Das erste Mal ...

Über diese Entwicklungsschritte habe ich mich bei meinen Kindern WIRKLICH gefreut

Na klar, wir feiern die großen Meilensteine in der Entwicklung unserer Kinder: die ersten Schritte, den ersten Zahn, das erste "Mama" ... Unsere Autorin hat sich aber fast noch mehr über die kleinen Meilensteine gefreut: über das erste Küsschen, das erste selbstgepflückte Blümchen oder den ersten echten Lachkrampf.

Mwah! Beim ersten Schmatzer schmilzt man als Mama doch dahin ...
© Foto: Getty Images/Manuela
Mwah! Beim ersten Schmatzer schmilzt man als Mama doch dahin ...

Diese kleinen aber feinen Meilensteine hab ich mir in meinem Tagebuch notiert:

  1. Das erste Bild, auf dem kein Krikelkrakel zu sehen war, sondern eine tatsächliche Zeichnung: Ich habe eine ganze Mappe voller bunter Kringel. Nein, ich habe nicht jedes Gemälde meiner Kinder aufbewahrt, aber doch viele. Und dann kam der Tag."Mama, das ist ein Baum! Für dich!" Tatsache, den Baum konnte ich ganz eindeutig als solchen identfizieren. Und mein Mama-Herz war mindestens so stolz wie das meines Sohnes Leo.
  2. Das erste Mal "Ich hab dich vermisst!": Ich war für zwei Tage mit meiner besten Freundin auf City-Trip. Das erste Mal seit der Geburt meiner Zwillingsjungs. Und jaaa, ich hatte eine wundervolle Zeit. Aber jaaaaa, vermisst habe ich meine drei Kinder natürlich trotzdem ohne Ende. Und die mich auch. Dass mein Sohn Vincent (2,5 Jahre alt), das aber auch schon so klar artikulieren kann, hat mich echt bewegt: "Mama! Als du nicht da warst, hab ich dich vermisst." 
  3. Die erste Nacht (!) ohne Windel: Keine Frage, Trockenwerden ist ein echt großer Schritt in der Entwicklung vom Kleinkind zum Kind. Als Leo tagsüber keine Windeln mehr benötigt hat, hab ich natürlich gefeiert. Aber dass es noch ein Jahr dauern würde, bis das auch nachts funktioniert, hätte ich vorher nicht gedacht. Kein Grund zur Eile für uns. Als es dann allerdings irgendwann auch nachts ohne ging, war das fast noch besonderer: Jetzt mussten wir für den Großen einfach gar keine Windeln mehr kaufen. 
  4. Das erste Küsschen: "Gute Nacht, Mama!" Und dann gab es ihn, den ersten Schmatz von meinem Julius. "Mwah!" Natürlich mit einer ordentlichen Portion Sabber. Aber für mich das Allergrößte. 
  5. Der erste Haarschnitt – beim Friseur: Meine Jungs haben alle drei recht viel Haar, das schon früh begann zu wachsen. Ich musste also bereits im ersten Babyjahr zur Schere greifen. Es half nichts, irgendwann musste dann aber der Profi ran. Dank Motorrad-Umhang, Kindercomputer und Lolli zum Abschluss aber ein auch für die Kleinen durchaus einprägsamer Ausflug, der immer wieder gern gebucht wird. Und danach sehen sie einfach immer so zuckersüß frisiert aus. 
  6. Das erste Mal Mitlachen bei der Lieblingssendung: Meine Jungs durften mit etwa zwei Jahren zum ersten Mal fernsehen. Eine ganz Zeit lang, das können wohl alle Eltern bestätigen, wird einfach nur fasziniert auf das Geflimmer gestarrt. Und dann eines Tages wird auf einmal die Handlung verfolgt – und laut mitgelacht. Wenn zum Beispiel bei der Sendung mit dem Elefanten ein riesengroßer Haufen Konfetti in die Luft geschossen wird oder Papa Wutz mal wieder eine total tollpatschige Aktion startet.
