Lüneburger Heide

Jugendherbergs-Hopping mit dem Fahrrad

Eine Radtour mit Jugendherbergsausweis im Gepäck ist eine aktive Alternative für sparsame Familien. Aber aufgepasst: Die Route will gut geplant sein, damit kleine Teilnehmer nicht die Motivation verlieren.

 

Tag 1: Countdown in Lüneburg

Erster Stopp: Lüneburg. Volle Packtaschen, aufgepumpte Reifen, die Gemüter teils entspannt, teils aufgeregt. Eine Radtour durch Niedersachsen verspricht Natur pur und jede Menge Action im Flachland. Heutige Beschäftigung Nummer Eins: Die Großen machen den mittelalterlichen Stadtkern unsicher und knipsen den halben Speicherchip der Digitalkamera voll. Klar: Kran, Kanäle und Kaufmannshäuser sind schöne Fotomotive. Der Nachwuchs spielt „Naturforscher“ und erkundet das großzügige Außengelände der Jugendherberge Lüneburg, der Familienunterkunft für die erste Nacht.

 

Tag 2: Startschuss - das Ziel: Bispingen

Und rein in den Sattel! Das Ziel lautet Bispingen. Durch kleine Ortschaften und vorbei an Feldern und Wäldern geht es Richtung Südwesten. Zwei Stunden später heißt es Straßenrand-Picknick am Holztisch: Das Lunchpaket aus der Jugendherberge versorgt die hungrigen Mägen fürs Erste. Im Anschluss noch einmal zwei Stunden – unterbrochen von kürzeren Pausen – Rad fahren, dann erreicht die Familie die ländlich gelegene Jugendherberge Bispingen. Vater und Sohn haben noch nicht genug von fahrbaren Untersätzen und besuchen das „Ralf-Schumacher-Kartcenter“. „Ich bin schneller!“ „Nein, ich!“ – auf der Outdoorbahn liefern sich die beiden ein Wettrennen mit benzinbetriebenen Karts.

 

Tag 3: Auszeit im "Heide-Park Soltau"

Nur 13 Fahrradkilometer entfernt liegt der „Heide-Park Soltau“. Die Kids stürmen zur Kasse. „Ich will Bobbahn fahren!“ Die liegt in Transsilvanien und geht ordentlich in die Kurven: wesentlich schneller als ein Fahrrad und ganz ohne Anstrengung – dafür mit viel Nervenkitzel. Übernachtung: noch einmal in der Jugendherberge Bispingen.

 

Tag 4: Kondition aufbauen beim Radeln durch die Heidelandschaft

45 Kilometer Heidelandschaft satt: das dauert seine Zeit. Und Pausen müssen sein – nicht nur, um die Natur zu bewundern, sondern auch, um die Beine ein wenig auszuruhen. Schließlich erreichen die Radler Uelzen. Der Umwelt- und Kulturbahnhof, der nach Plänen des österreichischen Künstlers Friedensreich Hundertwasser gestaltet wurde, ist hier das Highlight. Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach verwandelt Sonnenstrahlen in Strom. „Guck mal, ein Schwein!“ Mosaikartig in den Fußboden eingelassene Muster ergeben – zur allgemeinen Freude der Kinder – Tierformen. Apfelschorle und Bio-Kuchen im Bahnhofs-Café hat sich die sportliche Familie verdient. Das heutige Quartier: die moderne Jugendherberge Uelzen.

 

Tag 5: Abstecher nach Hankensbüttel

Radtour nach Hankensbüttel: Die Strecke steht ganz im Zeichen des Wassers, denn es geht am Elbe-Seitenkanal entlang. Unterwegs bringen die Straßennamen des kleinen Örtchens Bad Bodenteich-Heide die Kinder zum Lachen: Fuchsbau, Dachsgang, Eichhornweg ... Und auch das Etappenziel Hankensbüttel mit seinen gut 4.000 Einwohnern liegt im wahrsten Sinne des Wortes „jwd“. Umso besser: Naturschutz wird hier groß geschrieben. Im Otterzentrum am Ufer des Isenhagener Sees heißt es nicht nur Tiere beobachten, sondern auch auf Reifen klettern und auf Seilen balancieren. Noch mehr Frischluft tanken kann man auf dem mit Mischwald bewachsenen Gelände der Jugendherberge Hankensbüttel – wieder ein günstiges Domizil für die Nacht. 

 

Tag 6: Finale in Wolfsburg

Höhepunkt für kleine Autofans ist das letzte Ziel, die Autostadt Wolfsburg. Auch wenn das bedeutet, nochmals ordentlich in die Pedale zu treten. Zum Ende der Radtour kommen immer mehr Häuser in Sicht, es wird städtischer. Ob Autos zählen oder Kennzeichen raten – mit diesen Beschäftigungen fliegen die Kilometer nur so vorbei. Unterkunft für die letzte Nacht ist die zentral gelegene Jugendherberge Wolfsburg.

 

Tag 7: Cool-down auf der Fahrt nach Hause

Nach einem Besuch des VW-Erlebnisparks geht es mit dem Zug von Wolfsburg zurück nach Hause: das Gepäck um einige Brotboxen leichter, der Kopf um viele Erinnerungen reicher.

 

Reiseinfos

Eine Übernachtung mit Frühstück in der Jugendherberge kostet etwa zwischen 20 und 25 Euro pro Person. Häufig sind Familienzimmer verfügbar. Familien zahlen für einen Jugendherbergs-Mitgliedsausweis 23 Euro pro Kalenderjahr. Tipp: Wer erst ab Juni Mitglied wird, zahlt für das begonnene Kalenderjahr nur die Hälfte (www.jugendherberge.de).

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