Planung, Packliste und Reisetipps

Mit Kindern in den Urlaub

Was Familien bei Reiseziel, Gepäck, Anreise, Wetter und Sonnenschutz beachten sollten

Mit Kindern in den Urlaub© Ivan S / Pexels

Endlich raus aus dem Alltag, neue Orte entdecken und gemeinsam Zeit verbringen: Ein Familienurlaub schafft Erinnerungen, von denen oft noch lange erzählt wird. Gleichzeitig bedeutet Reisen mit Kindern auch einiges an Organisation. Wo soll es hingehen? Was muss unbedingt in den Koffer? Wie wird schon die Anreise möglichst entspannt – und was tun, wenn das Wetter nicht mitspielt?

Ob Strandurlaub, Ferien auf dem Bauernhof, Städtetrip oder ein paar Tage in den Bergen: Mit der richtigen Vorbereitung wird das Reisen als Familie deutlich entspannter. Und das gilt zu jeder Jahreszeit.

Familienurlaub planen: Was passt wirklich zu uns?
Das perfekte Reiseziel für Familien gibt es nicht. Viel wichtiger ist die Frage, welche Art von Urlaub zur eigenen Familie und vor allem zum Alter der Kinder passt.
Mit kleinen Kindern sind kurze Wege, flexible Essenszeiten und eine familienfreundliche Unterkunft häufig wichtiger als eine möglichst große Auswahl an Sehenswürdigkeiten. Ältere Kinder wollen dagegen beschäftigt werden, Neues entdecken und vielleicht schon bei der Reiseplanung mitentscheiden.

Bevor ihr bucht, können deshalb einige Fragen helfen:

  • Wie lange darf die Anreise dauern?

  • Brauchen wir eine Küche oder möchten wir lieber im Hotel essen?

  • Gibt es Spielmöglichkeiten und familienfreundliche Ausflugsziele?

  • Wie gut ist die medizinische Versorgung am Urlaubsort?

  • Können wir Unternehmungen spontan an Wetter und Stimmung anpassen?

  • Gibt es ausreichend Rückzugsmöglichkeiten?

  • Welche Temperaturen sind für unsere Kinder angenehm?

Wer mit einem Baby verreist, muss noch einmal anders planen. Schlafrhythmus, Füttern, Wickeln, Kinderwagen oder Babytrage und die passende Unterkunft spielen eine größere Rolle. Viele praktische Hinweise zur Vorbereitung sowie zur Anreise und Unterkunft findet ihr im Ratgeber zum Urlaub mit Baby von vertbaudet.

Wohin mit Kindern? Reiseziele für jede Jahreszeit
Familienurlaub muss nicht automatisch zwei Wochen Strand im Hochsommer bedeuten. Je nach Jahreszeit und Alter der Kinder gibt es viele Alternativen.

Nord- und Ostsee eignen sich beispielsweise für Familien, die Strand, Natur und kurze Anreise miteinander verbinden möchten. Auch außerhalb des Hochsommers können Spaziergänge am Meer, Fahrradtouren und Ausflüge spannend sein.

Die Alpen und andere Mittelgebirge bieten zu fast jeder Jahreszeit Möglichkeiten: Wandern und Badeseen in den wärmeren Monaten, Schnee und Wintersport in der kalten Jahreszeit. Gerade mit kleineren Kindern lohnt es sich, nach einfachen Wanderwegen, Bergbahnen und familienfreundlichen Ausflugszielen Ausschau zu halten.

Ferien auf dem Bauernhof sind besonders für jüngere Kinder spannend. Tiere, Natur und viel Platz zum Spielen sorgen häufig schon für ausreichend Unterhaltung – ohne dass jeden Tag ein großes Programm geplant werden muss.

Städtereisen funktionieren auch mit Kindern, wenn das Programm nicht zu voll wird. Zoo, Aquarium, Parks, Mitmachmuseen oder eine Bootsfahrt können klassische Sehenswürdigkeiten ergänzen. Lieber zwei Dinge entspannt erleben als fünf Programmpunkte durchziehen.

Südliche Reiseziele können wiederum gerade im Frühling oder Herbst interessant sein. Dann sind die Temperaturen häufig angenehmer als während der heißesten Wochen des Jahres.

