16. Februar 2017

Die letzten Tage vor der Geburt

Wenn das Baby auf sich warten lässt

Die letzten Tage vor der Geburt
© Ojo Images

Je näher der errechnete Geburtstermin rückt, desto größer wird bei vielen Müttern die Ungeduld. Doch nur etwa vier Prozent aller Babys sind „pünktlich“. Viele lassen sich Zeit, aber das ist noch lange kein Grund zur Sorge.

Vor allem beim ersten Kind warten werdende Mütter gespannt auf den magischen Tag, den Arzt oder Hebamme zum voraussichtlichen Geburtstermin bestimmt haben. Doch sehr viele Frauen erleben, dass dieser Termin da ist und ihr Baby nicht die geringsten Anstalten macht, auf die Welt zu kommen.


Die Geburtshelfer überrascht das gar nicht. Sie wissen, dass es rund um den errechneten Termin (280 Tage nach dem Beginn der letzten Menstruation) einen Zeitraum von plus/minus 14 Tagen gibt, in dem die Geburt stattfinden kann. Das ein Baby pünktlich zum errechneten Termin auf die Welt kommt, ist daher nicht sehr wahrscheinlich.

Denn bei aller Rechnerei: Das Startzeichen gibt die Natur erst, wenn Sie und Ihr Baby bereit sind. Vermutlich, so glauben Wissenschaftler heute, sendet Ihr ungeborenes Kind selbst Ihrem Organismus ein hormonelles Signal, dass seine Reifung tatsächlich abgeschlossen ist und es nun endlich auf die Welt kommen will.

Üben Sie sich in Geduld

Aber wie geht es weiter, falls der große Tag vorübergehen sollte, ohne dass Sie Ihr Kind begrüßen können? So schwer Ihnen das fallen mag: Ihnen bleibt nur, sich in Geduld zu üben. Ihr Arzt jedenfalls wird vorerst ganz gelassen bleiben. Solange es dem Baby gut geht, besteht kein Grund zur Eile oder Sorge.
Allerdings werden Sie regelmäßig in immer kürzer werdenden Abständen in die Praxis bestellt, um zu kontrollieren, ob alles in Ordnung ist und zum Beispiel die Fruchtwassermenge stimmt. Zieht sich das Warten hin, wird meistens ein Wehenbelastungstest gemacht: Sie bekommen geringe Mengen eines wehenfördernden Mittels und die Ärzte beobachten am Herzton-Wehenschreiber (CTG), wie Ihr Baby auf die Kontraktionen reagiert. Das erlaubt Rückschlüsse auf seinen Versorgungszustand.

Wie lange warten?

Wie lange einzelne Ärzte oder Entbindungskliniken abwarten, bis sie die Geburt notfalls einleiten, ist unterschiedlich. Einige werden bereits nach sieben Tagen aktiv, andere warten doppelt so lange. Manche Frauen wollen in dieser Situation lieber selbst etwas tun und auf natürlichem Wege die Wehen anregen. Das geht aber nur, wenn Ihr Körper geburtsbereit ist. Sprechen Sie auf alle Fälle mit Ihrem Arzt oder Ihrer Hebamme, bevor Sie ein Hausmittel wie einen Wehencocktail oder die Stimulation der Brustwarzen ausprobieren.

Nutzen Sie die Zeit

Sehr wahrscheinlich werden Sie gar keine Hilfsmittel brauchen, sondern dürfen darauf vertrauen, dass die Geburt bald von selbst beginnen wird. Versuchen Sie die Warterei möglichst angenehm zu gestalten. Gehen Sie spazieren, treffen Sie sich mit einer guten Freundin oder gönnen Sie sich einen Kinobesuch mit Ihrem Partner. Genießen Sie die Ruhe, die Sie in dieser Form für recht lange Zeit nicht mehr haben werden.

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