Kolumne @eineganznormalemama

Wir können unsere Kinder nicht vor Negativem beschützen

In unseren Kolumnen lassen wir Eltern zu Wort kommen, die aus ihrem Alltag berichten. Der ist mal laut und mal leise, mal nervenaufreibend und mal gemütlich, mal chaotisch und mal organisiert, aber auf jeden Fall immer eins: einzigartig. Heute schreibt Nathalie über die Balance zwischen Loslassen und Behüten ...

"Sind die Kinder klein, müssen wir ihnen helfen, Wurzeln zu fassen. Sind sie aber groß geworden, müssen wir ihnen Flügel reichen." (Indisches Sprichwort)

Am liebsten würden wir Eltern unsere Kinder behüten. Vor allem Bösen in der Welt. Ihnen alle Herausforderungen aus dem Weg räumen. Am liebsten würden wir sie von allen Problemen fernhalten, für sie einspringen, wenn es schwierig wird, sie auffangen, wenn sie zu hoch klettern, hinter ihnen stehen bei jedem Schritt, den sie laufen lernen.

Es ist nur natürlich, dass Eltern ihre Kinder vor schlechten Erfahrungen bewahren möchten. Denn wer möchte sein Kind schon zweifeln oder gar an einer Herausforderung scheitern sehen? Aber auch wenn wir nur das Beste für unsere Kinder wollen, ist genau dieses Verhalten nicht das Beste für sie. Wir können nicht alle Hindernisse aus dem Weg räumen. Wir können nicht immer da sein, um unsere Kinder aufzufangen.

Genausowenig wie wir alle Hindernisse aus dem Weg räumen sollten, sollten wir unsere Kinder am Fehler machen hindern. Denn Fehler gehören zum Leben und Eltern sollten ihren Kindern zugestehen, Fehler zu machen. Die Balance zwischen Überbehütung und Freilassen zu finden ist nicht immer einfach. Ebensowenig wie wir unseren Kindern Herausforderungen ersparen können, können wir unseren Kindern alle negativen Gefühle ersparen.

Kinder müssen lernen, wie man mit Langeweile umgeht. Kinder müssen lernen, wie man mit Enttäuschungen umgeht. Kinder müssen lernen, wie man mit Misserfolg umgeht. Das alles gehört zum Leben dazu. Die Aufgabe von Eltern ist es nicht, diese negativen Gefühle von ihnen fernzuhalten, sondern sie dabei zu unterstützen, mit diesen Gefühlen umzugehen.

Buchtipp

Dieser Textauszug stammt aus Nathalie Klüvers Buch "Das Kind wächst nicht schneller, wenn man daran zieht" - mehr darüber lest ihr auf ihrem Blog, wo es auch eine Leseprobe gibt.

"Das Kind wächst nicht schneller, wenn man daran zieht", 14,99 Euro via Amazon*

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Unsere Gastautorin

Nathalie Klüver ist Journalistin, Mama-Reporterin und bloggt als "Ganz normale Mama" von den Tücken des Alltags mit drei Kindern (zwei, sechs und neun Jahre alt). In ihrer Kolumne schreibt sie u. a., warum sie pastellfarbene Kinderzimmer bei Insta und Co. nicht mehr sehen kann. Und wieso es unperfekt viel besser ist.

Nathalie auf Instagram: instagram.com/eineganznormalemama

Nathalies Blog: ganznormalemama.com

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