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Veggie-Wurst, Soja-Frikadelle & Co.

Fleischersatz: Wie gesund ist "Mogelfleisch" für Kinder?

Vegetarische und vegane Ernährung ist bei Familien auf dem Vormarsch - und: Fleischersatzprodukte sind in aller Munde. Aber: Was steckt eigentlich drin in den Fleisch-Imitaten? Und: Wie gesund sind sie vor allem für Kinder? Stiftung Warentest hat vegetarische Fleischersatzprodukte unter die Lupe genommen - mit teils erschreckendem Ergebnis. Vor allem ein Inhaltsstoff bereitet den Experten Sorgen.

Knapp 61 Kilogramm Fleisch wurden pro Kopf in Deutschland im Jahr 2015 verzehrt. Spitzenreiter der Fleischeslust ist statistisch gesehen Schweinefleisch mit 38 Kilogramm. Und: Etwa 96 Prozent der deutschen Haushalte kaufen Fleisch ein, so lauten die aktuellen Zahlen der Zentralgenossenschaft des europäischen Fleischergewerbes (Zentrag) . 

Der Markt mit Fleischersatzprodukten boomt – doch wie gut tut Pflanzeneiweiß dem Körper?

Gerade bei jungen Konsumenten kommt Fleisch aber immer seltener auf den Tisch. Der Vegetarierbund Deutschland (Vebu) geht von rund 7,8 Millionen Vegetariern und rund einer Million Veganern aus. Und immer mehr Menschen, sogenannte Flexitarier, verzichten ab und zu bewusst auf Schnitzel und Steak. In einer Online-Befragung der Verbraucherzentralen gaben 42 Prozent moralisch-ethische Motive als Hauptgrund an, öfter zu Fleischersatzprodukten zu greifen. Und der Markt boomt. Laut dem Marktforschungsunternehmen Mintel wurden 2015 in Deutschland mehr vegane Produkte als in jedem anderen europäischen Land eingeführt. 

Sechs Fleischersatzprodukte sind mit Mineralöl belastet

Klar ist: Pflanzeneiweiß – Hauptbestandteil der Ersatzprodukte – hat einen positiven Einfluss auf die Gesundheit. Es kann das Sterberisiko senken, dagegen erhöht viel tierisches Eiweiß das Risiko für Herz- und Kreislauferkrankungen. Doch was ist drin im Soja-Schnitzel oder in der Öko-Bratwurst? Stiftung Warentest hat aktuell 20 Fleischersatzprodukte unter die Lupe genommen. Es wurde geprüft, welche Nähr- bzw. Zusatzstoffe und ob Schadstoffe enthalten sind. Das Test-Fazit fiel durchwachsen aus: Lediglich sechs Produkte erwiesen sich als gute Alternative zu fleischigen Vorbildern. Fünf Bratwürste und ein Schnitzel sind jedoch mit hohen Mengen an Mineral­ölbestand­teilen belastet, die sich in den Organen anlagern können und laut der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) als "potenziell besorgniserregend" gelten. Hinzu kam: Einige Veggie-Varianten schmeckten trocken, waren schwer zu kauen oder so salzig, dass sie durstig machten (mehr Infos zum Test unter www.test.de).

Eine vegane Ernährung birgt für Kinder die Gefahr eines Nährstoffmangels

Über Geschmack lässt sich ja streiten, aber nicht über Gesundheitsprobleme. Und die sind bei einer rein veganen Ernährung von Kindern nicht wegzudiskutieren: Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) attestiert eine Unterversorgung mit Energie, Protein, Eisen, Kalzium, Jod, Zink, Vitamin B2, Vitamin B und Vitamin D - und hält eine vegane Ernährung daher im gesamten Kindesalter für ungeeignet. Und die vegetarische Variante? Eier und Milchprodukte ersetzen sehr gut die – für das Wachstum so wichtigen – tierischen Eiweiße. Eine laktovegetarische (also kein Fleisch/Fisch, keine Eier, aber Milch und Milchprodukte) oder ovo-laktovegetarische Ernährung (kein Fleisch/Fisch, aber Eier, Milch und Milchprodukte) ist demnach auch für Kinder möglich. Worauf Eltern dabei im Detail achten sollten, liest du hier.

Das "andere" Eiweiß im Veggie-Fleisch

Sojabohnen. In vielen Fleischersatzprodukten steckt die Hülsenfrucht Soja. Die Bohne enthält satte 40 Prozent Eiweiß, wertvolle Fettsäuren und viel Vitamin E. Allerdings: Oft wird genverändertes Soja verarbeitet, für das Regenwald gerodet wurde. 

Eier. Das vom Menschen gut verwertbare Hühnereiweiß ist ein hochwertiger Austauschstoff, der bei vielen Ersatzprodukten verarbeitet wird. 

 

Milch. Das nicht zur Konservierung erhitzte Kuhprodukt enthält enorm viel Eiweiß – einige Veggie-Produkte basieren auf Milch. 

 

Seitan/Weizeneiweiß. Das Klebeeiweiß des Weizenmehls enthält nicht sehr viele Proteine. Es wird als Verdickungsmittel benutzt. 

 

Lupine. Ähnlich wie die Sojabohne liefert der Süßlupinensamen viel Eiweiß, die Industrie hat die Bitterstoffe herausgezüchtet. 

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