Die Vergötterungs-Eltern

Die Kinder stehen im zentralen Familien-Mittelpunkt: gestern, heute, morgen, – immer, überall. Alles dreht sich um die allerliebsten Lieblinge. Ihr Glück macht ihre Eltern überglücklich. Sie lesen Wünsche von den Lippen ab, überhäufen sie mit minütlicher Aufmerksamkeit und häufig auch mit Geschenken. Aber wehe, wenn Kinder zwar geliebt, aber vor allem angebetet werden.

"Das hast du wunderbar gemacht!" Wenn ein gemaltes Bild mit einem "überschaubaren" Zeichentalent zum Wunderwerk hoch gelobt wird, könnte bei der kleinen Künstlerin der Eindruck entstehen, sie sei etwas ganz Besonderes. Aber wehe, wenn ein Lob ständig das nächste Lob ablöst, immer überschwänglicher wird und jede Art von Kritik flachfällt.

Wahnsinnig stolze Eltern nehmen teil am Leben ihrer Kinder und noch viel mehr: Sie erleben deren Erfolgserlebnisse so haut- und seelennah, als wären es ihre eigenen. Aber wehe, wenn es plötzlich heißt: "Haben WIR das nicht toll gemacht ...?"

Gut für dich zu wissen

Ein Leben ohne Fehl und Tadel bringt für das Kind viele Gefahren mit sich. Wenn es keine Kritik kennt, empfindet es das Lob als eine Selbstverständlichkeit, als völlig normal und hat deshalb auch keine Ahnung, warum es wichtig ist, frühzeitig zu lernen, wie man sich später durchs Leben kämpfen muss. Kindern keine heile Welt vorgaukeln und unbedingt ehrlich sein, dann finden sie ihren richtigen Weg. 

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