Kleine Zornbolzen

Wie Eltern auf Wutanfälle bei Kindern reagieren sollten

Wenn Minis die Wut packt, kann’s schon mal dramatisch werden. Wie bei Jonas (17 Monate): Er wirft sich zu Boden und schlägt seinen Kopf auf oder rammt ihn gegen die Tür.

Klar, dass solche Wutanfälle Eltern Angst machen. Können die Wüteriche sich dabei ernsthaft verletzen? Leider ja, bedauert Kinderarzt Dr. Rüdiger Lorentzen. Er musste nach solchen Ausbrüchen öfter dicke Beulen und sogar eine Blutung am Auge behandeln, die eine große Narbe hinterließ. Oft neigen gerade sensible und lebhafte, neugierige Kinder dazu, so auszurasten. Sie sind nicht unartig oder bockig, betont Dr. Lorentzen. Die kleinen Tober können einfach nicht anders.

Das Kind schützen

Wie sollen Eltern damit umgehen? Sie können ja nicht nur zusehen, wie ihr Kind sich verletzt. Also bringen sie das Kind am besten zuallererst in Sicherheit. Zu Hause eignet sich dafür das Gitterbett, draußen der Buggy oder notfalls Mamas Arm. Dort wird das Kleine bewacht, bis der Sturm abflaut.

Beruhigen? Vergebliche Liebesmüh

Ganz wichtig dabei: Gerate nicht in Alarmstimmung und lass dich erst recht nicht weich schreien, warnt die Kinderpsychologin Dr. Anita Schächter. Sonst setzt dein Kind die Wut bald als Machtmittel ein. Gefragt sind stattdessen Konsequenz und Sachlichkeit. Ihren Gleichmut wahren Eltern umso leichter, wenn sie wissen: Ich kann und muss mein Kind jetzt nicht beruhigen; das kann es nur alleine schaffen. Die meisten Einjährigen kommen sogar recht schnell wieder zu sich, weiß Dr. Schächter. Um zu lernen, Frust anders zu verarbeiten, haben sie noch Zeit.

Teile diesen Artikel: