6. November 2012

Lieber Kaiserschnitt als Saugglocke?

© Miodrag Gajic/iStockphoto.com

Das erstes Kind wurde mithilfe der Saugglocke geholt. Nun fragt sich die Mutter, ob das bei bei der nächsten Geburt auch so kommen kann. Was der Frauenarzt rät.

Vor drei Jahren kam mein Baby mithilfe einer Saugglocke auf die Welt. Jetzt erklärte mir der Arzt bei der Anmeldung für die zweite Geburt, er würde diesmal zu einem rechtzeitigen Kaiserschnitt raten, sollte es wieder zu einer ähnlichen Situation kommen. Wäre das wirklich besser?

Prof. Dr. Ulrich Retzke vom Zentralklinikum Suhl: Hatten Sie nach der ersten Geburt Probleme – zum Beispiel mit dem Dammschnitt, der bei der Saugglocken-Entbindung gemacht wurde? Haben Sie deshalb große Angst davor, dass auch die zweite Geburt mit der Saugglocke beendet werden müsste? Nur in diesem Fall würde ich an Ihrer Stelle einen vorsorglichen Kaiserschnitt erwägen.

Meist verläuft die zweite Geburt leichter

Aber vielleicht wünschen Sie sich die spontane Geburt. Es ist nicht so, dass nach einer Saugglocken-Geburt auch die nächste darauf hinausläuft. Die Wahrscheinlichkeit ist deutlich geringer, weil die zweite Geburt meist leichter verläuft. Beschwerden wie Beckenbodenschwäche und Inkontinenz können nach jeder Geburt auftreten, sind also keine spezifische Nachwirkung der Saugglocke. Ein Kaiserschnitt könnte diese Risiken vielleicht vermeiden, schafft dafür aber andere. Ich sehe deshalb keinen Anlass, einer Geburt mit der Saugglocke einen Kaiserschnitt vorzuziehen.

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