„Wir essen schon morgens gern deftig”, Gülcan und Murat mit Ilay (2) und Leyla (4), Hamburg

Mein Mann und ich sind beide in Deutschland geboren, und haben uns auch beim Essen unserer hiesigen Heimat in vielem angepasst. Aber ein paar Gewohnheiten habe ich von der türkischen Familienküche übernommen. So essen wir morgens schon sehr deftig. Und so etwas wie Kaffee und Kuchenessen am Nachmittag oder das klassische Abendbrot kennen wir eigentlich nicht. Süßes gibt es bei uns nur sehr selten zwischendurch – eigentlich sind meine beiden sehr begeistert über die Snackbox mit Rohkost und Obst für den Nachmittag. Ansonsten essen wir selten Fleisch, dann Kebab eher als Würstchen. So etwas wie Senfeier mag ich, aber typisch türkisch ist das nicht.

SPEISEPLAN

Frühstück: wochentags um 7 Uhr. Am Wochenende immer deftig und warm – mit Rührei, Knoblauchwurst, eine leichte Linsensuppe.

Mittagessen: Viel essen die Kinder in der Kita nicht, deshalb gibt es bei Karas um 14 Uhr noch ein warmes Essen, damit sie wirklich satt sind; oft hartgekochte Eier. 

Zwischenmahlzeiten: Obst, Karotte, Gurke, im Sommer natürlich schon mal ein Eis. Wenn die Kinder danach fragen, gibt’s auch schon mal was Süßes. 

Abendessen: auch so gegen 18 oder 19 Uhr wird noch mal zusammen warm gegessen. 

„Traditionelle ungarische Kost“, Judit und Zsigmond mit Ádám (5) und Sári (3), Budapest

Gemeinsame Mahlzeiten sind für uns wichtig. Dann läuft kein Fernseher im Hintergrund oder man darf auch nicht telefonieren. Wir essen meistens traditionelle ungarische Speisen, aber wir achten darauf, dass wir uns gesund ernähren. Vormittags sind wir oft unterwegs oder auf dem Spielplatz, dann essen wir ein Stück Obst oder pogácsa, ein traditionelles ungarisches Salzgebäck. In Ungarn und auch bei uns sind Eintöpfe aus Gemüse wie Erbsen, Bohnen oder Kürbis populär. Zu Mittag essen wir oft einen Eintopf, Nudeln oder Fleisch mit Gemüse als Beilage. Isst mein Sohn im Kindergarten, so essen wir in der Woche nur mit meiner Tochter zu Hause. Oft kommen die Großmütter und sie bringen auch Essen mit. Ab und zu, einmal alle zwei Wochen bestellen wir was.

SPEISEPLAN

Frühstück: Semmel mit Butter, Marmelade oder Schinken. Dazu trinken wir Milch, Kakao oder Kaffee.

Zwischenmahlzeiten: Pogácsa, Kekse, Obst oder Túró Rudi (Quarksüßigkeit mit Schokolade).

Mittagessen: Immer zwei Gänge – zuerst Suppe, dann als Hauptspeise Eintopf, Nudeln oder Fleisch mit Beilage. 

Abendessen: Kinder mögen was Warmes, essen die Suppe oder den Rest vom Mittagessen. Die Eltern essen ein Brot, Omelett, Würstchen oder Salat. Meistens trinken wir Wasser oder Tee.

„Wir haben ein paar ‚Standard-Gerichte’“, Silke und Daniel mit Tom (4) und Mina (9 Monate), Hamburg

Weil mein Mann und ich selbstständig sind und wir sehr unterschiedliche Arbeitszeiten haben, schaffen wir es unter der Woche nur selten alle vier gemeinsam an den Tisch. Umso wichtiger ist uns unser gemeinsames Wochenend-Frühstück. Dann sitzen wir immer richtig lange zusammen und schmieden Ausflugspläne für den Tag. Die warme Mahlzeit gibt’s samstags und sonntags meistens abends. In der Regel koche ich. Wir haben ein paar „Standard-Gerichte“, zum Beispiel Spaghetti Bolognese, Coq au vin und Süßkartoffelpommes. Dazu gibt’s Salat oder Gemüse als gesunde Beilage. Mindestens einmal in der Woche lassen wir unser Abendessen liefern. Wenn Tom seinen Teller leer isst, darf er sich danach einen Nachtisch aussuchen. Am liebsten mag er Nudeln ohne alles. Mein Mann liebt Sauerbraten, ich fahre gerade total auf Süßkartoffelpommes ab.

SPEISEPLAN

Frühstück: wochentags zwischen 7 und 8 Uhr. Cornflakes, Overnight-Oats, Porridge

Mittagessen: Keine festen Zeiten, fällt manchmal aus. Tom isst in der Kita warm, Mina bekommt Brei, Silke greift im Supermarkt beim Fertig-Salat zu oder isst auswärts mit Freundinnen – gerne Deftiges wie Schnitzel, Pizza und Burger.

Zwischenmahlzeiten: zweites Frühstück für Tom in der Kita; Obst, Laugenbrötchen, Quetschies, Kekse, auch mal „Haribo“ oder Schokolade

Abendessen: zwischen 18 und 20 Uhr. Butterbrot, Obst- und Gemüsesticks, Mini-Frikadellen, gelegentlich eine kleine Süßigkeit; die „Standard-Gerichte“

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