Urlaub mit Kleinkindern – so klappt die familiäre Entspannung

Hat das Abenteuer Familie vor einigen Wochen oder Monaten begonnen, geistern frischgebackenen Eltern früher oder später auch mal Gedanken an einen Urlaub mit Kind durch den Kopf. Doch wann ist dafür eigentlich der richtige Zeitpunkt? Mit welchen Unwägbarkeiten ist zu rechnen? Welches Urlaubsziel eignet sich? Und wo soll die Familie unterkommen?

In der aktuellen Situation ist es natürlich noch kaum möglich, sicher mit der Familie zu reisen. Doch wenn alles glatt läuft, dürfte es schon im Sommer wieder soweit sein – dann ist es natürlich umso wichtiger, Fragen rund um das Abenteuer „Urlaub mit Baby und Kleinkind“ bereits geklärt zu haben.

Familienurlaub mit kleinen Kindern: Ab wann empfiehlt es sich?

Es gibt kein verbrieftes "Mindestalter", ab wann der Urlaub mit dem Nachwuchs "erlaubt" ist. Allerdings gibt es Rahmenbedingungen und das berühmte Bauchgefühl der Eltern, das gerade beim Thema Urlaub eine wichtige Rolle spielen sollte. Grundsätzlich gilt: Bevor das Baby drei Monate alt ist, sollte besser keine Reise geplant werden. Drei Monate brauchen Eltern und Kind mindestens, um das Thema Stillen und Trinken so zu gestalten, dass es kein Stressfaktor mehr ist.

Darüber hinaus helfen diese Überlegungen Eltern bei der Entscheidung:

  • Ist das Baby sehr empfindlich, wenn sich die Umgebung oder die äußeren Rahmenbedingungen ändern? Für manche Babys bedeutet bereits der Kaffeeklatsch bei Oma und Opa Stress, weil die Umgebung fremd und ungewohnt ist. Wird das Baby dann schnell unruhig oder weint viel, ist es vermutlich noch zu früh für einen Urlaub fernab von der gewohnten Umgebung.
  • Fühlen sich die Eltern unwohl in Situationen, in denen von gewohnten Ritualen abgewichen werden muss? Wenn bereits eine kleine Veränderung im Tagesrhythmus für die Eltern Stress bedeutet, ist es zu früh für einen Urlaub. Denn die Auszeit vom Alltag bedeutet auch, dass Gewohntes zunächst zuhause bleibt.

Diese Grundregeln – dass Kind und Eltern sich mit dem Gedanken wohlfühlen müssen – sollte im gesamten Kleinkindaltern als Leitlinie dafür dienen, ob ein Urlaub eine gute Idee ist.

Von "Phasen" nicht entmutigen lassen

Da ein Urlaub meist im Vorfeld organisiert und geplant wird, ist es gut und wichtig, sich von "Phasen" des Kindes nicht entmutigen zu lassen. Selbst wenn direkt wenige Wochen vor dem geplanten Urlaub das Schlaf- oder Essverhalten sich ändert oder das Kind verstärkt Emotionen zeigt, dann muss deswegen nicht der Urlaub ins Wasser fallen. Wer Phasen als Stufen zu einem neuen Lebensabschnitt begreift, weiß: Es geht vorbei – und vielleicht sorgt sogar der Urlaub dafür, dass es fernab des Alltags stressfreier in den nächsten Lebensabschnitt geht.

Perfekt geplant und vorgesorgt: Die ideale Urlaubsform mit Kindern

Wenn die Zeichen auf Urlaub stehen, ist es gut und wichtig, sich genau zu überlegen, wohin die Reise gehen soll, denn: Ein entspannter Urlaub wird es nur in einer familienfreundlichen Umgebung. Doch was bedeutet das für Anreise, Region und Unterkunft?

  • Die Anreise. Junge Familien reisen im eigenen Auto besonders bequem, denn hier ist genug Platz für Windeln, Spielzeug und alles, was das Kind erfreut und letztlich die Eltern entspannt. Eltern sollten auf eine Anreisezeit zum Urlaubsort achten, die zeitlich überschaubar ist. Wer selbst anreist und die Route selbst wählt, könnte sogar hier und da einen längeren Zwischenstopp einlegen – um gemütlich durch einen Park zu spazieren oder den Nachwuchs auf einem Spielplatz toben zu lassen. Das unterbricht die nervöse Vorfreude auf den ersten Urlaub – und lässt den Nachwuchs vielleicht sogar anschließend im Auto schlafen. Eine Anreise mit dem Flugzeug ist hingegen deutlich strukturierter und mit weniger Auszeiten verbunden.
  • Die Urlaubsregion. Wer für einen entspannten Urlaub Wasser und Meer braucht, ist gedanklich schnell in Italien, Spanien und Kroatien. Denkbar wäre auch eine Fahrt gen Norden, beispielsweise nach Dänemark. Der Vorteil der Urlaubsregion Skandinavien ist in erster Linie das Klima. Zum Vergleich: Am Strand von Bibione in Italien hat es im Juli zwischen 18 und 29 Grad; in Hvide Sande in Dänemark hat es zur selben Urlaubszeit 15 bis 20 Grad. Angenehmer für Babys und kleine Kinder ist es im Norden, denn hier können sie frei durchatmen, während der Trip in den Süden schnell unangenehm wird oder bedeutet, dass mittags sehr lange Siesta gehalten werden muss.
  • Die Unterkunft. Bezüglich der Wahl der Unterkunft gilt: Einen besonders entspannten Urlaub können junge Familien im Ferienhaus verbringen. Besonders praktisch auch, da damit ein kontaktarmer Urlaub leicht möglich ist, was auch noch in der nächsten Saison wichtig sein dürfte. Und auch hier gibt es viele regionale Unterschiede. Ferienhäuser im Süden erinnern eher an kleine Bungalows, die sich stark erhitzen, weil die Klimaanlage besser aus bleibt, um nicht etwa einen Schnupfen beim Nachwuchs zu riskieren. Ferienhäuser in Dänemark bieten hingegen nicht nur mehr Platz, sondern oft auch eine kindgerechte Ausstattung. In mildem Klima erwartet junge Familien dort ein Hochstuhl, ein Kinderbett, eine Babybadewanne, ein Wickelkissen und eine Spielgelegenheit im Garten. Und das spart Platz im Auto!

