Bye, bye, Milchzähne!

Wenn des Nachts die Zahnfee kommt ...

Was bringt eigentlich die Zahnfee mit? Und warum so viel? Unsere Autorin ist neu im Zahnfee-Business – und komplett überfordert.

"Mama! Mamaaaa! Ich habe einen Wackelzahn!" Mein Sohn strahlt vor Freude, als er mir diese Info ins Gesicht schreit. Auch für mich kommt sie einer Erlösung gleich: Seit Wochen schon suche ich tröstende Worte, wenn wieder ein anderes Kind vor ihm einen Zahn verloren hat. Bei den meisten Mitschülern klaffen längst mehrere Lücken nebeneinander. Nur bei unserem Sohn sitzen die Beißerchen felsenfest im Zahnfleisch. Bis jetzt.

Die Geschichte der Zahnfee

Mir ist klar, dass die immense Freude über einen Wackelzahn nicht allein mit der Aussicht auf eine lustige Zahnlücke zu erklären ist. Genau wie Halloween-Streifzüge oder die beliebte Babyshower-Party hat sich längst ein weiterer geschenkeversprechender amerikanischer Trend bei uns verselbstständigt: die Legende der Zahnfee. Das Fabelwesen, von dem man sich einst erzählte, dass es Kindern im Austausch für einen ausgefallenen Milchzahn eine goldene Münze hinterlasse. Aus der Goldmünze wurden in meiner Kindheit eine silberne 50-Pfennig-Münze und eine Kleinigkeit wie ein Stickerbogen. Ich habe mich über dieses Ritual jedes Mal wie verrückt gefreut. Heute jedoch ist das anders. Mit Kleingeld und Aufklebern kann die Zahnfee keine Begeisterung mehr auslösen.

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Ja, ist denn schon Weihnachten?

"Mama, Max hat von der Zahnfee den Lego-Ninjago-Tornado bekommen, den ich so toll finde!", ist die erste Hiobsbotschaft, die ich über die zahnsammelnde Elfe zu hören bekomme. "So krass, das war sein vierter Zahn – was der wohl beim fünftem bekommt?" Zum Glück erwartet mein Sohn keine Antwort auf diese Frage, denn ich bin längst am Kopfrechnen: 20 Milchzähne mal zwei Kinder mal 14,99 Euro je Zahn ... ganz im Ernst: Wer soll das bezahlen? "Bestimmt bringt ihm die Zahnfee beim nächsten Mal was Kleineres!", rufe ich bemüht ins Kinderzimmer hinterher. "Oder was Größeres!", hallt es zurück.

Meine Zahnfee, deine Zahnfee

Bei unserem nächsten Gespräch über das generöse Fabelwesen ist es dann plötzlich mein Sohn, der entsetzt ist: "Mama, ich glaube, es gibt verschiedene Zahnfeen! Bei Emma kam sie nur ein einziges Mal! Nur beim allerersten Zahn! Ist das nicht schlimm?" Schlimm finde ich mittlerweile nur noch, was wir Eltern uns mit diesen selbsterdachten Mythen für einen Vergleichsstress aufbürden. Emmas Eltern hingegen feiere ich für ihre Entscheidung. Bis mein Sohn hinzufügt: "Jetzt hat sie nur das Fahrrad bekommen!"

Ein Brief von der Zahnfee

"Reich beschenkt groß zu werden ist was Tolles!" Dieses herrlich ehrliche Zitat der Spiegel-Bestseller-Autorin Nora Imlau kommt mir in den Sinn, als ich das Lego-Päckchen in Geschenkpapier einschlage. Wenn der Wackelzahn endlich das letzte Mal gewackelt hat, wird mein Sohn es am Morgen neben seinem Kopfkissen finden. Und dazu einen Brief von der Zahnfee höchstpersönlich (weiter unten könnt ihr euch eine Vorlage herunterladen). In dem sie ankündigt, dass es nur beim ersten Zahn so ein großes Geschenk gibt – und für jeden weiteren ein goldenes 50-Cent-Stück und eine Kleinigkeit. Meine innere Zahnfee hat bei diesem materialistischen Mittelweg ein gutes Bauchgefühl. Und fängt schonmal an, Kopfkissen-taugliche Kleinigkeiten zu sammeln ...

Welche Geschenke bringt die Zahnfee? Hier ein paar Ideen ...

Mit diesen Überraschungen als Belohnung fällt der Abschied vom Milchzahn besonders leicht.

Zahnfee-Urkunde zum Ausdrucken

Kinder sind gerade auf die erste Zahnlücke ganz besonders stolz. Da kommt ein Zertifikat von der Zahnfee genau richtig. 

Auf unserer Urkunde können Mädchen und Jungen festhalten, wann genau welcher Zahn ausgefallen ist. Und vielleicht auch wo ... beim Toben, bei Oma und Opa oder vielleicht im Urlaub? 

Das PDF für die Zahnfee-Urkunde könnt ihr euch hier ganz einfach herunterladen. Einfach auf den Link klicken und schon beginnt der Download. Die Vorlage ist natürlich kostenlos. Wir wünschen euch und euren Kindern ganz viel Freude damit! 

Vorlage für einen Brief von der Zahnfee

Ihr wollt euren Kids einen Brief von der Zahnfee unter das Kopfkissen legen und braucht noch eine Idee für den Text? Vielleicht hilft euch unsere kostenlose Vorlage zum Ausdrucken ja weiter. 

Profilbild

Unsere Autorin

Silke Schröckert

Silke Schröckert wollte Journalistin werden, seit sie im Alter von acht Jahren das erste Mal Lois Lane in "Superman" gesehen hatte. Mit 23 wurde sie Chefredakteurin eines Kinderzeitschriftenverlages.

Heute ist Silke spezialisiert auf Familienthemen und textet für Kinder- und Comic-Magazine. Das freut vor allem Sohn Tom und Tochter Mina. Auf ihrer eigenen Seite schreibt sie für die Generation Großeltern. Bei leben-und-erziehen.de nimmt sie sich aktuellen Themen aus Sicht einer Zweifach-Mama an.

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