Entspannt unterwegs mit Bus und Bahn

Nachhaltig reisen mit Kindern

Klimaschutz – kaum ein Thema ist zur Zeit mehr im Gespräch. Klimafreundliches Reisen, das muss nicht unbedingt Verzicht bedeuten, es kann auch ganz neue Möglichkeiten eröffnen und Spaß machen.

Vor allem die junge Generation macht sich völlig zurecht Sorgen um die Zukunft unseres Planeten. Und so überlegen immer mehr Familien, wie sie den Jahresurlaub, oder auch den Kurztrip übers verlängerte Wochenende möglichst umweltschonend gestalten. Denn jede dieser Reisen verursacht zusätzliches CO2, welches unser Klima beeinflusst. Vor allem durch die geeignete Wahl des Reisezieles und die Art der Anreise kann der ökologische Fußabdruck in Grenzen gehalten werden.

Üblicherweise startet eine Urlaubsplanung mit der Auswahl des Reiseziels. Aus der Sicht des Klimaschutzes ist klar: Je kürzer die Anreise, desto besser. Vor allem der CO2-Ausstoß hängt ganz erheblich mit dem Verbrauch von Treibstoff zusammen. Reisedauer und Entfernung sollten daher in einem sinnvollen Verhältnis zueinander stehen. Gerade für einen Kurztrip ist daher ein Wanderausflug in das nächste Mittelgebirge oder die Voralpen weit sinnvoller, als mit dem Flugzeug zur nächsten überlaufenen Stranddestination zu reisen. Kurze Anreisen sind zudem für Eltern wie Kind wesentlich stressfreier.

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Klimaschonend reisen mit Bus und Bahn

Im Vergleich zu der Anreise mit Bahn, Reisebus oder sogar dem PKW ist die Flugreise geradezu ein Klimakiller, der CO2-Ausstoß beträgt vor allem bei innereuropäischen Flügen oft das Zehnfache und mehr. Zudem ist CO2, das in großer Höhe aus einem Flugzeug ausgestoßen wird noch wesentlich klimaschädlicher, als CO2 das auf der Erdoberfläche in die Luft gepustet wird.

Eine Alternative bietet die Bahn. Bei entsprechender Planung kann so schon die Fahrt zum echten Urlaubserlebnis werden. Wichtig: Unbedingt geeignete Sitzplätze reservieren. Die Deutsche Bahn bietet in Fernverkehrszügen Kleinkindabteile an. Für Eltern mit Kindern von 0 - 3 Jahren findet sich hier eine Steckdose für den Flaschenwärmer, ein Wickeltisch im Abteil und einen Kinderwagenstellplatz (Buggys sparen Platz!) und man ist unter sich: Der Sozialstress durch den erhöhten Geräuschpegel mit genervten Mitreisenden ist passé. Eine echte Renaissance erleben gerade die Nachtzüge. Babys schlafen im ruckelnden eigenen Abteil bestens, am nächsten Morgen wacht man entspannt beispielsweise in Kroatien, Frankreich oder Österreich auf.

Wer seinen eigenen PKW im Urlaub braucht, kann versuchen zumindest einen Großteil der Anreise per Autozug zu erledigen. Die Deutsche Bahn hat diesen Service 2016 zwar eingestellt, aber UEX (ww.urlaubs-express.de) bietet seitdem interessante Verbindungen wie Düsseldorf – Verona oder Hamburg – München an.

Was die Klimafreundlichkeit angeht, sind Zugreisen fast nicht zu schlagen. Einige Strecken sind dank Ökostrom sogar komplett CO2-neutral.

Eine weitere Alternative zur Reise mit dem Privatauto ist die Anreise mit dem Reisebus. Die Ökobilanz der Busse ist überraschend gut, die Verbindungen vielfältig und die Preise dank Flixbus und Co. konkurrenzlos. Allein die Reisezeit kann auf einigen Strecken im Vergleich zum ICE deutlich länger sein.

Der Co2 Ausstoß im Überblick

Dank Umweltschutz neue Reiseziele erkunden

Auch am Urlaubsort kann man mit ein paar kleinen Tricks nachhaltig urlauben. Hotels großer Konzerne sind rigoros auf Gewinn gepolt, wer kleineren Hotels oder Pensionen absteigt, kann sicher sein, dass das Geld in der Region bleibt. Mit etwas Nachfragen findet man sogar Häuser, die auf umweltschonende Energie-, Wasser- und Müllkonzepte setzen und Lebensmittel aus der Region anbieten. Außerdem können kleine Betriebe oft besser auf die Bedürfnisse von Kindern eingehen. Auch der Einkauf auf dem lokalen Wochenmarkt statt beim Discounter spart CO2, da die Waren in der Regel weniger weit transportiert werden müssen.

Tipp: Urlaub auf dem Bauernhof. So nah an Natur wird das Umweltbewusstsein schon von Kindesbeinen an entwickelt, außerdem gibt es für Kids nichts Spannenderes, als den Hof mit all seinen Tieren zu erkunden. Traumhaft schöne Unterkünfte gibt es beispielsweise in Bayern oder in Südtirol.

Das Klima schonen mit kleinen Maßnahmen

Wer seine Reise klimafreundlich gestalten möchte hat auch die Möglichkeit der Kompensation. Organisationen wie Atmosfair oder MyClimate bieten die Möglichkeit, durch eine Zahlung Klimaschutzprojekte zu unterstützen. Dadurch wird das durch die Reise ausgestoßene CO2 an anderer Stelle auf diesem Planeten eingespart. So kann man beispielsweise eine Reise von Hamburg in die Toskana kompensieren. Hierfür fallen bei der Anreise per Flugzeug nach Pisa (hin und zurück, zwei Erwachsenen und ein Kind auf eigenem Sitzplatz) rund 1,8 t CO2 an (Quelle: myclimate.org). Diese können für 44 Euro kompensiert werden. Mit dem Auto sind es rund 0,8 t CO2 für 19 Euro. Wer beispielsweise mit Flixbus reist, kann die Kompensation direkt bei der Buchung erledigen, rund 1-3 % des Reisepreises werden hierfür berechnet.

Klimaschonendes Reisen ist also oftmals weder kompliziert noch mit großen Einschränkungen verbunden. Dass wir etwas tun müssen, um unseren Planeten zu schützen, daran besteht kein Zweifel und so ist jede Maßnahme zur Vermeidung von CO2 und zur Schonung von Ressourcen ein Schritt in die richtige Richtung und sei er auch noch so klein.

Autor: Philipp Radtke

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