Anti-Nein-Tricks

Nein sagen⁠ mal anders: 6 (positive) Alternativen

Du sollst dies nicht, du darfst das nicht! Tausend Mal am Tag heißt es nein, nein, nein: Das macht keinem Spaß – ob Groß, ob Klein. Nicht immer nur Nein sagen: Wir flüstern euch 6 Dinge, die ihr euren Kids stattdessen sagen könnt. Ohne am Ende doch JA zu sagen.

Am manchen Tagen bin ich erschüttert. Darüber, wie oft ich an diesem Tag schon "Nein" sagen musste. Hmm, aber Moment: Musste ich denn wirklich? Gibt es nicht noch andere Wege, "Nein" zu sagen? Positive Wege?

Je jünger das Kind ist, desto öfter sagen Eltern "Nein". Natürlich – wir wissen es wohl alle – um sie vor großem oder kleinem Unheil zu beschützen. Denn die wenigsten Kleinkinder können jede Situation schon ganz richtig einschätzen. Doch wenn man das Wörtchen "Nein" so oft sagt, dass es irgendwann zu Babys ersten Worten gehört, wird Mama und Papa eines (erschreckend) klar: Das "Nein" verliert irgendwann an Bedeutung. Kein Wunder also, dass viele Eltern (inklusive mir) den Wunsch verspüren, dieses Wort weniger zu verwenden. Mit ein paar simplen Tricks könnt ihr "Nein" sagen, ohne dieses Wort am Ende tatsächlich zu benutzen. Und ohne den Kids alles zu erlauben …

1. Der positive Dreh

Wer kennt sie nicht, diese fiesen "Kinder-Stopper" im Kassenbereich eines Supermarktes. Mit (unnötigem) Süß- oder Spielkram. Da kommt es einem schnell über die Lippen: "Nein, das brauchen wir nicht!" Wie wäre es stattdessen mit: "Komm, wir gehen noch schnell auf die Suche nach einer süßen Honigmelone – die magst du doch so gerne"? Versucht eurem Kind eine gute Alternative aufzuzeigen und formuliert dabei möglichst positiv. Der Trick funktioniert übrigens auch in anderen Situationen. Zum Beispiel, wenn euer Kind gerade etwas Doofes gesagt hat – etwas, das ihr "nicht" wollt. Versucht doch mal: "Findest du auch ein anderes Wort dafür?"

2. Unverhofft den Einsatz erhöhen

"Mama, ich möchte einen Smartie. Jetzt!" Wenn der Heißhunger kurz vorm Abendessen einsetzt, kann schon mal heiß diskutiert werden und das "Nein" sagen wird scheinbar unvermeidbar. Doch bietet eurem Sprössling doch einfach mal an, nach dem Essen, sogar zwei Smarties als Nachtisch essen zu können. Und wenn es vor dem Abendbrot unbedingt sein muss, dann eben nur einen. Wofür werden sie sich wohl entscheiden? Na klar, für das höhere Gebot. So habt ihr euer Ziel erreicht: Es gibt nichts Süßes vor dem Abendessen und ihr musstet es nicht aussprechen. Hinterher haben die Kleinen vielleicht eh keinen Appetit mehr. Achtet aber darauf, dass es sich um kleine Naschereien handelt. Falls es doch dazu kommt, dass sich euer Kind für Option 1 entscheidet.

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3. Zustimmen: Wir sitzen in einem Boot

Einfach alles erlauben, um nicht noch einmal Nein zu sagen? Das ist auch keine Lösung. Doch es kann helfen, wenn man seinem Kind in bestimmten Dingen zustimmt. Fühlt mit ihm und zeigt, dass ihr es versteht. Das heißt ja nicht automatisch, dass ihr damit einverstanden sein müsst. Knüpft die Wunscherfüllung am Ende dennoch an bestimmte Bedingungen. In der Regel nehmen die Kleinen diese Bedingungen dann gar nicht mehr als solche wahr. Der Trick besteht darin, die Zustimmung zu betonen und die Bedingung nur am Rande zu erwähnen.

Ein Beispiel: "Mama, ich möchte jetzt ein Eis essen." Eure Antwort könnte lauten: "Oh ja, auch ich liiiiebe gutes Eis, das weiß du ja. Deshalb lass uns schnell zusammen den Tisch decken und unser Abendbrot essen. Danach können wir zusammen ein Eis essen." Damit seid ihr beide im selben Team.

4. Entweder-Oder-Fragen stellen

Bleiben wir bei dem Ich-will-noch-schnell-vorm-Abendessen-etwas-naschen-Beispiel. Ihr wollt nicht, dass euer Kind so oft etwas Süßes isst? Dann bereitet im Vorfeld zwei andere Optionen vor. Diese sollten allerdings ähnlich verlockend klingen, wie der eigentliche Wunsch. Fragt euer Kind also zum Beispiel beim Einkaufen, ob es zum Nachtisch lieber eine Honigmelone essen möchte oder lieber Erdbeeren mit Joghurt.

Auch Ablenken kann helfen: Wenn euer Kind im Spielzeugladen also schon kurz davor ist, auf den tausendsten Ball zuzusteuern, der gekauft werden soll: Zeigt ihm schnell etwas anderes Faszinierendes. Weit weg von den gefährlichen Bällen (ich spreche da aus Erfahrung). So könnt ihr auch ein "Nein" vermeiden.

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5. Andere sprechen lassen

Die meisten Kinder neigen dazu, sich bei anderen Personen (zum Beispiel der Erzieherin in der Kita, der älteren Lieblingscousine oder dem Kinderarzt) von ihrer besten Seite zu zeigen. Es kann aber auch ein Schild sein, das sagt, dass man etwas Bestimmtes einfach nicht tun darf. Macht euch genau das zunutze. Wichtig ist dabei nur, dass euer Kind diese Meinung als wichtig ansieht. Wenn die ältere Cousine, zu der euer Kind aufsieht, zum Beispiel AUCH nicht radelt, ohne den Lenker festzuhalten, seid ihr nicht mehr die Person, die etwas verbietet.

6. Einfach mal entspannen

Das Wichtigste zum Schluss: Entspannt euch mal! Im Leben haben wir schon genug Situationen, die unsere Nerven strapazieren. Wir müssen unseren Kindern nicht um jeden Preis und in jeder Situation angemessenes Verhalten predigen. Wir können sie auch mal Freiheiten genießen lassen. Also: Lasst die Kids im Zweifel mit hellen Hosen im Matsch spielen. Kann man doch waschen! So kommt ihr gar nicht erst in die Versuchung, wieder Nein zu sagen.

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