Ab in den Schnee!

Winterurlaub mit kleinen Kindern

Winterurlaube machen auch mit kleinen Kindern viel Spaß. Allerdings ist etwas mehr Vorbereitung nötig.

Nicht nur der Sommer ist für viele Deutsche Reisezeit, sondern auch der Winter. Besonders beliebt sind Skiurlaube in Österreich, der Schweiz und den deutschen Wintersportgebieten im Harz oder den Alpen.
Wer dabei vor allem an Après-Ski-Partys, schnelle Snowboard-Piste oder gar Individualtouristen im Hundeschlitten denkt, liegt nur halb richtig. "In fast allen Wintersportregionen gibt es heute familienfreundliche Hotels mit Kinderbetreuung, Indoor–Spielplätzen oder Babyschwimmbad. Auch Kinderpisten und Schneekurse für Kleinkinder gehören längst zum Standard“, erklärt Alexandra Türschmann. Die deutsche Bloggerin lebt in Norwegen und berichtet auf levartworld.de über Familienleben und Reisen. Trotz guter Infrastruktur bedarf es für einen entspannten Winterurlaub mit Kind ein bisschen mehr Vorbereitung als noch in kinderlosen Tagen.

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Das passende Skigebiet: Bitte mit Schneegarantie!

In Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt es viele schöne Ski-Gebiete. Wer in die Ferne schweifen mag, kann Skandinavien oder Italien in Betracht ziehen. Neben persönlichen Ländervorlieben sollte die "Schneegarantie“ ein Auswahlkriterium sein. "Gerade in den tieferen Lagen liegt im Dezember oder Januar nicht automatisch Schnee. Wir hatten schon einen Winterurlaub in den Alpen, der vor allem aus Wandern bestand“, berichtet Türschmann. Allerdings liegen viele Skigebiete mit Schneegarantie in großer Höhe. Für Kleinkinder sind Aufenthalte bis zu 1.500 Höhenmeter kein Problem, so die Stiftung Kindergesundheit. Ihr Körper kommt mit Klimaveränderungen gut klar, jedenfalls wenn genug Zeit zur Eingewöhnung bleibt. Die Stiftung empfiehlt, bei winterlichen Kurztrips lieber einen niedrig gelegenen Urlaubsort auszuwählen.

Unterkunft: Wie viel Luxus darf es sein?

Reichte früher ein Bett und eine Dusche, braucht man als Familie etwas mehr Komfort. Den bieten Familienhotels. Ihr "Rund-um-Sorglos“–Angebot: Vollpension mit Babybrei, Beistellbetten, Hochstühle, dazu oft Schwimmbäder, Spielangebote und Kinderbetreuung während Mama oder Papa einen Abstecher auf die Ski-Piste machen. "

Natürlich sind diese Hotels um einiges teurer als ein Apartment. Dafür kann man sich hier wirklich entspannen“, sagt Türschmann. Ihr Rat für Preisbewusste: Gemeinsam mit Freunden oder den Großeltern verreisen. Das ist günstiger, außerdem lässt sich das Kochen und die Kinderbetreuung aufteilen.

Die richtige Kleidung und Ausstattung: Im Zwiebellook!


Gerade bei Minusgraden und kaltem Wind brauchen Kinder passende Kleidung. Im Kinderwagen empfiehlt sich wetterbeständiger Fellsack statt einer einfachen Decke. Auch die Unterlage sollte warm genug sein. Die Reisebloggerin schwört dabei auf eine Isomatte unter der Matratze.
Ein weiterer Profi-Tipp: Bei hohem Schnee gibt es für die Vorderräder des Kinderwagens spezielle Kufen. Wer beim Schneespaziergang lieber ein Tragetuch nutzt, sollte sein Kind ruhig etwas dicker anziehen und unter der Jacke tragen.

Wenn die Kinder schon selbst durch den Schnee toben können, ist atmungsaktive Kleidung aus Wollstoffen oder Funktionsmaterial wichtig. Am besten im Zwiebellook: Baumwollunterwäsche, Strumpfhosen, ein dünner Pullover, darüber eine wetterfeste Jacke oder ein Schneeanzug – je nach Bewegungsdrang und Tagesziel. Ganz wichtig: Hände, Füße, Nieren und Ohren müssen immer warm bleiben. Und lieber etwas zu kalt als viel zu warm. Sonst schwitzen die Kinder nur und erkälten sich leichter. Ganz wichtig sind auch Cremes, fetthaltig gegen Wind und Wetter, mit Sonnenschutz gegen die Höhensonne.
Viele andere Dinge – Helme, Skischuhe, Loipenschlitten, Kinderskier – kann man dagegen vor Ort leihen.

Das Programm vor Ort: entspannt und flexibel

Ruhig angehen lassen, die Tage nicht zu vollplanen. Gerade kleine Kinder brauchen regelmäßige Aufwärmpausen vom Toben im Schnee. Auch Zeiten für Stillen, Mittagsschlaf oder Windelwechseln, sollte man einplanen. Gleichzeitig ist ein bisschen Wintersport mit Kind durchaus kein Widerspruch. Dafür gibt es zwei Varianten: Entweder nutzt man die Kinderbetreuung und geht alleine oder mit dem Partner auf die Piste. Mit Kind in der Rückentrage Abfahrtski zu fahren, ist dagegen ziemlich gefährlich. Die Stiftung Kindergesundheit warnt explizit vor der hohen Unfallgefahr. "Wir haben gute Erfahrungen mit kürzeren Langlauftouren gemacht. Unsere Kinder saßen immer in einem Loipenschlitten, der an unserer Hüfte befestigt war“, berichtet Türschmann.

Zusätzlich sollten Eltern nach alternativen Unternehmungsmöglichkeiten wie Schwimmbad, Streichelzoo oder Indoor-Spielplatz Ausschau halten. Das ist eine schöne Abwechslung zum Schnee und bietet eine Gelegenheit für gemeinsame Zeit mit der Familie.

Endlich auf eigenen Skiern

Selbst auf die Skier steigen, können Kinder ab drei bis vier Jahren. In diesem Alter ist der kindliche Gleichgewichtssinn ausreichend entwickelt und es gibt in vielen Ski-Gebieten kindgerechte Anfängerkurse abseits der großen Pisten.

Autor: Birk Grüling

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