Geburtstag ohne Großeltern und Freunde

"Nächstes Jahr soll gefälligst alles wieder ganz normal sein"

Alles ist anders in Zeiten von Corona – auch die Geburtstage. Tausende Feste fallen in diesen Wochen ins Wasser, und das ist besonders für die kleinen Geburtstagskinder unter uns hart.

Wir haben mit Erstklässlerin Emma aus Berlin gesprochen, die am vergangenen Wochenende sieben Jahre alt wurde – und sich ihren großen Tag deutlich anders vorstellte ...

Emmas Geburtstags-Protokoll: 

"Eigentlich wollten wir einen großen Brunch bei uns zu Hause machen. Oma Hund und Opa Baum sollten kommen, und Papa mit seiner Freundin und meine Tante. Nachmittags wollte ich mit sieben Kindern bowlen gehen. Mein bester Freund sollte dabei sein, zwei Mädchen und ein Junge aus meiner neuen Schulklasse und dann noch drei alte Kita-Freundinnen. Die Einladungen waren sogar mit Regenbogenglitzer. 

Dann aber gab es keinen Brunch, und auch kein Bowlen. Und Schuld ist das blöde Coronavirus. 

Ich habe die ganze Zeit gehofft, dass ich doch noch feiern darf, aber zwei Tage vor meinem Geburtstag hat Mama dann alles abgeblasen. Sie hat mir erklärt warum und ich weiß ja, dass das gerade nicht geht, dass ich mit den anderen so spiele wie sonst.

Also waren wir dann an meinem Geburtstag morgens erstmal alleine zu Hause. Nach dem Frühstück kam Papa kurz vorbei, weil er mir mit Mama zusammen ein neues Fahrrad geschenkt hat. Das war schön.

Nachmittags waren meine Zwillingsfreundinnen Finja und Cilia hier, sie sind die einzigen, die ich gerade noch treffen darf, weil wir in den letzten Wochen eh immer zusammen waren und unsere Mamas beschlossen haben, dass nur wir drei noch miteinander spielen dürfen und sonst mit niemandem. Wir haben die M&M-Torte gegessen, die Mama gebacken hatte, dann ein Wikingerspiel und später Verstecken gespielt. 

Ich habe nicht nur das Fahrrad, sondern noch ganz viele andere tolle Geschenke bekommen: Einen Barbie-Ken, ein Puzzle von Spirit, ein Malen-nach-Zahlen-Set. Ach und das Beste sind die neuen Rollschuhe, dazu habe ich noch Ellbogen-, Knie- und Handschoner gekriegt. 

Aber trotzdem: Ich hätte lieber ein paar Geschenke weniger gehabt, und dafür Besuch von Oma, Opa und den anderen. Im Sommer will ich nachfeiern. Und nächstes Jahr soll dann gefälligst alles wieder ganz normal sein. Das wünsche ich mir zu meinem achten Geburtstag."

Autorin: Claudia Weingärtner

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