Expertentipps für kleine Essverweigerer

Gesunde Ernährung für Kinder

Gesunde Ernährung ist kinderleicht. Wenn ihr die Tipps zu diesen fünf Lebensmittel-Gruppen beachtet, bekommen Kids eine vitale Grundlage für ihr späteres Leben.

"Mag ich nicht!", sagen Kinder immer gerne, wenn neue Dinge auf den Tisch kommen. "Wichtig ist, dass man die Kinder immer wieder zum Probieren motiviert. Es braucht bis zu zehnmal, bis ein Kind etwas Neues gerne isst", sagt Dr. Andrea Lambeck. Wenn der Sohn oder die Tochter eine Speise ablehnt, sollten die Eltern sie nicht vom Speiseplan streichen, sondern sie in zwei Wochen noch einmal – am besten anders zubereitet – anbieten. Irgendwann nehmen die Kinder den Geschmack als "bekannt" wahr – und mögen ihn plötzlich. So erweitern Eltern nach und nach den Geschmackshorizont ihres Nachwuchses. Tipp: Gemüse in die Lieblingsspeise schummeln, zum Beispiel Möhren geraspelt oder püriert in Frikadellen- und Zucchini in Kartoffelpufferteig. Bei Fans von Burger, Pommes und Pizza kann Mama mit Hamburgern aus Vollkornbrötchen mit Rohkost oder Gemüsepizza punkten.

Immer wieder aufs Neue probieren – und den Kindern ausgewogene Essgewohnheiten vorleben

Schon die Kleinsten haben Essmarotten, die ihre Eltern nicht selten zur Verzweiflung bringen. Fakt ist: In der Kindheit werden die Weichen für Geschmacksvorlieben und Essgewohnheiten gestellt. "Wer schon früh gelernt hat, ausgewogen zu essen, wird das mit hoher Wahrscheinlichkeit auch im weiteren Leben tun", sagt Ernährungswissenschaftlerin und Geschäftsführerin des Berufsverbandes Oecotrophologie e.V. (VDOE) Dr. Andrea Lambeck. Aber: Wie gewöhnt man die lieben Kleinen an gesunde Ernährung? Und: Wie sieht ein ausgewogener Speiseplan aus?

1. Gesunde Getränke ohne Zucker

Leitungswasser oder stilles Mineralwasser ist die erste Wahl. Wenn euer Kind es verträgt und mag, darf es auch kohlensäurehaltiges Wasser trinken. Ungesüßte Früchte-, Kräuter- und Roibuschtees ohne zusätzliche Aromen sind ebenfalls geeignete Durstlöscher. Süße Getränke wie Limonade, Eistee, Soft-Drinks oder Fruchtsaft sind für Kinder ungeeignet. 150 Milliliter Apfelsaft enthalten etwa fünf Würfel Zucker, der von Natur aus in den Äpfeln enthalten ist. Wenn Saft, dann höchstens als Schorle gemischt. Cola, grüner sowie schwarzer Tee, Kaffee und Energiedrinks enthalten Koffein und sind für Kinder absolut ungeeignet.

2. Vor allem Obst und Gemüse

Pflanzliche Lebensmittel sollten auf dem Speiseplan ganz oben stehen und vorwiegend verzehrt werden. Sie enthalten reichlich Vitamine, Mineral-, Ballast- und sekundäre Pflanzenstoffe. Von diesen gesundheitsfördernden Stoffen profitieren Kinder am meisten, wenn sie täglich mindestens drei Portionen Gemüse (als Rohkost, Salat oder gekocht, dazu gehören auch Hülsenfrüchte wie Linsen, Bohnen und Kichererbsen und ungesalzene Nüsse) und zwei Portionen Obst essen. Frucht- und Gemüsesäfte können gelegentlich durch eine Portion ersetzt werden. Besser ist es aber, Äpfel, Brokkoli und Co. zu essen, denn durch das Kauen macht es länger satt.

Alles möglichst frisch einkaufen (am besten saisonal und regional und gerne aus ökologischem Anbau), nur kurz lagern und erst unmittelbar vor dem Verzehr zubereiten. Viele Kinder essen mehr Obst und Gemüse, wenn sie mundgerechte Stücke serviert bekommen, selber mitschnibbeln dürfen, oder sich aus verschiedenen Sorten eine eigene Mischung zusammenstellen dürfen.

3. Milch und Milchprodukte

Etwa drei Portionen täglich empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). Das können (Butter-)Milch, Kefir, Joghurt, Quark oder Käse sein. In ihnen stecken Proteine, Vitamine und Mineralstoffe wie Calcium. Fertige Fruchtjoghurts, Puddings und Milchdesserts enthalten viel Zucker und relativ viel Fett. Achtet auf die Angaben auf der Verpackung. Naturjoghurt mit einem Löffel Konfitüre oder frischem Obst ist bestens geeignet. 

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