteten die Kinder mit den Laufrädern im Test, protokollierten ihre Fahrmanöver, Vorlieben und Probleme. Die rund dreijährigen Mädchen und Jungen fuhren ausgiebig Probe. Sie fuhren Slalom und auf unterschiedlichsten Untergründen und Wegen. Selbstverständlich mit Helm und unter Aufsicht.

Autorin: Andrea Leim

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