Für Kinder unter 13

Facebook stoppt Kinderversion von Instagram vorläufig

Facebook hat die Entwicklung einer Kinderversion der Foto-App Instagram vorläufig gestoppt. Zuvor hatte es massive Kritik an dem Plan gegeben, eine App für Zehn- bis Zwölfjährige anzubieten. Das Unternehmen will sich nun intensiv mit Experten, Eltern und Politikern beraten, bevor es die Weiterentwicklung wieder aufnimmt.

Enthüllungen belegen: Instagram schadet der Psyche

Update vom 29.9.2021: Im März hatte Facebook die Entwicklung der App für Kinder angekündigt. Doch zwei Monate später meldete sich eine Gruppe von 44 Generalstaatsanwälten bei Facebook-Chef Mark Zuckerberg und forderte ihn unter Hinweis auf das Kindeswohl auf, das Projekt zu stoppen. Unterstützt wurden sie dabei von Kinderschutz-Organisationen.

Hintergrund sind Enthüllungen im "Wall Street Journal", das in mehreren Artikeln interne Facebook-Unterlagen zitiert. Sie sollen belegen, dass das Online-Netzwerk selbst festgestellt habe, dass die Nutzung von Instagram Teenagern – insbesondere Mädchen – psychisch schade. Facebook bestreitet die Darstellung.

Instagram gibt Pläne für die Kinderversion nicht komplett auf

Instagram-Chef Adam Mosseri schrieb in einem Blogbeitrag, dass er noch immer glaube, dass es richtig wäre, eine spezielle Variante des Foto-Dienstes für unter 13-Jährige anzubieten.

Denn es ist nicht besonders schwer, die Altersgrenze von Instagram zu umgehen. Das nutzen immer mehr Kinder unter 13 Jahren aus und melden sich bei der beliebten Foto-App an. Austausch mit Freunden, immer auf dem Laufenden bleiben, was die Lieblingsstars gerade treiben, Fotos vom eigenen Alltag oder Hobbys teilen. Klingt eigentlich ganz nett, wer Instagram nutzt, weiß aber, dass es das leider nicht immer ist.

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Problematisch sind an Instagram für Kinder gleich mehrere Aspekte:

  • Inszenierte Feeds täuschen eine Welt vor, mit der Kinder sich identifizieren. Schönheitsideale, Lifestyle, Ernährungstrends und mehr werden nachgeeifert, obwohl es sie im realen Leben gar nicht gibt.
  • Instagram bemüht sich, problematische Inhalte zu löschen oder verdeckt darzustellen. Man stolpert aber schnell mal über Profile mit klar suizidalen Inhalten.
  • Pädophile haben leichtes Spiel bei Instagram, können sich als jemand anderes ausgeben, unentdeckt Nachrichten und leider auch Fotos an Kinder senden. Immer wieder wird auch über Missbrauch, Mobbing und Überfälle in Zusammenhang mit Instagram berichtet.

Auch TikTok und Youtube bieten Kinderversion an

"Wir glauben fest daran, dass es für Eltern besser ist, die Möglichkeit zu haben, ihren Kindern Zugang zu einer für sie geeigneten Version von Instagram zu ermöglichen", schrieb Instagram-Chef Mosseri. Auch andere Unternehmen wie TikTok und YouTube hätten Versionen für diese Altersgruppe im Angebot. So müsse man sich nicht auf die Fähigkeit des Unternehmens verlassen, zu überprüfen, ob die Kinder alt genug seien, um die App zu benutzen.

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Unsere Autorin

Nora Ritzschke

Als Kind wollte Nora Ritzschke Lektorin werden, doch dann kam das Internet dazwischen. Ob Artikel für die Website, Instagram oder der eigene Blog – online fühlt sie sich zu Hause.

Als Mama einer Dreijährigen kann sie Lieder über stundenlange Einschlafbegleitung, Kita-Eingewöhnung oder die ersten Schimpfwörter singen – als Teil des Content-Teams nun auch hier!

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