Ein Freund zum Kuscheln während der Coronakrise

Haustiere für Kinder: Jetzt einen Hund

Kein Spielplatz, keine Kita, keine Freunde: Durch das Coronavirus mussten Kinder wochenlang zu Hause bleiben. Kein Wunder, dass in dieser Zeit der Wunsch nach einem Haustier immer größer wurde.

Eine Katze zum Kuscheln oder ein Hund zum Gassigehen: Offenbar eine verlockende Vorstellung während der Coronakrise – vor allem für Alleinstehende und Familien mit Kindern. Tierheime bestätigen, dass sie in den vergangenen Monaten deutlich mehr Anfragen hatten, sogar der Wunsch ein Tier für die Dauer des Lockdowns auszuleihen, kam häufig auf.

Ursula Bauer, Biologin des Vereins "aktion tier e. V.", findet die Anschaffung eines Haustieres wegen Langeweile oder Einsamkeit aufgrund der Coronakrise eine "schlechte Idee. Natürlich hat man im Moment viel Zeit, sich um ein Tier zu kümmern, aber damit wird irgendwann Schluss sein und der neue Mitbewohner hat das Nachsehen."

Grundsätzlich ist die Anschaffung eines Haustieres aber keine schlechte Idee, die Entscheidung sollte aber wohl überlegt sein.

Zunächst einmal solltet ihr herausfinden, welches Tier zu euch passen könnte. Dabei spielt die Größe eures Zuhauses und die Nachbarschaft eine entscheidende Rolle. Außerdem duldet nicht jeder Vermieter oder Nachbar nächtliches Bellen oder herum streifende Katzen. Also unbedingt vorher abklären!

Ein zweiter wichtiger Punkt sind die monatlichen Kosten, die anfallen werden. Je nach Tier müssen Ausgaben für Futter, Zubehör wie Leine, Käfig oder Spielutensilien, Pflegemittel und Tierarztbesuche einkalkuliert werden. Und was gerne mal vergessen wird: Als Eigentümer seid ihr für euer Tier verantwortlich und verpflichtet euch, Schäden zu ersetzen, die der Hausfreund verursacht hat. Eine Haftpflichtversicherung für Tierhalter ist daher in jedem Fall ratsam!

Eltern sollten sich zudem fragen, ob die Familie bereit ist, das Tier ein Leben lang zu behalten und ob immer genug Zeit ist, das Tier zu versorgen – auch, wenn die erste Euphorie verflogen ist oder das Wetter wenig zum Spazieren gehen einlädt. Tiere leiden, wenn sie zurück ins Tierheim gegeben werden und auch für Kinder ist es ein schmerzlicher Verlust, wenn das geliebte Haustier gehen muss. Zusätzlich solltet ihr vorab klären, wer sich um euer Haustier kümmern kann, wenn ihr verreisen möchtet.

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Warum Haustiere für Kinder so wichtig sind

Wenn alle Punkte passen und das neue Familienmitglied bei euch einzieht, solltet ihr einen Plan festlegen, wer welche Aufgaben übernimmt. Wichtig ist, dass die übertragenden Pflichten dem Alter des Kindes entsprechen. Sinnvoll ist es auch, sich gemeinsam mit dem Nachwuchs das Haustier zu kümmern und etwas über Lebensgewohnheiten, Bedürfnisse und Eigenschaften des neuen Familienmitglieds zu erzählen. Dabei können auch Tier-Ratgeber hilfreich sein, die extra für Kinder geschrieben sind. Nach einiger Zeit lernt das Kind mit dem Tier umzugehen und weiß zum Beispiel, wie viel Futter es braucht. Trotzdem gilt: Pflichtbewusstsein und Verantwortungsgefühl bauen sich langsam auf. Darum sollte ein Kind langsam an seine Aufgabe herangeführt werden – dann wird es aber unglaublich stolz sein, wenn es das Gefühl bekommt, sich eigenständig um seinen Liebling kümmern zu dürfen.

