Spielzeug, Süßigkeiten & Co.

Immer gibt es was extra

Einerseits beschweren wir Erwachsenen uns darüber, dass Kinder heutzutage so viel Zeug haben und immer nur mehr wollen. Andererseits gibt es überall und ständig Sachen "obendrauf", sogar beim Zahnarzt.

Neulich bei uns vorm Haus: Anna-Carolin erzählt dem Nachbarskind, dass wir gerade beim Zahnarzt waren. Daraufhin der Junge: "Und, was hast du dir ausgesucht?"
Die jahrzehntelang gültige Frage: "Hat es weh getan?" ist wohl out. Heutzutage weiß jeder Knirps, dass es beim Zahnarzt Spielzeug gibt, wenn man brav mitgemacht hat. Deshalb ist nicht mehr interessant, was der Doc eigentlich macht, sondern nur der Inhalt der Belohnungsschublade. Mag ja auch sein, dass unsere Kinder deshalb weniger Angst vor Zahn- oder Kinderarzt haben und das ist sicher gut so. Aber mich nerven diese ständigen Belohnungen und Mitgebsel.

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Münze, Automat, Tauschkiste

Unser – an sich wirklich sehr guter – Zahnarzt hat das Ganze auf die Spitze getrieben. Nach erfolgreicher Behandlung bekommt das Kind eine Münze, die es in einen Kaugummiautomaten stecken kann. Heraus kommt ein kleines Spielzeug. Für den Fall, dass das Spielzeug nicht gefällt, gibt es aber eine große Kiste mit "Tauschware". Und natürlich hat jeder Zweijährige nach dem ersten Besuch raus, dass er noch mal in der Kiste schaut, ob es nicht noch was Besseres gibt, als das, was der Automat ausgespuckt hat. Dann stehen drei Kinder eine halbe Stunde um die Wunderkiste und können sich nicht entscheiden, denn dann müsste man ja auch hundert andere Dinge zurücklassen. Oft genug endet das Ganze mit Geschrei, weil die Mutter auch mal wieder nach Hause möchte.

Hallo, geht's nocht?! Kann ein Kind nicht einfach eine Notwendigkeit über sich ergehen lassen, ohne dafür "belohnt" zu werden? Ich finde es ja okay, wenn es etwa nach einer aufwendigen Behandlung einen Zahnarztspiegel gäbe oder ein lustiges Pflaster nach einer Impfung. Aber so?

Überraschungs-Ei zum Eis

Genauso inflationär gehen viele Geschäfte oder Restaurants mit Süßigkeiten um – was uns natürlich besonders auffällt, seit wir Anna-Carolin wegen ihres Diabetes die meisten Lebensmittel "berechnen" müssen. Aber muss denn wirklich auf einem Eisbecher noch ein Ü-Ei stecken? Oder in einem Muffin ein Lutscher?
Ich denke nicht. Denn der Restaurant-Besuch mit einem Eis als Nachtisch sollte Erlebnis genug sein. Stattdessen streiten am Ende die Geschwister darum, wer den cooleren Ü-Ei-Inhalt hat und alle sind genervt. Wie bei so vielen Dingen, die die Erziehung von Kindern betreffen, wäre hier "Weniger" ganz sicher "Mehr"!

Autorin: Martina Dankof

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