Anzeige – Die Gemeinschaftssinnstudie der Bepanthen-Kinderförderung

Wie Eltern ihre Kinder beeinflussen – positiv wie negativ

Bitte, Danke und andere Höflichkeitsformen gehören in unserer Gesellschaft zum täglichen Miteinander und Eltern vermitteln sie wie selbstverständlich an ihre Kinder. Doch wie steht es um abstraktere gemeinschaftliche Werte wie Empathie oder Solidarität? Können Eltern ihren Kindern einen positiven Gemeinschaftssinn mit auf den Weg geben? Die Gemeinschaftssinnstudie der Bepanthen-Kinderförderung hat neben dem Verhalten von Kindern und Jugendlichen auch die Ansichten der Eltern unter die Lupe genommen. Und untersucht, welche Zusammenhänge sich zwischen Verhalten und Einstellung der beiden Generationen finden.

Eine Hänselei auf dem Schulhof: Während wenige Kinder helfend eingreifen, wenden sich einige unbeteiligt ab oder steigen sogar in die Hänselei mit ein. Diese konkrete Szene ist zwar zunächst fiktiv, findet aber so oder ähnlich täglich an deutschen Schulen statt. Denn ganze 22 Prozent der Kinder (bei den Jugendlichen sogar 33 Prozent) zeigten bei der Befragung durch die Bepanthen-Kinderförderung in Zusammenarbeit mit der Universität Bielefeld einen mangelhaften Gemeinschaftssinn. Deutlich wird dies etwa durch eine geringe Ausprägung von Empathie und Solidarität, sowie eine hohe Tendenz zu Gleichgültigkeit und Abwertung.

Bei der Auswertung der Elternbefragung wurde nun deutlich, dass besonders charakterliche Stärken wie Empathie und Solidarität häufig von Generation zu Generation weitergegeben werden. Fallen diese bei den Eltern gering aus, so adaptieren dies auch die Kinder vermehrt. Wunsch und Streben der Kinder, die eigenen Eltern nicht zu enttäuschen, spielen in diesem Zusammenhang eine große Rolle. Dabei können die hohen Ansprüche der Eltern teils enormen Druck erzeugen, der sich wiederum negativ auf die Kinder auswirkt.

Eltern legen den Grundstein

Sicher ist: Eltern können den Gemeinschaftssinn ihrer Kinder positiv beeinflussen. Allerdings übernehmen die Sprösslinge neben positiven ebenso negative Einstellungen und Verhaltensweisen, die ihnen vorgelebt werden.

"Kinder sind oftmals ein Spiegel ihrer Eltern – das zeigt unsere Auswertung ganz deutlich", sagt Sozialpädagoge und Studienleiter Prof. Dr. Holger Ziegler. Für die Erhebung wurden Kinder und Jugendliche sowie die jeweiligen Eltern getrennt voneinander befragt. "So können wir Parallelen beobachten und Rückschlüsse zum Einfluss der Eltern-Perspektive auf die Kinder-Einstellung ziehen. Die Ergebnisse sprechen eine deutliche Sprache: Gemeinschaftssinn wird nicht nur, aber maßgeblich, im Elternhaus geprägt."

(Überhöhter) Leistungsglaube der Eltern

In der Befragung wurden auch übergeordnete Einstellungen und Werte untersucht. So zeigt die Studie ein weiteres Ergebnis, das auf den ersten Blick nur lose mit der Thematik verknüpft erscheint: einen deutlichen Zusammenhang zwischen Leistungsdruck und der Abwertung von Randgruppen. Bei näherer Betrachtung zeigt sich auch hier der deutliche Einfluss der elterlichen Einstellung auf Moral und Verhalten des Nachwuchses. So hängt die Angst vor dem Versagen bei Kindern und Jugendlichen eng zusammen mit dem Anspruchsdenken der eigenen Eltern: 63 Prozent aller in der Studie befragten Eltern sind der Überzeugung, dass man mit Fleiß und Ehrgeiz innerhalb der Gesellschaft vorankommt. Vor diesem Hintergrund steigert sich der Wunsch, dass aus dem eigenen Kind „etwas wird“, oft in einen erhöhten Leistungsdruck, dem das Kind gerecht werden muss. Gleichzeitig besteht die Angst der Kinder, elterliche Erwartungen nicht erfüllen zu können.

