5 Konflikte, 5 Lösungen

Wann Eltern Kindern Grenzen setzen müssen

Mädchen und Jungen entwickeln früh ihren eigenen Kopf – und stimmen in ihrem Willen nicht immer mit den Eltern überein. Fünf typische Konfliktsituationen und konkrete Lösungen zum Grenzensetzen.

Die folgenden Beispiele sind typisch für Konflikte zwischen Eltern und Kind. Es sind Situationen, die alle Mütter und Väter von Kindern zwischen ein und zwei Jahren kennen. Wir schlagen euch konkrete Lösungen vor.

Konflikt Nr 1: Alleine laufen

Auf dem Weg zur Spielgruppe möchte Natalie allein laufen. Doch wenn die Mutter sie aus dem Buggy nimmt, reißt das Kind sich von ihrer Hand los und läuft auf die Straße. Hier wird es gefährlich. Deshalb solltest du in Situationen wie dieser konsequent bleiben. Nimm dein Kind fest an die Hand. Erkläre ihm: Es ist zu gefährlich, über die Straße zu laufen. Deshalb bleibst du an der Hand. Wenn dein Kind sich auf den Boden wirft und zu schreien beginnt, kannst du es in den Buggy setzen und es anschnallen. Oder dich neben den kleinen Zornbolzen setzen und versuchen, ihn zu beruhigen. Gut ist es, wenn Eltern sich von dem Geschrei nicht beeindrucken lassen, sondern ruhig und gelassen bleiben.

Konflikt Nr. 2: Trödeln am Morgen

Johannes trödelt jeden Morgen, wenn die Mama ihn zur Tagesmutter bringen will. Die Mutter gerät jedes Mal unter Druck. Denn sie muss pünktlich im Büro sein. Das Trödeln am Morgen kennen alle Eltern. Und auch in diesem Fall hilft nur Konsequenz. Stell zum Beispeil einen großen, bunten Wecker und sag deinem Kind: Wenn der Wecker klingelt, ist es Zeit loszufahren. Falls es trotzdem trödelt, geht es zur Not im Schlafanzug raus – mit der Erklärung: Der Wecker hat geklingelt. Nun haben wir keine Zeit mehr. Zudem sollten Eltern sich gerade wenn sie es eilig haben, Zeit für ihr Kind nehmen. Denn es spürt die Nervosität der Großen, wird unsicher und trödelt dann erst recht. Es hilft auch, schon abends das Wichtigste bereitzulegen.

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Konflikt Nr. 3: Nur ohne Mütze

Patrick möchte keine Mütze anziehen, obwohl draußen Minustemperaturen herrschen. Er hat gerade eine Mittelohrentzündung überstanden und seine Mutter hat Angst, dass er wieder krank wird. Da du dein Kind vor Krankheiten schützen musst, darfst du ihm die Mütze ruhig aufsetzen. Wenn es sie immer wieder vom Kopf reißt, versuch es vielleicht mit der Kapuze des Anoraks oder binde aus deinem Schal einen lustigen Turban? Manchmal hilft auch eine kurze Pause (in einer windgeschützen Ecke), damit sich die Situation beruhigt.

Konflikt Nr. 4: Mamas Sachen

Lena ist eine kleine Entdeckerin. Besonders verbotene Dinge haben es ihr angetan, etwa Mamas Schreibtisch. Kinder sollten Schränke oder Schubladen haben, in denen sie nach Herzenslust kramen dürfen. Doch dein Kind muss auch lernen, dass es Dinge gibt, mit denen es auf keinen Fall spielen darf. Wenn es an deinem Computer hantiert oder Papiere von unten nach oben kramt, solltest du hier Grenzen setzen: "Stopp! Das ist mein Arbeitsplatz und ich möchte nicht, dass du hier spielst." Gehe gemeinsam mit deinem Kind aus dem Zimmer, wenn es auf die Ermahnung nicht reagiert.

Konflikt Nr. 5: Ständig unterbrechen

Bekommen Ninas Eltern Besuch, ist eine normale Unterhaltung kaum möglich. Das Mädchen plappert ständig dazwischen. Alles dreht sich um die Kleine. Wenn sich Besuch angemeldet hat, zeigen Kinder sich häufig nicht gerade von ihrer besten Seite. Bei Änderungen im gewohnten Tagesablauf reagieren sie nämlich oft unsicher. Das gilt vor allem, wenn ihnen plötzlich weniger Aufmerksamkeit geschenkt wird als sonst. Beziehe dein Kind deshalb in die Vorbereitungen auf den Besuch mit ein. Es kann beim Einkaufen, Kochen und Tischdecken helfen. Vielleicht darf es sich für den Gast eine Überraschung ausdenken – ein selbst gemaltes Bild etwa. Nach einer kurzen Phase der Begrüßung und des Kennenlernens sollte dein Kind wissen: Jetzt wollen sich meine Eltern in Ruhe mit dem Besuch unterhalten. Ich darf zwar dabei sein, aber nicht ständig dazwischenplappern. Die Eltern können ihr Kind auf den Schoß nehmen, ihm den Rücken kraulen, damit es merkt: Ich bekomme genügend Aufmerksamkeit. Aber Mütter und Väter sollten sich weiter in Ruhe mit dem Besuch unterhalten. Die Kleinen müssen akzeptieren lernen, dass die Eltern jetzt vorrangig für den Besuch da sind. Ab drei, vier Jahren können Kinder sich für eine Weile allein beschäftigen.

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