Patenschaften

Möchtet oder könnt ihr kein Haustier zu Hause halten, kann eine Tierpatenschaft eventuell für euch in Frage kommen. Größere Zoos, Tierparks und Tierschutz-Organisationen bieten diese Möglichkeit an. Als Pate sucht ihr euch ein für die Patenschaft freigegebenes Tier aus, zahlt einen einmaligen oder monatlichen Betrag und könnt das Tier dann besuchen. So könnt ihr „euer“ Tier näher kennen lernen, und Zoo oder Tierpark freuen sich über die finanzielle Unterstützung bei Haltung und Pflege der Tiere

Wir haben Informationen über die beliebtesten Haustiere zusammengestellt:

Hunde ...

... sind die perfekten Spielkameraden und Beschützer. Sie sind treue Gefährten und verstehen ihr Herrchen ohne Worte, sind sehr anhänglich, aber beanspruchen auch viel Zeit und Aufmerksamkeit. Bei richtiger Erziehung können sie zu richtigen Akrobaten werden. Mit anderen Haustieren verstehen sie sich gut, wenn sie von klein auf mit ihnen zusammen leben. Kommen neue Tiere hinzu, sollte man sie langsam aneinander gewöhnen.

Katzen ...

... sind gesellige Einzelgänger, die sich durch Fauchen und Schnurren genau ausdrücken können. Sie lieben Streicheleinheiten und sind anschmiegsam – aber nur so lange sie wollen. Denn Katzen lieben auch ihre Unabhängigkeit. Mit Hunden sollten sie nur zusammenleben, wenn sich die Tiere schon von klein auf kennen.

Zwergkaninchen ...

... brauchen viel Bewegung und lieben das Zusammensein mit Artgenossen. Sie sind sehr anhänglich und kuscheln gerne nach ausgedehnten Erkundungstouren. Zum Knabbern lieben sie alles, was gesund ist. Problematisch wird es mit Hund und Katze. Diese Tiere sollten sich langsam aneinander gewöhnen.

Meerschweinchen ...

... sind sehr liebe und zutrauliche Nager und fühlen sich in Gesellschaft von Artgenossen wohler. Ein häufiger Irrtum ist, dass man sie gut zusammen mit Kaninchen halten kann. Meerschweinchen mögen tägliche Streichel- und Turneinheiten. Vorsicht: Für Katzen sind die kleinen Nager Beutetiere.

Hamster ...

... sind Einzelgänger und vertragen sich nicht mit gleichartigen Spielgefährten. Die nachtaktiven Nager sind zutraulich und können sich sehr an ihre Besitzer gewöhnen. Trotzdem mögen sie nicht ständig herumgetragen oder gestreichelt werden und wollen zur Schlafenszeit lieber ihre Ruhe haben. Hamster brauchen immer etwas zum Nagen und einen abwechslungsreichen Spielplatz. Aber Vorsicht! Hamster mögen gerne Teppiche und Gardinen und knabbern sie eventuell auch an.

Schildkröten ...

... sind nicht besonders spielfreudig und brauchen ihre ausgedehnten Sonnenbäder. Sie müssen sich auch erst langsam an ihre Besitzer gewöhnen, sind aber sehr lernfähig. Wenn Schildkröten mit anderen Haustieren gehalten werden, ist Vorsicht geboten: Sie sehen in den Schildkröten eine leichte Beute.

Extra-Tipp:

Falls ihr euch unsicher seid, welches Tier zu euch passen könnte, hilft euch der Haustier-Berater des Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft sicher weiter. Er gibt Auskunft über Größe, Herkunft, Pflegebedarf, Kuschelfaktor, monatliche Kosten, Lebenserwartung und ab welchem Alter das Tier für ein Kind geeignet ist. Kurzum: Alles auf einen Blick!

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