Nächtlicher Alarm

Nachtschreck bei Kindern: Wie Eltern richtig reagieren

Das Kind schreit plötzlich in der Nacht auf, es schwitzt, es tritt, ist orientierungslos. Für Eltern ein verstörendes Erlebnis – aber (bitte alle tief durchatmen) wirklich harmlos! Was hinter dem sogenannten Nachtschreck steckt ...

Nachtschreck: Ja, der Name passt! Das eben noch friedlich schlummernde Kind ist außer sich, die Eltern stehen entsetzt an seinem Bett. Was hinter dem "Pavor nocturnus" steckt, erklärt Dr. Daniela Dotzauer, Schlafexpertin und Elternberaterin aus Krailling bei München: "Der Nachtschreck ist bei Kindergartenkindern ein alterstypisches, vorübergehendes Phänomen. Ein Teil des Gehirns ist wach, ein anderer Teil allerdings nicht. Darum ist das Kind nicht ansprechbar und erinnert sich am nächsten Tag auch nicht an den Vorfall." Reagiert das Kind auf Mama oder Papa, deutet das auf eine andere Schlafstörung hin, vielleicht weil es nicht allein schlafen will oder ein Anliegen hat. Bei einem Albtraum erwacht das Kind vollständig und kann am nächsten Tag über seinen Traum berichten.

Nachtschreck – was tun?

"Am besten nur aushalten, auch wenn es schwer fällt. Und dafür sorgen, dass die Umgebung sicher ist, damit dem Kind nichts passiert, z. B. mit einem weichen Kissen." Es aufzuwecken ist meist unmöglich, viele Kinder wollen auch nicht festgehalten werden.

Kann man einem Nachtschreck vorbeugen?

"In meiner Schlafberatung habe ich die Erfahrung gemacht, dass Eltern durchaus etwas tun können, um Anfälle zu vermeiden. Ganz entscheidend für einen guten Schlaf ist die Gestaltung des Abends." Im Idealfall läuft er ruhig und strukturiert ab, ohne Hektik und ohne Fernsehen, das wühlt die Kleinen auf. Auch größere Kinder genießen eine intensive Kuschelzeit, in der sie noch mal über die schönen Dinge des Tages reden. Dieses Abchalten am Abend hilft den Kleinen, die Erlebnisse des Tages besser zu verarbeiten. "Wenn Kinder sich sicher fühlen und mit positiver Grundstimmung einschlafen, kann nicht nur der Körper, sondern auch der Geist besser zur Ruhe kommen."

Teile diesen Artikel: