9. Februar 2019

Mütter berichten von ihren Erfahrungen

Kaiserschnitt auf Wunsch – Pro und Contra

Mütter berichten von ihren Erfahrungen
© Alexander Sysolyatin/Shutterstock.com

Natürliche Entbindung oder Kaiserschnitt auf Wunsch? Das haben wir unsere Leserinnen gefragt. Die Ergebnisse unserer Umfrage und eine Auswahl der Antworten finden Sie hier.

Wir haben gefragt, ob Sie sich einen Kaiserschnitt auf Wunsch vorstellen können und Mütter gebeten, von ihren Erfahrungen mit der (geplanten oder ungeplanten) Operation zu berichten.

  • 88 Prozent der Mütter lehnen einen Kaiserschnitt auf Wunsch ab. Fast die Hälfte der Frauen spricht aus Erfahrung: 47 Prozent hatten selbst einen oder mehrere medizinisch notwendige Kaiserschnitte erlebt.
  • Die allermeisten Frauen wünschen sich, ihr Kind spontan auf die Welt zu bringen und es gleich nach der Geburt im Arm zu halten.
  • Viele Mütter, die ungeplant per Kaiserschnitt entbunden haben, waren hinterher traurig und enttäuscht. Sie glaubten, versagt und ihrem Kind nicht den besten Start ins Leben ermöglicht zu haben.
  • Einig waren sich fast alle: Ein Kaiserschnitt ist keine schmerzfreie Geburt! Für viele Frauen waren die Tage nach der Operation schwerer als der Wehenschmerz, den Mütter meist vergessen, sobald das Kind da ist.

„So war es bei uns!“

Kaiserschnitt – für mich ein schreckliches Erlebnis

Mein Sohn kam per Kaiserschnitt auf die Welt, ein schreckliches Erlebnis. Ich verstehe Frauen nicht, die freiwillig einen Kaiserschnitt machen lassen. Das Argument weniger Schmerzen lasse ich nicht gelten. Vielleicht umgeht man heftige Wehen, aber der Tag nach der OP fühlt sich an, als würde man sich nie wieder bewegen können. In den ersten Stunden nach der Geburt war ich nicht fähig, mein Baby im Arm zu halten und mich richtig zu freuen.
Anett Gläsel, Leipzig

Ich vermisse die Erfahrung der Geburt

Früher kam für mich nur ein Kaiserschnitt infrage. Schwanger änderte ich meine Meinung und bereitete mich auf eine natürliche Geburt vor. Leider musste dann doch ein Notkaiserschnitt gemacht werden, da die Herztöne meiner Tochter teilweise nicht mehr messbar waren. Ich war froh, dass meine Tochter gesund zur Welt kam. Aber mir fehlt die Erfahrung der Geburt und der erste unmittelbare Kontakt zu meinem Kind. Ich würde eine natürliche Geburt bevorzugen. Gegen die Wehenschmerzen kann man sich immer noch eine PDA geben lassen.
Manja Schiffmann, Bergisch Gladbach

Nach der Not-OP ein Wunschkaiserschnitt

Meine Kinder sind beide durch einen Kaiserschnitt zur Welt gekommen. Die erste OP war notwendig, weil sich nach 24 Stunden Wehentropf nichts tat. Der Kopf meines Sohnes war zu groß für mein Becken. In der zweiten Schwangerschaft habe ich mich für einen Wunsch-Kaiserschnitt entschieden. Einen Notfall wie bei der ersten Geburt wollte ich vermeiden. Diesen Eingriff (mit Spiralanästhesie) habe ich bewusster und entspannter wahrgenommen. Ich würde mich wieder so entscheiden. Wenn Frauen aber aus Angst vor den Wehen einen Kaiserschnitt wollen, sollten sie die Schmerzen nach der OP nicht vergessen.
Esther Lützenkirchen, Kaufungen

Es ist und bleibt ein operativer Eingriff

Mein erster Sohn kam auf natürlichem Weg zur Welt. Es war eine lange und schmerzhafte Geburt, zum Schluss musste die Saugglocke zu Hilfe genommen werden. Trotzdem hatte ich die Schmerzen gleich nach der Geburt vergessen. Mein zweiter Sohn musste per Kaiserschnitt geholt werden. Das hat mich sehr belastet. Mir fehlen die ersten sechs Stunden mit meinem Kind, da ich es zuerst nur kurz sehen konnte. Dazu kamen hinterher die Probleme mit der Narbe. Es ist und bleibt ein operativer Eingriff.
Andrea Schneider, Waldshut-Tiengen

Für mich war der Kaiserschnitt die beste Lösung

Ich konnte mich nicht in einem Kurs auf die Geburt vorbereiten, weil ich die letzten zwei Monate meiner Schwangerschaft liegen musste. Dazu kam noch eine Beckenendlage. Deshalb riet man mir zum Kaiserschnitt. Die PDA war kein Problem und nach fünf Minuten hörte ich meine Tochter quäken. Ich war überglücklich, als mir die Hebamme das kleine Bündel zeigte. Schon nach kurzer Zeit lag ich wieder im Krankenzimmer. Allerdings hatte ich noch einige Wochen hinterher Schmerzen. Doch in meiner Situation war der Kaiserschnitt sicherlich die beste Lösung.
Vicky Wundsch, Geisenfeld

Natürliche Geburt nach einem Kaiserschnitt?

