13. April 2017

Ab in die Wanne!

Fünf Fragen zur Wassergeburt

Ab in die Wanne!
© Alex Bramwell/iStockphoto.com

Bei einer Wassergeburt kommt das Baby unter Wasser zur Welt. Diese Art der Entbindung ist in den vergangenen Jahren immer beliebter geworden. In vielen Kliniken und Geburtshäusern gibt es heute speziell ausgestattete Geburtswannen.

Wie wirkt sich das warme Wasser auf die Wehen aus?

Warmes Wasser regt die Wehentätigkeit an. Deshalb empfehlen Hebammen ein Testbad, wenn eine werdende Mutter unsicher ist, ob das Ziehen im Bauch schon den Geburtsbeginn signalisiert. Werden die Kontraktionen in der Wanne stärker, ist es bald Zeit für die Fahrt ins Krankenhaus. Auch bei einer Wassergeburt setzt dieser wehenfördernde Effekt ein. Die Folge: Die Geburtsdauer verkürzt sich. Doch keine Regel ohne Ausnahme: Manchmal wirkt ein Bad so entspannend, dass die Wehentätigkeit nachlässt.

Was spricht sonst noch für eine Wassergeburt?

Der größte Vorteil für die Frau ist die Schmerzlinderung: Obwohl die Wehen in der Wanne schneller und heftiger sind, verkraften die werdenden Mütter sie meist gut. Im Wasser können Gebärende sich fast immer entspannen und das nimmt dem Schmerz die Spitze. Bei Wassergeburten werden aus diesem Grund deutlich weniger Schmerzmittel benötigt als bei Geburten außerhalb des Wassers. Außerdem wird der Dammbereich im Wasser weich und dehnbar, Dammrisse oder -schnitte sind seltener. Diese Vorteile sind wissenschaftlich belegt. Dr. Gerd Eldering, Chefarzt am Vinzenz-Pallotti-Hospital in Bensberg, hat in einer Studie 1000 normale und 1000 Wassergeburten miteinander verglichen. Auch das Kind erlebt die Geburt stressfreier.

Kann Wasser in die Lunge meines Babys geraten?

Diese Sorge ist unbegründet. Bei einer Geburt in der Wanne wirkt beim Neugeborenen der so genannte Tauch-Reflex, der die Luftröhre wasserdicht verschließt. Das Kind macht den ersten Atemzug erst dann, wenn seine (Gesichts-)Haut keinen Wasserkontakt mehr hat. Ausreichend Sauerstoff erhält es in der Zwischenzeit über Nabelschnur und Plazenta.

Wann ist eine Wassergeburt möglich?

Bei normalen, komplikationsfreien Geburten, sofern die Mutter das möchte und die Geburtshelfer Erfahrung mit dieser Art der Entbindung haben. Sie kommt nicht in Frage bei Risikogeburten (etwa falsche Lage des Ungeborenen, Frühgeburt, Mehrlingsgeburt).

Wie werden Herztöne und Wehentätigkeit überwacht?

Hebammen können dafür ein handliches Gerät, das so genannte Dopton benutzen. Moderne Geburtswannen sind technisch so ausgestattet, dass eine kontinuierliche Überwachung per CTG möglich ist.

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