4. Januar 2017

Hebammen-Sprechstunde

Was tun, wenn die Geburt losgeht?

Hebammen-Sprechstunde
© Angelika Schwarz/iStockphoto.com

Sind das schon echte Wehen? Wann sollte ich in die Klinik fahren? Kurz vor dem Geburtstermin haben Schwangere viele Fragen, unsere Expertin hat einige beantwortet.

Woran erkenne ich, dass die Geburt losgeht?

Alle paar Stunden spüre ich (39. Woche) ein Ziehen im Unterbauch. Das macht mich von Mal zu Mal nervöser.
Woran merke ich, ob das echte Wehen sind und die Geburt wirklich losgeht?
Hebamme Karin Brenner: Was Sie da spüren, sind Vorwehen, die gegen Ende der Schwangerschaft häufiger auftreten. Sie können durchaus über einige Stunden hinweg regelmäßig und in größeren Abständen kommen, hören aber im Gegensatz zu echten Geburtswehen irgendwann wieder auf.
Um die 39. Woche können diese Vorwehen fließend in die Geburtswehen übergehen. Das Ziehen wird dann schmerzhafter, kommt in kürzeren Abständen und geht auch nach Stunden nicht mehr weg. Wenn Sie binnen 15 Minuten drei bis fünf Wehen spüren, haben die Eröffnungswehen begonnen. Dann ist es Zeit, in die Klinik zu fahren oder die Hebamme zu informieren.

Ein Cocktail zur Einleitung?

Im Geburtsvorbereitungskurs waren mehrere Rezepte fĂĽr Rizinus-Cocktails zur Einleitung der Geburt in Umlauf. Was wirkt am besten?


Hebamme Karin Brenner: Dass Rizinus-Cocktails den Geburtsbeginn beschleunigen können, haben mehrere Studien bestätigt. Trotzdem rate ich Ihnen davon ab, selbst mit Rizinus-Cocktails zu experimentieren. Denn gerade weil sie so gut wirken, sind die Cocktails nicht unbedenklich. Sie brauchen dazu auch die bei einer Geburtseinleitung üblichen Kontrollen. Das heißt: Nehmen Sie Rizinus bitte nur nach genauer Anleitung und wenn eine Hebamme bei Ihnen ist.
Richtig angewendet haben Wehen-Cocktails durchaus Vorteile: Studien zeigen, dass Frauen diese Unterstützung als angenehmer empfinden als eine Einleitung mit Prostaglandinen, also Gewebshormonen. Auch die Kinder scheinen davon zu profitieren. Jedenfalls zeigten sich beim Herzton-Wehenschreiber (CTG) weniger Auffälligkeiten.

Termin vorbei: Wann kommt das Baby?

Mein Baby hätte eigentlich vor vier Tagen zur Welt kommen sollen. Doch es rührt sich nichts. Meine Frauenärztin beruhigt mich, aber ich bin dennoch nervös und frage mich: Wann muss die Geburt eingeleitet werden?
Hebamme Karin Brenner: Eine Ăśberschreitung des errechneten Geburtstermins um vier Tage 
bezeichnen die Fachleute noch als „verlängerte Tragezeit“. Von „Ăśbertragung“ sprechen sie erst, wenn der Termin schon 14 Tage zurĂĽckliegt. Bis dahin können Sie abwarten, wenn Sie keine zusätzlichen Risikofaktoren wie Bluthochdruck oder Diabetes („Zucker“) haben oder Ihr Kind nicht zeitgerecht gewachsen ist.
Arzt oder Hebamme kontrollieren normalerweise ab der vollendeten 40. Woche zunächst in zweitägigen Abständen mit dem Herzton-Wehenschreiber (CTG), vielleicht auch per Ultraschall, ob es dem Ungeborenen noch gut geht. Ab der 41. Woche erfolgen diese Kontrollen täglich. Sofern sich dabei keine auffälligen Befunde ergeben, warten Ärzte bis zur 42. Woche ab, ehe sie die Geburt dann einleiten. Welche Methoden dafür infrage kommen, lesen Sie hier!

Ist mein Kind noch gut geschĂĽtzt?

Gestern (39. Woche) hat meine Hebamme festgestellt, dass der Schleimpfropf abgegangen ist. Ist das Kind in meinem Bauch jetzt weniger geschĂĽtzt?
Hebamme Karin Brenner: Ja. Allerdings ist das Infektionsrisiko nicht so groß, dass deshalb zusätzliche Kontrollen oder gar eine Einleitung der Geburt notwendig wären. Erst wenn auch noch die Fruchtblase platzt, werden Ihre Hebamme und/oder Ihr Arzt Vorsichtsmaßnahmen ergreifen. Der Schleimpropf löst sich, weil der Muttermund sich langsam öffnet. Das ist in der 39. Woche ganz normal. Bis zur Geburt dauert es danach manchmal nur noch zwei, manchmal aber auch 14 Tage.

Im Taxi zur Klinik?

Kann ich, wenn die Wehen ĂĽberraschend einsetzen, notfalls ein Taxi rufen, um mich zur Klinik fahren zu lassen? Oder sollte ich einen Krankenwagen anfordern?
Hebamme Karin Brenner: Das kommt darauf an, wie kräftig die Wehen zu diesem Zeitpunkt schon sind und wie weit Sie bis zur Klinik fahren müssen. Bei leichten Wehen und einem kurzen Weg können Sie durchaus mit dem Taxi fahren. Erklären Sie aber schon bei der Bestellung, um was für eine Fahrt es geht, damit der Fahrer nicht unsicher wird und streikt, wenn er Ihren dicken Bauch sieht. Wenn Sie dagegen das Gefühl haben, dass die Entbindung unmittelbar bevorsteht, rufen Sie besser einen Krankenwagen.

Grundsätzlich gilt: Ihre Hebamme und Ihr Frauenarzt sind bei allen Fragen rund um die Geburt immer für Sie da.

 

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2 Kommentare

  1. grisu66 sagt:

    Das hatte meine Schwiegertochter (33. Woche) auch grad. Lag deswegen in Krankenhaus weil die Schmerzen wahnsinnig weh taten. Es waren Wehen.Sie bekam Wehenhemmer und fürs Kind was für die Lungenreife gespritzt. Tät halt mal zu Arzt gehen.
    Meine Schwiegertochter muĂź sich sehr schonen.Mumu sehr weich

  2. bianca sagt:

    Hallo habe eine Frage ich bin in der 36Woche mein bauch wird ständig hart habe zwischen durch ein zwicken stechen im unterleib manchmal bleibt mir die Luft weg ausfluss habe ich auch ziemlich viel sogar habe das Gefühl das immer frischt is heisst das es langsam los geht ??

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