Anreise ohne Stress: Der Urlaub beginnt unterwegs
„Wann sind wir da?“ gehört wohl zu den Klassikern jeder längeren Familienfahrt. Ganz vermeiden lässt sich Langeweile unterwegs nicht, aber eine gute Vorbereitung hilft.
Bei Autofahrten solltet ihr ausreichend Pausen einplanen und Snacks, Getränke sowie Beschäftigung griffbereit verstauen. Bücher, Hörspiele, kleine Spiele oder eine Überraschung, die erst unterwegs ausgepackt wird, können längere Strecken überbrücken.

Bei Zugreisen lohnt es sich, möglichst früh Sitzplätze zu reservieren und beim Umsteigen großzügige Zeitpuffer einzuplanen. Wer fliegt, sollte sich vorher über die Bestimmungen der Fluggesellschaft zu Kinderwagen, Kindersitzen und Handgepäck informieren.
Besonders bei Reisen mit Babys und Kleinkindern gilt: Der Zeitplan sollte nicht zu knapp kalkuliert sein. Hunger, eine volle Windel oder Müdigkeit richten sich schließlich nicht nach Abfahrts- und Boardingzeiten.

Sonne im Familienurlaub: Schutz gehört immer ins Gepäck
Sonnenschutz ist nicht nur beim klassischen Sommerurlaub am Meer wichtig. Auch beim Wandern, beim Skifahren, auf dem Spielplatz oder an bewölkten Tagen kann die Haut UV-Strahlung ausgesetzt sein.

Kinderhaut reagiert besonders empfindlich. Babys und Kleinkinder sollten möglichst vor direkter Sonne geschützt werden. Bei größeren Kindern gehören ein geeigneter hoher Lichtschutzfaktor, Kopfbedeckung und schützende Kleidung zur Grundausstattung. Auch schattige Pausen sind wichtig.

Sonnencreme sollte zudem nicht erst aufgetragen werden, wenn alle schon am Strand stehen. Nachcremen ist insbesondere nach dem Baden, Schwitzen oder Abtrocknen wichtig. Dabei gilt: Erneutes Eincremen erhält den Schutz, verlängert aber nicht beliebig die Zeit, die man sich in der Sonne aufhalten sollte.
Weitere Informationen rund um Lichtschutzfaktor, richtiges Eincremen, Kleidung und den geeigneten Umgang mit intensiver Sonne gibt es im Ratgeber zum Sonnenbaden von HSE.

Und wenn das Wetter nicht mitspielt?
Gerade beim Familienurlaub lohnt es sich, nicht nur für perfektes Wetter zu planen. Dauerregen am Meer oder ungewöhnlich heiße Tage in der Stadt können das schönste Programm durcheinanderbringen.

Schon vor der Reise könnt ihr deshalb nach Alternativen suchen: Gibt es ein Schwimmbad, ein Kindermuseum, eine Indoor-Spielhalle, ein Aquarium oder andere wetterunabhängige Angebote in der Umgebung?

Auch bei der Kleidung zahlt sich Flexibilität aus. Das Zwiebelprinzip funktioniert für Kinder besonders gut: Mehrere dünne Schichten lassen sich je nach Temperatur schnell an- oder ausziehen. Eine leichte Regenjacke und feste Schuhe können selbst bei vermeintlich sicherem Sonnenwetter sinnvoll sein. Und manchmal darf ein Regentag einfach ein Regentag sein. Gemeinsam spielen, vorlesen oder einen Film schauen gehört schließlich genauso zum Urlaub.

Weniger Programm, mehr Familienzeit
Ein häufiger Fehler bei der Urlaubsplanung: Jeder Tag wird bereits vor der Abreise vollständig verplant. Mit Kindern kann ein eng getaktetes Programm schnell anstrengend werden.

Plant lieber bewusst freie Zeiten ein. Ein Vormittag am Pool, ein Nachmittag auf dem Spielplatz oder ein Eis in der nächsten Ortschaft können für Kinder genauso schön sein wie ein großer Tagesausflug.

Besonders kleine Kinder profitieren davon, wenn vertraute Abläufe zumindest teilweise erhalten bleiben. Gewohnte Schlafenszeiten oder das Lieblingskuscheltier können dabei helfen, sich in einer neuen Umgebung schneller wohlzufühlen.

Auch ältere Kinder können in die Planung einbezogen werden. Jedes Familienmitglied darf beispielsweise einen Ausflug oder eine Aktivität für den Urlaub auswählen. So muss nicht jeden Morgen neu darüber diskutiert werden, was unternommen wird.

