10 Anfängerfehler

Urlaub mit Baby: Pleiten, Pech und Pannen unter Palmen

Bei unserer Autorin Sarah lief bei der Urlaubspremiere mit ihrem Sohn so ziemlich alles schief. Für uns hat sie ihre Pannen-Liste notiert – und mit einer Expertin darüber gesprochen, was man besser machen kann.

Hurra, wir fahren in den Süden! Den ersten Urlaub mit Baby hatte ich mir so schön ausgemalt. Wir planten einen Monat in der Toskana – la Dolce Vita mit unserem Bambino! Dann kam Corona, aus dem Monat Toskana wurde schließlich eine Woche am Gardasee. Was sich zu Hause immer noch traumhaft anhörte, war am Ende ein Erlebnis aus der Reihe Pleiten, Pech und Pannen. Wir machten so ziemlich alle Fehler, die man machen kann. Zehn davon habe ich hier gesammelt – damit andere Eltern daraus lernen können! Wie man sie vermeidet, hat mir Christine Neder (35) verraten, die seit zwölf Jahren das erfolgreiche Reiseblog "Lilies Diary" betreibt. Mittlerweile ist ihre Tochter Alma (2) immer mit dabei.

1. Zu viel im Auto sitzen

Wir wollten vor Ort mobil sein und liehen uns ein Auto. Mein Freund war seit 20 Jahren nicht mehr gefahren. Also blieb dieser Job an mir hängen. Stillen musste ich den Kleinen, er war zu diesem Zeitpunkt sechs Monate alt, unterwegs auch. Die Fahrt war eine Katastrophe. Ich verfluchte meinen Freund für seine mangelnde Fahrpraxis. Der Kleine schrie wie am Spieß. "Unbedingt einen Ort suchen, an dem man auch ohne Auto viel unternehmen kann", sagt Christine Neder. Glaubt mir: Wer jemals mit entblößter Brust auf dem Parkplatz einer österreichischen Raststätte saß und nach dem Stillen einen doppelten Espresso exte, kann diesen Ratschlag aus tiefster Seele unterschreiben!

2. Ferienwohnung statt Hotel

Wir buchten ein Apartment. Schon am zweiten Tag war ich genervt vom Aufräumen, Abspülen und Kochen und wünschte mir nichts sehnlicher als die Annehmlichkeiten eines Hotels. Zudem bildete sich im Wohnzimmer eine Ameisenstraße, weil wir vergessen hatten zu fegen. "Für Familien sind Anlagen mit Ferienwohnungen und einem Speisesaal mit Frühstücksbüffet und Abendessen grandios", sagt Christine Neder.

3. Lage ist alles!

Wir hatten gelesen, dass die Unterkunft auf einem steilen Berg liegt. Na ja, wir sind doch sportlich, dachten wir. Offenbar auch blöd: Jeden Nachmittag schoben wir den mit Einkäufen vollgestopften Kinderwagen fluchend und schwitzend einen Kilometer bergauf. "Man sollte bei der Wahl der Unterkunft gezielt nach Bewertungen von Familien suchen. Auch Nachfragen lohnt sich", so die Expertin. Oh ja! 

4. Mit dem Winterbaby in die Sommerhitze

Mein Sohn ist im November geboren und hasst Hitze. Leider fand ich das erst im Urlaub heraus – bei über 30 Grad. "Wenn es geht, sollte man zu Hause einen Probelauf machen, z. B. an einem heißen Tag mit dem Kind ins Schwimmbad gehen", sagt die Reiseexpertin. "Es gibt übrigens auch winddurchlässige Sommersitze für den Kinderwagen."

5. Kein babyfreundlicher Strand

Bei Strandurlaub gilt: Alle Infos vorab einholen. "Lage, Parkplätze, Sand oder Kies, das alles muss man klären! Bei Kies empfiehlt sich statt Schirm ein Wurfzelt und Handtücher zum Polstern. Mit Baby sind solche Dinge elementar, sonst wird es einfach kein entspannter Urlaub." Kann ich bestätigen: Als wir im Örtchen einen Strand mit schattigen Bäumen suchten, folgte die Ernüchterung: Kein Baum weit und breit, der Einstieg ins Wasser erforderte Steinschuhe. Wir mussten erst einmal einkaufen. Mein Sohn schrie, er hatte sich das wohl auch anders vorgestellt ...

6. Viel zu viel Gepäck!

Wir wollten nicht auswandern, wirklich nicht, nur eine Woche nach Italien. Wie kann man unnötiges Gepäck vermeiden? Neder sagt: Prioritäten setzen, keine Angst vor Minimalismus! "Waschen kann man fast überall. Fläschchen, Schnuller und Windeln führt jeder Supermarkt. Lieber nur das mitnehmen, was wirklich wichtig ist – wir hatten immer eine bestimmte Sorte Babymilch dabei, die Alma gut verträgt."

7. Falsche Erwartungen

Ich träumte von lauen Abenden zu zweit auf der Terrasse. Stattdessen verbrachten wir die Abende getrennt, einer lag neben unserem Sohn im Dunkeln. Die ungewohnte Umgebung war ein Babyschlafkiller. "Die erste Reise mit Baby bedeutet oft, dass man seine eigenen Ansprüche zurückschrauben muss", sagt Christine Neder. Umdenken könne helfen: Paarzeit am Nachmittag, wenn das Kind schläft, statt abends, und Auszeiten für beide, die sie frei gestalten können.

8.Kein geeignetes Bett

Unser Kleiner dachte nicht daran, im Reisebett zu schlafen. Er wollte ins Elternbett, doch das war hoch und stand auf harten Fliesen. Christine Neder: "Da muss man kreativ werden. Wir schieben das Bett oft an die Wand und sichern die andere Seite mit Koffern und Stühlen."

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9. Nach dem Urlaub gleich wieder Alltag

Wir fuhren am ersten freien Tag und kamen am Abend vor dem ersten Arbeitstag meines Freundes wieder. "Das ist stressig, ein Puffer-Tag zum Packen hilft, um sich in Ruhe auf den Urlaub einzustimmen", sagt Christine Neder. "Oft ist es auch günstiger, wenn man nur bis Freitag bleibt und dann das Wochenende noch hat, bevor es wieder losgeht, so kommt man sanft wieder im Alltag an."

10. Falscher Zeitpunkt

Wo immer wir auch hingingen: Mein Kleiner meckerte zuverlässig, sobald wir uns setzten. Es gebe zwar keinen per se falschen Zeitpunkt für die Reise mit Baby, sagt Christine Neder, aber manches gelinge je nach Alter besser. "Mit Kindern, die gerne in der Trage sind, ist ein Wanderurlaub toll. Für Kleinkinder ist Strandurlaub perfekt, sie können sich im Sand austoben." Wie gut, dass ich all das jetzt weiß – der nächste Urlaub kann nur besser werden!

Experten-Bild

Unsere Expertin

Christine Neder

... ist gelernte Diplom-Modedesignerin. Seit zwölf Jahren berichtet sie auf ihrem Blog "Lilies Diary" von ihren Reisen, veröffentlichte zwei Bücher ("90 Nächte, 90 Betten" und "40 Festivals in 40 Wochen"). Sie lebt mit Tochter Alma und ihrem Freund in Portugal und Berlin. 

Autorin: Sarah Borufka

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