Bei einer natürlichen Geburt besteht das Risiko, dass die alte Kaiserschnitt-Narbe der Gebärmutter durch die Belastung reißt. Daher sind Schwangere unsicher, ob eine natürliche Entbindung beim nächsten Mal möglich ist. Studien geben aber Entwarnung – HIER mehr dazu!

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5 Kommentare

  1. Stephanie Lindoerfer sagt:

    Meine erste Tochter hab ich per spontan Geburt mit pda bekommen…war voll easyJet.Meine zweite auch,aber die wollte zuerst mit der Hand raus und der GynäkologE is5 einfach zu einer O.P.abgehauen.Ich hatte jedoch Glück und eine gute Hebamme,die wusste was sie tat!Alles lief gut,jedoch tat nachher beim laufen das Becken ganz schön weh für ein paar Tage.Jetzt bekomme ich Zwillinge Junge und Mädchen,bin in der 35.Woche und froh darüber,dass die so lange drin sind.Das erste liegt jedoch in Beckenendlage.Das zweite hat sich gedreht,und liegt in Schädellage.Man hat uns zwar eine Beckenendlage Geburt empfohlen,aber das möchte ich nicht riskieren.Deshalb haben wir auch schon einen Termin für’n Kaiserschnitt.Jedoch hab ich Angst davor,weil meine Blinddarm o.p.schief lief.Ausserdem sagte der Arzt das aus mehreren Gründen ein Kaiserschnitt für die Baby’s nicht gut sei.

  2. Tanja Lack sagt:

    Mein Sohn musste nach 15 Stunden Wehen per Kaiserschnitt geholt werden, da er in Gesichtslage lag und eine Spontangeburt somit unmöglich war.
    Ich kann dazu nur sagen: keine einzige Wehe war so schmerzhaft wie das erste Mal aufstehen und gehen nach dem KS!
    Dies war im November 14 und bis heute habe ich kein Gefühl am Bauch und meine Narbe schmerzt immer wieder mal!

    Ich kann allen Frauen nur raten, wenn medizinisch i.O. Eine natürliche Geburt zu bevorzugen! Ich hätte diese Erfahrung nach so vielen Stunden Wehen sehr gerne noch gemacht!!

    Ansonsten, liebe Mädels, es ist Euer Körper – IHR entscheidet :))

    Liebe Grüße
    Tanja mit Oscar

  3. grisu66 sagt:

    es sollte heissen: …….das sollte jede Frau für sich entscheiden.

  4. grisu66 sagt:

    Ob KS oder Spontan.das sollte jede Frau sich entscheiden. Sie lebt ja mit den Folgen und nicht ein andrer.
    Für mich gabs noch nie Probleme wegen des KS. Den lieber ein KS als evtl ein Kind das durch eine schlechtgelaufne Geburt gesundheitlich Probleme hat.
    Mein 2. Kind kam per NKS ( Vollnarkose ,weil die PDA versagte,BELlage,Po vorran,war schon bis Hüfte da, Kind verschwand während der Austreibungsphase wieder zurück in Bauch und kam nicht mehr, Herztöne nach 2 Std von Kind schwächer))innerhalb 16 min .Ich hatte mit keiner Sekunde ein schlechtes Gewissen,geschweige den eine Depression oder so. Warum auch? Lieber so ,als das mein Kind verstorben wär.
    Und ja,diese KSschmerzen sind schlimmer als bei einer spontanen Entbindung.
    Manchen Frauen bleibt die spontane Entbindung verwährt.

  5. Maya sagt:

    Ich hatte einen Wunschkaiserschnitt und bin absolut zufrieden gewesen .
    Am selben Tag konnte ich aufstehen und einen Tag später duschen.
    Der Katheter wurde am Abend entfernt . Der Wundschmerz geht ca 2 Tage.
    Ich bin nach drei Tagen zu Hause gewesen und konnte trotz 4 Etagen schmerzfrei die Treppen steigen und wir waren auch jeden Tag spazieren
    Die Op ist nun 4 Wochen her und es ist alles wie vorher ..kein Taubes Gefühl , keine Beschwerden beim GV
    Lasst euch keine Angst machen , es ist Kopfsache und ein Glück
    Gehört natürlich auch dazu 😉

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