  1. Packliste für den Familienurlaub: Diese Grundausstattung hilft als Ausgangspunkt

    Dokumente und wichtige Unterlagen

    • Personalausweise beziehungsweise Reisepässe

    • Krankenversicherungskarten

    • Tickets und Buchungsunterlagen

    • Führerschein und Fahrzeugunterlagen

    • Auslandskrankenversicherung, falls erforderlich

    • Notfallkontakte

    • gegebenenfalls Einverständniserklärung des anderen Elternteils

    • Kopien oder digitale Sicherungen wichtiger Dokumente

    Kleidung

    • Unterwäsche und Socken

    • Shirts und Oberteile

    • Hosen, Kleider oder Röcke

    • Pullover beziehungsweise wärmere Schicht

    • Schlafsachen

    • wetterfeste Jacken

    • bequeme Schuhe

    • gegebenenfalls Badesachen

    • Kopfbedeckung

    • Wechselkleidung für Kinder

    • der Jahreszeit entsprechende warme Kleidung

    Pflege und Gesundheit

    • Zahnbürsten und Zahnpasta

    • Pflegeprodukte

    • Sonnencreme

    • persönliche Medikamente

    • Pflaster und Desinfektionsmittel

    • Fieberthermometer

    • altersgerechte Reiseapotheke

    • Insektenschutz, wenn am Reiseziel sinnvoll

    Für Babys und Kleinkinder

    • Windeln und Feuchttücher

    • Wickelunterlage

    • Fläschchen beziehungsweise Zubehör zum Füttern

    • Babynahrung und Snacks

    • Lätzchen

    • Kinderwagen oder Buggy

    • Babytrage

    • Reisebett, falls nicht vorhanden

    • Schlafsack

    • Schnuller

    • ausreichend Wechselkleidung

    • Lieblingskuscheltier oder Schmusetuch

    Für unterwegs

    • Trinkflaschen

    • Snacks

    • Bücher

    • Mal- und Beschäftigungssachen

    • kleine Spiele

    • Hörspiele beziehungsweise Kopfhörer

    • Lieblingsspielzeug

    • Powerbank und Ladekabel

    • Müll- und kleine Wäschebeutel

    Je nach Reiseziel

    • Badeschuhe

    • Schwimmhilfen

    • Strandtuch

    • Sonnenhut

    • Sonnenbrille

    • Regensachen und Gummistiefel

    • Wanderschuhe

    • kleiner Tagesrucksack

    • Picknickdecke

    • warme Mütze und Handschuhe

    • Schnee- beziehungsweise Winterausrüstung

Pack-Tipp: Nicht alles muss von zu Hause mit
Gerade beim ersten Urlaub mit Kind landet schnell der halbe Haushalt im Kofferraum. Dabei lohnt es sich, vorher bei der Unterkunft nachzufragen. Babybett, Hochstuhl, Handtücher, Föhn oder sogar Kinderwagen können teilweise vor Ort vorhanden oder ausleihbar sein.
Bei längeren Aufenthalten ist außerdem eine Waschmaschine Gold wert. Wer zwischendurch waschen kann, braucht deutlich weniger Kleidung einzupacken.
Eine kleine Tasche mit den wichtigsten Dingen sollte dagegen während der Anreise immer griffbereit bleiben. Wechselkleidung, Getränke, Snacks, Medikamente und Beschäftigung gehören nicht ganz unten in den Kofferraum.

Familienurlaub darf anders sein als Urlaub ohne Kinder
Reisen mit Kindern bedeutet häufig: früher aufstehen, mehr Gepäck, mehr Pausen und weniger spontane Restaurantbesuche bis spät in die Nacht. Dafür erlebt ihr einen Ort oft auf eine völlig andere Weise.

Der Schlüssel zu einem entspannten Familienurlaub liegt deshalb weniger in der perfekten Planung als in realistischen Erwartungen. Eine gute Vorbereitung nimmt Stress heraus – der Tagesablauf darf anschließend trotzdem flexibel bleiben.

Denn am Ende erinnern sich Kinder wahrscheinlich nicht daran, ob jeder Programmpunkt des Reiseplans funktioniert hat. Viel eher bleiben die gemeinsamen Erlebnisse: der riesige Eisbecher, das erste Mal im Meer, eine Wanderung mit überraschender Aussicht oder der verregnete Nachmittag, an dem die ganze Familie stundenlang Karten gespielt hat.