Wenn die Eltern das – möglicherweise auch eigene – Scheitern nun aber nicht durch ihr persönliches Handeln erklären, sondern glauben, es läge daran, dass andere Menschen unverdient bevorteilt werden, übernimmt auch der Nachwuchs diesen Glauben. Für das eigene Versagen werden demnach Randgruppen verantwortlich gemacht. So schürt die persönliche Drucksituation Abwertungstendenzen gegenüber anderen.

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Abwertung und geringe Solidarität

Aber auch unabhängig von einem möglichen zu hohen Leistungsdruck haben Eltern einen unbestreitbaren Einfluss darauf, ob ihre Kinder andere Menschen herabsetzen oder nicht. Von Eltern, die andere Personen in der Befragung überdurchschnittlich abwerten, überträgt sich die Einstellung auf immerhin 51 Prozent der Kinder. Andersherum neigen 54 Prozent der Kinder mit Eltern, die unterdurchschnittliche Abwertungstendenzen zeigen, nur wenig dazu, andere abzuwerten.

Vorsicht auch vor voreiligen Aussagen wie "Wer schlecht behandelt wird, hat es in der Regel nicht besser verdient". Denn diese elterliche Gewohnheit der Schuldzuweisung kann dazu führen, dass die eigenen Kinder dem Vorbild folgen. Und beispielsweise ganz unsolidarisch anderen Kindern eine Mitschuld daran geben, wie sie beurteilt werden. 

Hilfsbereitschaft und Empathie

Erfreuliche Ergebnisse liefert die Gemeinschaftssinnstudie zum elterlichen Einfluss von Hilfsbereitschaft und Empathie: Wenn Eltern ihren Kindern die Wichtigkeit der Hilfe für Schwächere vermitteln, zeigt dies Wirkung: So stimmen 73 Prozent der Kinder dieser Eltern der Aussage zu, dass sie anderen Kindern helfen, wenn diese geärgert werden. Nur 4 Prozent der Kinder, deren Eltern der Wichtigkeit von Hilfsbereitschaft zustimmen, lehnen diese selbst ab.

Auch im Bereich der Empathie wirkt sich das elterliche Vorbild positiv auf das Verhalten von Kindern aus. Je höher die elterliche Empathie, desto größer ist der Anteil der Kinder, die sich ebenfalls empathisch zeigen. 87 Prozent der Kinder von Eltern, die eine hohe Empathie aufweisen, gaben in der Befragung an traurig zu sein, wenn sie sehen, dass ein Junge verletzt wird. Bei Eltern mit niedrigem Empathiescore sind es hingegen nur 58 Prozent der Kinder. Fazit: Je stärker die elterliche Hilfsbereitschaft und Empathie ausgeprägt sind, desto höher ist der Anteil der Kinder, der dem folgt.

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Mit Gemeinschaftssinn zuversichtlich in die Zukunft

Das Elternhaus und die darin transportierten Werte tragen entscheidend dazu bei, wie das Erleben von Gemeinschaft und Zusammenhalt geprägt wird. Gerade in der aktuellen Zeit ist der Gemeinschaftssinn als tragender Pfeiler der Gesellschaft bedeutend – auch, wenn es darum geht, zuversichtlich in die Zukunft zu blicken. Der Studie zufolge sind immerhin 85 Prozent der Eltern zuversichtlich, wenn sie an die Zukunft ihrer Kinder denken. Ein positives Signal im Hinblick auf kommende gesellschaftliche Herausforderungen. Klar ist: Mit ihren Ansichten und Einstellungen prägen Eltern den Gemeinschaftssinn von Kindern und Jugendlichen, sowohl im negativen als auch positiven Sinne. Und zeichnen somit auch den Weg, wie diese künftig mit anderen Menschen umgehen.

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