1. August 2017

Prostaglandine, Wehentropf, Blasensprengung

Wie wird die Geburt eingeleitet?

Prostaglandine oder Blasensprengung
© Andrey Bandurenko/Fotolia.com

Wenn das Baby auf sich warten lässt, kann eine Einleitung der Geburt in Frage kommen. Aber welche Methode ist die bessere?

„Unser Sohn kam verspätet nach einer Blasensprengung zur Welt. Bei meiner zweiten Schwangerschaft ist der Geburtstermin auch überschritten.

Eventuell wird die Geburt mit Prostaglandinen eingeleitet. Was ist besser?“

Dr. Hiltrud Kessler, Frauenärztin: Was sinnvoller ist, hängt vom aktuellen Befund ab. Ist der Muttermund weich und offen und sitzt der Kopf Ihres Babys tief im Becken, reicht vielleicht die Öffnung der Fruchtblase aus. Sie wird dabei von der Hebamme mit einem winzigen Häkchen eingeritzt, das Fruchtwasser fließt ab und das kann Wehen auslösen. Fragen Sie die Geburtshelfer danach.
Anders, wenn der Muttermund nicht reif ist; dann kann sich die Geburt trotz Blasensprengung lange hinziehen. Deshalb wären Prostaglandine die bessere Lösung, weil sie vor allem den Muttermund weich machen und erst in zweiter Linie die Wehentätigkeit ankurbeln. Die Hormone wirken direkt in der Scheide vor dem Muttermund, entweder als Gel oder Tablette.

Übrigens können Sie auch selbst etwas tun: Gönnen Sie sich ein warmes Bad und verführen Sie Ihren Mann! Sein Sperma enthält nämlich Prostaglandine. Von der Stimulierung der Brustwarzen zur Einleitung rate ich dagegen ab; sie führt oft zu unkontrollierten Wehen.

Einleiten per Wehentropf

Eine dritte Möglichkeit, die Geburt einzuleiten: Die Schwangere bekommt eine Infusion mit dem Hormon Oxytocin, das ebenfalls Wehen auslöst. Die Dosis lässt sich durch den Tropf gut regulieren. Allerdings ist die werdende Mama durch den Tropf etwas in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt.

Ein Cocktail zur Einleitung?

In Geburtsvorbereitungskursen und auch im Internet kursieren Rezepte für Rizinus-Cocktails zur Einleitung der Geburt. Warum diese und andere Wehen-Cocktails nicht unbedenklich sind, erklärt eine Hebamme im Beitrag: Was tun, wenn die Geburt losgeht?

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