  7. Das erste Mal beim Vorlesen aufmerksam zuhören: Ich kann den Moment zwar nicht mehr exakt festmachen, wann meine Jungs wirklich zum allerersten Mal aufmerksam einem Buch gelauscht haben und die Handlung tatsächlich verfolgt haben. Schließlich ist das auch ein Prozess, der sich langsam entwickelt. Aber ich weiß, irgendwann im dritten Lebensjahr, war bei allen der Tag gekommen, an dem mir selbst ganz plötzlich klar wurde: Hey, die hören ja wirklich zu, was ich da vorlese. Wie schön!
  8. Das erste Mal "Entschuldigung!": Ich bin überhaupt kein großer Fan von erzwungenen Entschuldigungen bei Kindern. Umso mehr habe ich mich über die erste echte Entschuldigung von meinem Sohn Vincent gefreut. Es war erst kürzlich, knapp vor seinem dritten Geburtstag: ein großer Wutanfall nach der Kita. Klarer Fall von Überreizung, Übermüdung. Und eigentlich, das wissen wir zum Glück, völllig menschlich und normal für kleine Kinder. Aber auch ich habe mich in dem Moment überfordert und unfair behandelt gefühlt. Denn alles, was ich wollte, war ein gemütlicher Nachmittag im Garten. Alles was ich bekam: Nörgelei. Als ich das genauso, aber kindgerecht formulierte und gleichzeitig eine große Umarmung anbot, kam dieser kleine Junge in meine Arme gestürzt und entschuldigte sich, ganz von sich aus, für sein Gemecker. Hach ...
  9. Das erste selbstgepflückte Blümchen: Ich hab es sogar getrocknet und aufbewahrt. Auch wenn es eigentlich nur ein relativ schnödes Unkraut war. Es wurde mir mit so viel Liebe und Stolz entgegengestreckt, dass ich sichtlich gerührt war.
  10. Das erste Mal Essen teilen: Irgendwann fangen Babys damit an, ganz selbstverständlich ihr Essen mit Mama und Papa zu teilen. Und auch, wenn es eine nicht sonderlich appettitliche (weil angelutschte) Laugenbrezel war, verzückte es mich sehr. (Hört dann auch irgendwann im Kleinkinderalter wieder auf, die Vorliebe fürs Teilen. Aber das ist eine andere Geschichte.)
  11. Der erste Lachkrampf: Es war eine Rassel, die unseren Leo Tränen hat lachen lassen. Eine ziemlich simple Rassel. Aber von ihm so zuvor noch nicht gesehen und gehört. Er war noch ein Baby und wusste gar nicht so recht, wohin mit dem ganzen Humor. Zum Glück haben wir dieses erste große Lachen auf Video. Und schauen es uns auch fünf Jahre später noch gern an. 
  12. Das erste Mal den eigenen Namen schreiben: Die meisten üben schon fleißig im Vorschulalter die Buchstaben des eigenen Vornamens zu erkennen und zu schreiben. Sobald das klappt, wird jedes gemalte Bild selbstverständlich signiert. 
  13. Die erste Nacht bei Oma und Opa: Zuhause ist eh am allerschönsten. Und am zweitschönsten? Bei Oma und Opa. Was haben wir also die erste Nacht auswärts gefeiert. 
  14. Das erste selbstgeschmierte Brot: Ich schmiere gern die Brote meiner Jungs. Aber als ich hörte, dass sie in der Kita schon begeistert mit Messern hantieren und ihre Broten selbst mit Butter bestreichen, fragte ich mich kurz, warum ich so lange damit gewartet habe. Denn so schmeckt jedes Abendbrot gleich hundert Mal besser. 
     

...ich könnte dieses Liste noch ewig weiterführen. Natürlich schmeiße ich kein Fest für jeden Mini-Schritt im Leben meiner Söhne. Aber ich finde es einfach toll, sich der kleinen Errungenschaften bewusst zu werden. Kinder sind so wissbegierig, sie lernen jeden Tag ganz natürlich dazu. Und es sind eben nicht immer nur die augenscheinlich weltbewegenden Schritte, die zählen, sondern ganz oft auch die kleinen Dinge, die zwischen den Zeilen passieren. 

Habt ihr auch solche Momente mit euren Kindern, die ihr am liebsten für immer konservieren wollt?

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