Kleine Katastrophen

8 typische Trotzphase-Situationen und wie ihr sie meistert

Euer Kind brüllt und wirft sich an der Supermarktkasse theatralisch auf den Boden? Willkommen in der Trotzphase! Aber keine Panik: Mit diesen SOS-Tipps meistert ihr die typischen Trotzphase-Situationen spielerisch.

1. Ich kann das alleine!

Die Situation
Robert (3) kann seine Jacke schon allein anziehen. Weil Mama es eilig hat, schiebt sie seinen Arm in den Ärmel. Robert wird stinksauer, zappelt sich aus der Jacke, wirft sie auf den Boden und sich selbst darüber.

Was nun?
Erklärungen helfen nicht weiter. Robert ist so enttäuscht, weil er eigentlich zeigen wollte, wie groß er schon ist, dass er völlig neben sich steht. Die Mutter muss warten, bis der Wutanfall wieder abklingt.

Wie verhalten nach dem Trotzanfall?
Wenn die Wut verraucht ist, nehmen Erwachsene ihr Kind einfach in den Arm. Während die Kleinen das im Eifer des Gefechts meist heftig ablehnen, sind sie später dankbar, wenn alles wieder gut wird.

2. Der Klassiker im Supermarkt

Die Situation
Lilli (2) nimmt sich an der Supermarkt-Kasse ein Schoko-Ei. "Nein", sagt ihre Mutter und legt es zurück. Lilli brüllt vor Wut, wirft sich auf den Boden, tritt um sich.

Was nun?
Ein klarer Machtkampf, den Eltern nicht verlieren sollten. Sonst werden sie das Problem immer wieder haben. Jetzt heißt es durchhalten und das Kind zur Not wegbringen. Hilfreich kann es sein, vorher Verabredungen zu treffen und dem Kind etwas in Aussicht zu stellen, wenn es kein Theater macht.

Wie verhalten nach dem Trotzanfall?
Wenn die Wut sich gelegt hat, sollte ein positives Erlebnis folgen. Zum Beispiel ein Besuch auf dem Spielplatz. Das versöhnt, ohne dass die Eltern als Verlierer dastehen.

3. Abendliches Drama

Die Situation 
Finn (18 Monate) will abends nicht ins Bett. Sobald seine Mutter ihn hinlegen will, fängt er an zu schreien.

Was nun?
Jedes Kind muss lernen, ins Bett zu gehen. Ein Abendritual, auf das es Kind sich freut und das immer gleich verläuft, kann hilfreich sein. Zum Beispiel im Bett ein Lied singen oder eine Geschichte vorlesen. Danach gehen die Eltern raus – selbst wenn das Kind in Wut ausbricht. Nach einiger Zeit wird es lernen, dass ihm das nichts bringt.

Wie verhalten nach dem Trotzanfall? 
Damit das Kind nicht mit dem Gefühl "Ich habe Streit mit meinen Liebsten" einschläft, sollten Mama oder Papa noch einmal bei ihm vorbeisehen, wenn es ruhig geworden ist. Ein Lob, eine Umarmung, ein Küsschen – das gibt friedliche Stimmung für eine gute Nacht. 

4. Streit im Sandkasten

Die Situation
Lina und Lukas, beide knapp zei Jahre alt, streiten sich im Sandkasten um einen Bagger. Beide ziehen daran und brüllen vor Wut.

Was nun?
Kinder dürfen ihre Machtkämpfe solange wie möglich alleine ausfechten. Das schult fürs Leben. Erst wenn einer anfängt zu hauen, zu treten oder zu beißen, sollten Erwachsene einschreiten.

Wie verhalten nach dem Trotzanfall? 
Trennung auf Zeit ist eine gute Lösung, wenn ein friedliches Miteinander nicht mehr funktioniert. Später werden die Streithähne wieder von allein zueinander finden.

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5. Weinend auf dem Gehweg

Die Situation
Maja (2,5 Jahre) will nicht mehr laufen. Sie verweigert jeden Schritt und wirft sich schließlich weinend auf den Gehweg.

Was nun?
Ist das Kind wirklich müde? Dann kann es in seinen Wagen oder ein Stück getragen werden. Kleine Mädchen und Jungen müssen noch nicht so weit laufen wie Erwachsene. Steckt etwas anderes dahinter, sollten Eltern versuchen, das herauszufinden.

Wie verhalten nach dem Trotzanfall?
Keine Sorge, dass das Kind von jetzt an nur noch getragen werden will. Es lernt so, selbst zu entscheiden, was es schafft.

6. Kleiner Knöpfedrücker

Die Situation
Liam (13 Monate) krabbelt bei einem Besuch bei den Schwiegereltern zielsicher auf die Stereoanlage zu und will unbedingt alle Knöpfe drücken. Als seine Mutter ihm das verbietet, bekommt er einen Wutanfall.

Was nun?
Was darf ich und was nicht? Das muss ein Kind selbstverständlich lernen. Mit 13 Monaten ist das aber schwierig. Besser: Die Stereoanlage sichern oder das Kind ablenken.

Wie verhalten nach dem Trotzanfall? 
Es gab zum Glück kein Riesentheater vor der ganzen Familie. Und konsequent erziehen kann man sonst immer noch – am besten ohne Publikum zu Hause.

7. Ewiges Hin und Her

Die Situation
Josefine (3) verlangt am Tisch Apfelsaft. Als sie den bekommt, soll es plötzlich lieber Orangensaft sein. Doch auch der Umtausch stellt sie nicht zufrieden. Jetzt will sie wieder Apfelsaft, den sie nicht noch einmal bekommt. Darüber ist sie außer sich vor Wut.

Was nun?
Einmal kann sich ein Kind vielleicht bei der Wahl vertun. Doch wenn man merkt, dass es nur austesten will, wie lange Mama "gehorcht", sollte konsequent Schluss sein. Es soll trinken, was es bestellt hat – selbst wenn es wütend den Becher umwirft. Erwachsene müssen die Wut des Kindes ertragen.

Wie verhalten nach dem Trotzanfall? 
Immerhin hat das Kind etwas gelernt: Beim nächsten Mal kann’s nur besser werden.

8. Auf die Mauer

Die Situation
Henri (3) will auf der kleinen Mauer balancieren. Mama ist in Eile und verbietet das. Daraufhin fängt Henri an zu weinen.

Was nun?
Warum nicht nachgeben und ihn vorsichtig probieren lassen? Wenn die Mauer niedrig ist, kann nicht viel passieren. Außerdem gibt Mama Hilfestellung.

Wie verhalten nach dem Trotzanfall?
Wenn es gelingt, steigt Henris Selbstbewusstsein. Wenn ein Kind hingegen immer nur "Nein" hört, frustriert das. Kinder in der Trotzphase sollten nicht zu oft ausgebremst werden.

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