13. März 2019

6 Fragen an Hebamme Jana Friedrich

Brauche ich einen Geburtsvorbereitungskurs?

5 Fragen an Hebamme Jana Friedrich
© monkeybusinessimages/iStockphoto.com

Warum sollten Schwangere sich in einem Geburtsvorbereitungskurs auf die Entbindung vorbereiten? Was wird in so einer Runde überhaupt gemacht? Wir haben eine Hebamme dazu befragt.

Jana Friedrich ist seit 1998 Hebamme, selbst Mutter von zwei Kindern und lebt in Berlin. Wann sie auch Mehrfachmamas zu einem Geburtsvorbereitungskurs rät und was Frauen gegen die Angst vor der Geburt tun können, hat sie uns im Interview verraten.

Frau Friedrich, warum ist ein Geburtsvorbereitungskurs für Schwangere wichtig?

Ich finde, die werdenden Mamas sollten sich auf jeden Fall über den Ablauf einer Geburt informieren. Und darüber nachdenken, wie sie zum Beispiel mit den Wehenschmerzen umgehen möchten, was ihnen helfen könnte. Denn trotz der Unterstützung von Hebammen und Ärzten bringt jede Frau letztlich ihr Kind alleine auf die Welt. Es gibt Frauen, die sind darin Naturtalente, andere wiederum sind vielleicht mit der Situation überfordert, wenn sie sich nicht vorher Gedanken darüber gemacht haben.

Und wie thematisieren Sie das im Kurs, ohne den Frauen Angst zu machen?

Komplikationen sind ja zum Glück wesentlich seltener als eine normale Geburt. Deshalb erkläre ich den werdenden Eltern genau, was bei der Geburt im Körper der Frau passiert und wie das Baby zum Beispiel mithilft. Wir sprechen auch darüber, was die Frau tun kann, um etwa durch verschiedene Gebärpositionen oder durch Atemtechnik die Wehen besser zu verarbeiten.

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Sprechen Sie in Ihren Paarkursen auch alleine mit den werdenden Vätern?

Ja! Wir überlegen dann, was sie tun können, um ihre Frau während der Geburt zu unterstützen. Toll ist dann immer, dass den Männern ganz viel einfällt. Auch wenn sie vorher vielleicht geglaubt haben, im Kreißsaal nicht viel tun zu können.

Wer besucht Ihre Kurse?

Meistens sind die Teilnehmer Frauen/Paare, die das erste Kind erwarten. Aber es gibt auch immer wieder Paare, bei denen ein Partner schon ein Kind hat. Das ist dann für alle spannend, wenn derjenige ein wenig von seinen Erfahrungen berichtet.

Würden Sie einer Mehrfachmama zu einem Kurs raten?

Es kommt immer darauf an, wie die Geburt zuvor gelaufen ist. War es nicht optimal, ist es sicher gut, noch einmal darüber zu sprechen und gemeinsam Strategien zu überlegen, wie es besser laufen könnte. Im Rahmen der Vorsorgetermine biete ich meinen Zweitgebärenden auch eine kompakte Wiederholung an, meist bei ihnen zu Hause. Aber ein Punkt ist auch Frauen beim zweiten oder dritten Kind wichtig: In einem Geburtsvorbereitungskurs können sie Kontakte knüpfen zu anderen Familien, die in einer ähnlichen Situation sind.

Wie können Sie werdenden Mamas die Angst vor der Geburt nehmen?

Viele Frauen sind schon erleichtert, wenn sie ihre Ängste und Zweifel aussprechen können und merken, dass es anderen ähnlich geht. Dann kommt es natürlich darauf an, wie massiv die Ängste sind und ob sie eventuell einen normalen Geburtsverlauf beeinträchtigen könnten.
Wenig hilfreich sind negative Geschichten, etwa von Freundinnen oder aus dem Internet. Ich rate werdenden Mamas, so etwas immer sofort abzublocken. Positive Geburtsberichte dagegen sind toll und können motivieren. Gerade den ängstlichen Frauen versuche ich in meinen Kursen zu vermitteln, wie wunderbar eine Geburt sein kann und was eine schöne und normale Entbindung Ihnen geben kann. Sodass sie im besten Fall sagen: „Das will ich auch!“
Geheimnis_Geburt_3d

Ihre Erfahrungen als Mutter und Hebamme hat Jana Friedrich in ihrem eBook „Das Geheimnis einer schönen Geburt“ aufgeschrieben.

Dort erklärt sie, was Schwangere selbst dazu beitragen können, dass die Geburt zu einem schönen und positiven Erlebnis wird. Mehr Infos zum eBook gibt es hier!

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