11. Juli 2018

Was im Kreißsaal geschieht, wenn das Baby da ist

Die erste Stunde nach der Geburt

Erste Untersuchungen im Kreißsaal
© Andresr/Shutterstock.com

Endlich ist es soweit: Ihr Baby ist da. Sie dürfen sich ganz Ihrem Glück hingeben, mit Ihrem Kleinen schmusen und kuscheln. Die Geburtshelfer aber wollen wissen, wie es Ihrem Kind geht. Die ersten Untersuchungen nach der Geburt.

Erster Check in Mamas Armen

  • Der Apgar-Test um den Zustand des Babys zu beurteilen. Beobachtet werden Atembewegungen, Puls, Grundtonus (Bewegt das Kind sich oder ist es schlaff?), Aussehen (Ist die Haut rosig, blass, bläulich?) und Reflexe. Der Test wird eine Minute sowie fünf und zehn Minuten nach der Geburt gemacht. Für jeden der fünf Bereiche gibt es null bis zwei Punkte, pro Durchgang also maximal zehn.
  • Die Entnahme von Nabelschnurblut: Die Bestimmung des pH-Werts erlaubt Rückschlüsse auf die Sauerstoffversorgung des Kindes während der Geburt. Eltern haben mittlerweile auch die Möglichkeit, Nabelschnurblut einlagern zu lassen. Die darin enthaltenen Zellen können möglicherweise später auftretende Krankheiten heilen. Infos dazu HIER!
  • Ärztliche Basisuntersuchung (die sogenannte U1) von Herz, Lunge, Fontanelle und Organen; auch Füße, Hüftgelenke und Genitalien werden kontrolliert. Alle Resultate werden ins gelbe Vorsorgeheft eingetragen.
  • Absaugen der Atemwege: Nase, Mund und Rachen des Babys werden von Schleim und Fruchtwasser befreit, damit es nichts davon einatmet. Manche Geburtshelfer saugen allerdings nicht routinemäßig ab, sondern nur, wenn das Fruchtwasser grünlich ist (das Baby hatte vor der Geburt Stuhlgang) oder das Kind Atemnot hat.
  • Vitamin-K-Gabe um Blutgerinnungs-Störungen vorzubeugen. Sie wird empfohlen, da Neugeborene zu wenig Vitamin K bilden: Dem Baby werden zwei Tropfen Vitaminlösung in den Mund geträufelt.
  • Ob Ihr Kind auch Silbernitratlösung in die Augen bekommen soll, klären Sie am besten schon vor der Geburt mit den Ärzten. Das Mittel soll die schwere Augenentzündung verhindern, die bei einer Gonorrhoe der Mutter entstehen kann. Die Erkrankung ist heute jedoch selten.

Zeit für Bonding

Früher übernahmen die Geburtshelfer das Kind sofort zum Untersuchen, Messen, Wiegen und Baden. Seit bekannt ist, wie kostbar die erste Zeit mit ihrem Kind für Mütter (und Väter) ist, wie sehr das Baby diese Ruhe braucht, wurde umgedacht: Viele Untersuchungen sind möglich, während das Baby mit seiner Mutter kuschelt, alles andere hat Zeit. Die Schmusezeit kommt auch dem Stillen zugute: Die meisten Babys suchen bald nach der Brust und machen erste Saugversuche.

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