Das Coronavirus kommt näher

Papi, stirbst du jetzt auch?

Mit dieser Frage seiner Tochter sieht sich unser Autor plötzlich konfrontiert. Kein Wunder: ein Freund der Familie ist am Coronavirus gestorben.

Um dem Sturm der Entrüstung vorzugreifen: Nein! Höchstwahrscheinlich nicht. Zumindest nicht an Corona oder anderen ansteckenden Krankheiten. Nicht bei einem Autounfall. Flieger fliegen ohnehin nicht. Und die sehr, sehr geringe Chance, in einen rechten Terroranschlag hineinzugeraten, ist noch viel geringer geworden.

Das Leben ausgebremst. Keine langen Nächte in Kneipen, Bars, dafür viel Schlaf, Zeit für Gespräche und die Besinnung aufs Wesentliche. Eine Zwangs-Kur für Körper und Geist. Die Wahrscheinlichkeit, die nächsten Tage und Wochen zu überleben, war nie so groß wie heute.

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Aber meine mittlere Tochter fragt trotzdem. Denn die Einschläge kommen näher. Tatsächlich ist die Anzahl der prominenten Corona-Fälle extrem hoch – gemessen an den offiziellen Statistiken. Und macht weder vor Prinzen, Präsidenten, Comedians, und Moderatoren halt – vielleicht liegt es daran, dass hier die Skiläufer-Dichte besonders hoch ist, vielleicht aber auch daran, dass Tests für einige dann doch verfügbarer sind, als für andere… Das spräche dann für eine bedenkliche Dunkelziffer.

Und tatsächlich kennen wir auch den ersten Toten – zwar nur vom Sehen, aber immerhin. Ein Nachbar, Familienvater wie ich. Gestorben vielleicht nicht nur wegen, aber doch mit dem Virus.

Ich kann die Ängste meiner Tochter verstehen. Aber ich kann sie ihr auch nehmen. Ich denke, unsere Kinder müssen sich keine Gedanken um unsere Gesundheit machen – und wir nicht um die unserer Kinder.

Es geht um Respekt für diejenigen, die dem Virus weniger entgegenzusetzen haben. Sie zu schützen, indem wir uns selbst zurücknehmen. Vielleicht werden wir als Gesellschaft an diesem Virus gesunden.

Unsere Kinder werden viel gelernt haben und erwachsener aus dieser Krise hervorgehen – und wir Älteren hoffentlich auch.

#waszaehltistfamilie #jetzterstrecht

Autor: Jan Wickmann

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