Das sollten Eltern beim Planen des ersten Urlaubs beachten

Wer sich für eine Reise nach Dänemark entscheidet, sollte dort – ebenso wie in jedem anderen Urlaubsland – darauf achten, dass die Region "kinderfreundlich" ist. Das bedeutet: Auch die Anfahrt zu Attraktionen, um mit Kindern etwas zu erleben, sollte nicht allzu weit sein. 

Doch wohin könnte es in Dänemark gehen?

Wen es ans Wasser zieht, sollte die Ostsee für einen Familienurlaub vorziehen, denn hier ist das Wasser ruhiger als an der Nordsee. Unter den schönsten Familienstränden an der Ostsee werden der Höve Strand, der Nykøbing Nordstrand, der Gudmindrup Strand und der Rörvig Strand meist als erste genannt. Doch auch an der dänischen Riviera, in Odsherred nahe Kopenhagen, gibt es malerische Buchten und familienfreundliche Strände. Wer erklärter Nordsee-Fan ist, findet am Strand von Blåvand ebenfalls kinderfreundliche Bedingungen.

Tipp: Ein Ferienhaus am Strand oder in Strandnähe ist für einen Urlaub in Dänemark der Garant für entspannte Ferien. Wer gemeinsam Sandburgen baut, ohne in der brütenden Hitze dahin zu schmelzen, erkennt schnell die Vorzüge des Urlaubslandes im Norden. Darüber hinaus bietet das Land zahlreiche Zoos und Freizeitparks, die dann – je nach Alter des Kindes oder der Kinder – ausgewählt werden sollten. In Djurs Sommerland beispielsweise sorgen Achterbahnen und Aquaparks für einen Adrenalinkick. Weniger spektakulär, aber nicht weniger sehenswert ist auch der Faarup-Sommerland-Vergnügungspark. In Jesperhus' Blomsterpark hingegen gibt es vor allem Blumiges zu bestaunen.

Was sind die Schwierigkeiten mit jungen Kindern und wie kann man damit umgehen?

Es gibt zahlreiche hilfreiche Tipps für den ersten Familienurlaub. Schließlich hilft es Eltern stets dabei, angepasst zu reagieren – wenn klar ist, wo es im Urlaub am häufigsten hapert. Das sind die häufigsten Knackpunkte:

  • Die Vorbereitung. Urlaubsvorbereitungen ohne Kind gehen deutlich schneller, können aber sensible Kinder auch schnell überfordern, weil sie buchstäblich vor gepackte Koffer gestellt werden. Kleinkinder, spätestens jedoch Kindergartenkinder, sollten in die Vorbereitungen kindgerecht einbezogen werden. Spielerisch dürfen dann Kinderkoffer gepackt werden. Auch Bücher und Karten von der Urlaubsregion, die bereist wird, können helfen, die Neugier der Kinder zu wecken – auf eine Familienauszeit, an der sie teilhaben dürfen.
  • Die neue Umgebung. Fremde Gerüche, fremde Geräusche und eine fremde Umgebung sind für das eine Kind eine hervorragende Abwechslung und stacheln förmlich dazu an, etwas Neues zu erleben. Schüchternen Kindern kann dieser Wechsel jedoch Angst machen. Tipp: Eltern sollten die Dinge in den Koffer packen, die für ein Gefühl von Heimat sorgen – das kann bei Kissen, Decke und Kuscheltier beginnen und muss mit dem geliebten Snack für Zwischendurch nicht enden. Zudem danken unsichere Kinder ihren Eltern Nähe und Ruhe, die zeigen: Du bist hier und bei mir sicher.
  • Essen, Trinken und Schlafen. Vor allem beim Stillen dieser Grundbedürfnisse wird es gerade im Urlaub häufig schwierig. Grundsätzlich gilt: Eine entspannte Atmosphäre zu schaffen, sich Zeit zu nehmen zum Essen, zum Trinken und zum Einschlafen, sorgt dafür, dass es selbst in der Ferne klappt. Eltern sollten für gewohnte Rituale, wie das gemeinsame Kuscheln vor dem Schlafen, etwas mehr Zeit einplanen. Gibt es allerdings altbewährte und geliebte Kinderkost, sollte das Essen und Trinken schnell zum Alltag werden. 

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