Die Kontroll-und-Spionage-Eltern

Sehr viele von uns Eltern möchten nur allzu gern wissen, was ihr Kind unterwegs (auf dem Schul- oder Nachhauseweg) erlebt. "Egal was du anstellst, ich weiß es.“ Dieser schlimme Satz von Mama oder Papa ist dann für Kinder mehr als eine Drohung. Er löst Panik aus und verleitet einige zu Unaufrichtigkeiten, um der Beobachtung zu entkommen. Mal angenommen ein Kind fühlt sich auf Schritt und Tritt verfolgt (was ja gar nicht der Fall ist), sucht es garantiert nach Auswegen, nimmt plötzlich einen anderen Schulweg, versteckt sich bei Freunden und hat durchgehend ein schlechtes Gewissen, etwas verbrochen zu haben. Vergleichbar mit dem Gefühl Erwachsener an der Ampel, wenn plötzlich ein Polizeiauto daneben hält.

Kinder haben – und das bereits schon in sehr frühen Lebensjahren – den unbedingten Wunsch nach einem Eigenleben, ein "Ich will für mich sein"-Gefühl, das es ungestört und unbeobachtet mit keinem anderen teilen will. Wehe, wenn Eltern das nicht respektieren ... 

Gut für dich zu wissen

Wenn du als Mutter etwas weißt, was du eigentlich nicht wissen kannst, dann behalte es für dich. Wenn zum Beispiel der Lehrer dich angerufen hat, dass dein Sohn eine Fünf geschrieben hat, lass es dir lieber von ihm erzählen und sage nicht: "Wusste ich schon." Denn die Folgen wären fatal: Kinder, die sich ausspioniert fühlen, verlieren an Selbstwertgefühl und trauen sich weniger zu. 

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