Kolumne @lena_familytime

Was an "Uns hat es doch auch nicht geschadet" so falsch ist

In unseren Kolumnen lassen wir Eltern zu Wort kommen, die aus ihrem Alltag berichten. Der ist mal laut und mal leise, mal nervenaufreibend und mal gemütlich, mal chaotisch und mal organisiert, aber auf jeden Fall immer eins: einzigartig. Heute schreibt Lena über ihre Gedanken zum allseits bekannten Satz "Uns hat es doch auch nicht geschadet." ...

"Ein Klaps auf den Hintern schadet nicht", das denken vor allem ältere Generationen noch heute.
© Foto: Getty Images/monkeybusinessimages
"Ein Klaps auf den Hintern schadet nicht", das denken vor allem ältere Generationen noch heute.

"Uns hat es auch nicht geschadet, mal einen Klaps auf den Po zu bekommen." "Uns hat es auch nicht geschadet, mal länger zu schreien." – Doch, sowas schadet auf Dauer. Man fühlt sich klein und nutzlos. Man fühlt sich ungeliebt und für niemanden gut genug. Das kann zu Verhaltensstörungen oder sogar zu Depressionen führen.

Narben müssen nicht immer sichtbar oder offensichtlich sein, sie können auch tief im Herzen sitzen. Manchmal können die Narben, die durch verbale oder psychische Gewalt entstehen, sogar noch größer sein als die auf der Haut. Auch diese Narben wird man immer in sich tragen.
Es ist ein großes Thema, wie genau Gewalt in einem Menschen entsteht, was der Auslöser für diese Gewalt ist und welche Spuren sie auf beiden Seiten hinterlässt. Sie ist aber ganz klar ungerecht: Ein Kind ist machtlos und schutzlos, es hat ein Recht auf Unversehrtheit. Jedes Kind ist anders und entwickelt sich anders. Ja, manchmal ist es hart und manchmal sogar noch härter. Aber jedes Kind kommt gut und mit einem reinen Herzen auf die Welt. Damit dieser reine Kern behütet wachsen kann, braucht es nichts mehr als Liebe, Fantasie und Geborgenheit.

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