Kochtopf oder Bio-Müll?

Keimende Kartoffeln: Giftig oder kann man die noch essen?

"Darf ich die noch für mich und meine Kinder zubereiten?" Habt ihr euch das auch schon öfter gefragt? Experten sagen: Achtung! Keimende Kartoffeln können zu einer Vergiftung führen, besonders bei unseren Kleinsten ...

Darf man eine keimende Kartoffel noch verspeisen?
© Foto: iStock/Beata Haliwi
Darf man eine keimende Kartoffel noch verspeisen?

Geht es euch auch so? Wenn es um das Thema "keimende Kartoffel" geht, herrscht leichte bis mittelschwere Unsicherheit unter uns Hobbyköchen. Darf man die jetzt noch essen? Oder müssen die schon weg – auch wenn die Triebe noch sehr klein sind? Vor allem, wenn wir für unsere Babys und Kinder kochen, wollen wir eine Lebensmittelvergiftung natürlich unbedingt vermeiden. Aber tatsächlich: Keimende Kartoffeln können unter Umständen eine Solanin-Vergiftung hervorrufen. Was es damit genau auf sich hat, erklären wir euch hier. 

Keimende Kartoffeln können eine Solanin-Vergiftung auslösen

© Screenshot: Instagram/@erstehilfekind

Sie ist Notfallsanitäterin, Erste-Hilfe-Ausbilderin und Mama. Und genau über diese Themen informiert Larissa auch auf ihrem Instagram-Kanal @erstehilfekind. Dort haben wir nun erfahren, dass die Influencerin vermutlich unter einer Solanin-Vergiftung leidet. Denn: Die Mutter hat sich hausgemachte Kartoffelpuffer zubereitet, mit leicht (!) keimenden Kartoffeln. Zum Glück nur für sich und nicht für die ganze Familie. Daraufhin: große Magen-Darm-Verstimmung! Solanin ist hitzebeständig. Kochen oder Braten löst den toxischen Gehalt in der Kartoffel also nicht auf.



     

Die Symptome einer Solanin-Vergiftung sind unangenehm:

  • Kopfschmerzen
  • Appetitlosigkeit
  • Durchfall
  • Erbrechen
  • Übelkeit
  • Bauchschmerzen 
  • Benommenheit
  • Atemnot
  • Krämpfe


"Diese Symptome werden häufig gar nicht den Kartoffeln zugerechnet", schreibt Larissa in ihrer Instagram-Story. Sie will keine Angst machen, aber generell mehr sensibilisieren, weil ihr sehr viele Leute geschrieben haben, dass sie gekeimte Kartoffeln immer essen würden, auch zusammen mit ihren Kindern. Dabei sind die – aufgrund ihres geringeren Körpergewichts – nochmal gefährdeter. 

Darauf solltet ihr bei Kartoffeln achten!

Eine Untersuchung des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) ergab zwar: 92 Prozent der Kartoffelproben enthielten weniger als 100 mg/kg Solanin. Ergo, das Risiko einer Vergiftung ist (für Erwachsene!) eher gering. Wer auf Nummer Sicher gehen will, einen sensiblen Magen hat oder für Kinder kocht, sollte sich aber besser an folgende Tipps des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) und der Stiftung Warentest halten:

  • Grüne, stark keimende oder eingetrocknete Kartoffeln sollte man gar nicht essen.
  • Grüne Stellen und "Augen" sollten großzügig wegschält werden.
  • Kleine Kinder und Babys bitte gar keine ungeschälten Kartoffeln essen lassen.
  • Schmecken Kartoffelgerichte bitter, sollte man sie vorsichtshalber nicht verspeisen.
  • Frühkartoffeln können nicht gelagert werden. Sie sollten möglichst schnell verbraucht werden, denn sie haben den höchsten Solanin-Wert.

Übrigens: Auch Auberginen und Tomaten können Solanin produzieren. Hier sollte man grüne Stellen und den Strunk großzügig wegscheiden.

Wie lagere ich Kartoffeln, damit sie möglichst langsam keimen?

Kartoffeln brauchen absolute Dunkelheit und kühle Temperaturen. Vor allem im Sommer keimen sie sehr viel schneller. Denn Licht produziert ganz automatisch Solanin bei Nachtschattengewächsen. Am besten bewahrt ihr eure Kartoffeln, wenn möglich, im Keller auf, zum Beispiel in einer trockenen Box mit Deckel*. Die ideale Temperatur liegt bei zehn Grad. Habt ihr keinen Keller, dann kauft am besten nur so viele Kartoffeln, wie ihr auch in den nächsten Tagen verbrauchen könnt. Denn, wir haben gelernt, keimende Kartoffeln sollten vorsichtshalber nicht mehr auf dem Teller landen. Höchstens im Gartenbeet! Denn dort können sie ganz wunderbar zu einer neuen Kartoffelpflanze heranreifen.

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