Gebrauchtmode für Kinder

Kinderkleidung mieten: Besser leihen als kaufen?

Die Umwelt und den Geldbeutel schonen und trotzdem immer etwas Hübsches im Kleiderschrank haben: Kinderklamotten zu mieten, zahlt sich aus!

"Mama, Mama, bin ich gewachsen?" Was die Kleinen mächtig stolz macht, ist für Eltern oft mit hohen Kosten verbunden. Das Lieblingsshirt – das gerade noch wie angegossen gepasst hat – ist zu klein, die Jeans klettert die Waden hoch. Auch die Gummistiefel drücken. Wer Kinderkleidung ständig neu kauft und sich dabei noch nachhaltig verhalten will, muss oft tief in die Tasche greifen. Kein Wunder, dass Kleiderflohmärkte oder Tauschpartys so beliebt sind. 

Mieten ist das neue Kaufen

Warum Kleider, Hosen und Pullis nicht einfach mieten? Anbieter wie Tchibo-Share oder Räubersachen haben aus dem Verleih von gebrauchter Kindermode und Schuhen ein Geschäftsmodell gemacht. Weil so der Konsum zurückgeschraubt und die Herstellung neuer Kleidung eingedämmt wird, kann damit auch die Umwelt geschont werden. 

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Tchibo Share – Kinderkleidung mieten bis Größe 176

Über Tchibo Share können Kunden gebrauchte Kinder- und Babykleidung (Größe 50 bis 176) von Tchibo sowie Umstandsmode und Spielsachen mieten. Ab 15 Euro ist der Versand kostenlos, darunter beträgt er 3,95 Euro, die Rücksendung ist gratis. Nach der Mindestleihdauer von einem Monat fällt täglich eine anteilige Gebühr an. Ist der Einkaufspreis erreicht, kann man das Teil behalten. Die Mietsachen dürfen ungewaschen und sogar mit Schäden zurückgeschickt werden – ohne Extrakosten. 

Für die Logistik arbeitet Tchibo Share mit Kilenda zusammen – dem Marktführer in Sachen gebrauchte Kindermode. "Das Modell kommt supergut an. Die Mutigen, die sich getraut haben, etwas Neues auszuprobieren, konnten wir als Kunden halten", sagt Sandra Coy, Sprecherin für Nachhaltigkeit und Qualität bei Tchibo. 

Ökologische Kinderkleidung mieten bei Räubersachen

Beim Anbieter Räubersachen wird generell ökologische Kleidung vermietet – vorwiegend aus Wolle und Seide – auch von kleineren Manufakturen in den Größen 50 bis 140. Auch Mamis können bei Räubersachen Mode leihen. Auf Plastikverpackung verzichtet man so gut es geht, und die Versandkartons werden mehrfach verwendet. 

Räubersachen rechnet ähnlich ab wie Tchibo: Kunden leihen die gebrauchte Kindermode für mindestens einen Monat und bezahlen die festgelegte Leihgebühr, danach tageweise extra. Wer sich entscheidet, ein Teil zu behalten, dem wird die bereits gezahlte Miete vom Kaufpreis abgezogen. Für den Versand fallen 4,90 Euro an, für den Rückversand nichts. Geht mal was kaputt, wird das Teil liebevoll aufgepäppelt und anschließend günstiger weitervermietet. 

Astrid Sönning, die Gründerin von Räubersachen, möchte Menschen dazu bewegen, Dinge mehr wertzuschätzen, sich besser um Kleidung und Co. zu kümmern: "Bürstet doch mal eure Wollpullover und stopft Löcher!", lautet ihre Botschaft. Die Kunden sehen Räubersachen oft gar nicht als Unternehmen, sondern mehr als eine Lebenseinstellung, so Sönning. Immer wieder berichten Kunden in den sozialen Medien von ihren positiven Erfahrungen mit gemieteter Kinderkleidung. So hat auch die allererste Räubersachen-Kundin zum fünften Geburtstag der Firma Anfang Mai bei Facebook gepostet, dass sie noch immer begeisterte Leiherin ist.

Hygiene – ein absolutes Muss

Um die Sauberkeit der gemieteten Kinderkleidung müssen sich Kunden keine Sorgen machen: Sowohl Tchibo-Share als auch Räubersachen reinigen die zurückgeschickten Sachen gründlich vor einer neuen Vermietung. 

Bei Tchibo-Share sind es ungefähr sechs Kinder, die ein Teil nutzen. Danach werden die Sachen im Bereich "Second Hand" verkauft oder gespendet. Räubersachen verleiht ein Kleidungsstück ungefähr viermal. "So genau wissen wir das aber nicht, da wir unsere Kleider nicht labeln." Auch Räubersachen verkauft die Stücke, die nicht mehr verliehen werden können, auf dem hauseigenen Flohmarkt. Oder sie verwenden die Stoffe zur Reparatur anderer Sachen. Wegschmeißen ist eben nicht. 

Waschen, bügeln und dann lagern – der übliche Aufwand beim Secondhand-Verkauf bleibt einem beim Leihen erspart: Ist das Mietstück zu klein oder gefällt es nicht mehr, geht es einfach ungewaschen zurück zum Anbieter.  

Autorin: Cristina Sander

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